Mit Antibiotika "nachhaltig umgehen", auch auf dem Bauernhof

22. Mai 2012, 19:36
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Das Bakterium heißt Clostridium difficile und verursacht gewöhnlichen Durchfall. Besonders für alte Menschen kann die hauptsächlich in Krankenhäusern übertragene Harnwegsinfektion aber tödlich sein. Franz Allerberger, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin, geht von 1300 Todesfällen jährlich aus. Der Grund für die zunehmende Bedeutung der Infektion liege auch im Umgang mit Antibiotika. "Die Keime sind gegen die alten Wirkstoffe häufig resistent gemacht worden und schwer behandelbar", sagte er am Dienstag bei einem Kongress in Salzburg.

Ein nachhaltiger Umgang mit Antibiotika sei notwendig, Blutkonserven und Antibiotika sollten nur verwendet werden, wenn es wirklich nötig ist. " Deutschland ist da Vorbild, und auch in Österreich wird die Ärzteschaft immer öfter explizit darauf hingewiesen". Ein Kritikpunkt ist auch der massenhafte Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft. "In der österreichischen Humanmedizin werden jährlich rund 50 Tonnen Antibiotika verschrieben. In der Landwirtschaft sind es aber 62 Tonnen. Die Auswirkung des Antibiotika-Einsatzes in der Landwirtschaft auf Resistenzen beim Menschen seien noch nicht ausreichend erforscht. (APA, pum, DER STANDARD, 23.5.2012)

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