Kolumbiens Präsident ruft zu Offensive gegen FARC auf

23. Mai 2012, 12:18
41 Postings

Santos: "Krieg geht weiter, bis der Frieden erreicht ist" - Operation "Schwert der Ehre" soll Guerilla "aus ihren Höhlen treiben"

Nach einem Angriff der FARC-Guerilla, bei dem am Montag zwölf Soldaten ums Leben kamen, hat Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos das Militär aufgerufen, die Anstrengungen im Anti-Guerilla-Kampf zu erhöhen.

"Dieser Krieg wird mit Offensiven weitergehen, bis das Ziel, den Frieden in unserem Land durchzusetzen, erreicht ist", sagte der Staatschef bei einer Pressekonferenz auf dem Militärflughafen Catam. "Die Luftwaffe ersuche ich, die Flugzeuge nicht abzustellen, die Armee, die Offensive zu verdoppeln, und die Marineinfanterie, alle ihre Truppen einzusetzen."

Armeekommandant General Mantilla gab an, der Plan "Schwert der Ehre" sehe vor, die "Banditen" im tiefsten Dschungel aufzuspüren. Man werde die Guerilleros finden, "wo immer sie sich aufhalten". Zum ersten Mal, so der Präsident, sei es gelungen, die FARC-Kämpfer aus ihren Höhlen zu treiben"

Chávez sagt Unterstützung zu

Santos berichtete, er habe unmittelbar nach dem Angriff zweimal Rücksprache mit seinem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez gehalten. Dieser verkündete umgehend, er werde zwei Brigaden in das Grenzgebiet zwischen Venezuela und Kolumbien zu entsenden. Es sei möglich, so Chávez, dass einzelne Guerillaeinheiten die Grenze überschritten hätten.

Man werde nicht zulassen, dass Bewaffnete auf venezolanisches Staatsgebiet vordrängen. Die angebliche Unterstützung der FARC durch Venezuelas Linksregierung war ein Anlass für erbitterte Auseinandersetzungen zwischen Santos´ Vorgänger Álvaro Uribe und seinem venezolanischen Amtskollegen,

Parlament verabschiedet "Rahmen für den Frieden"

Indessen beschloss das Repräsentantenhaus in Bogotá mit 125 gegen vier Stimmen ein Gesetzesprojekt, das die Wiedereingliederung von Kämpfern aus Guerilla und paramilitärischen Organisationen ermöglichen soll. Der "Gesetzesrahmen für den Frieden" sieht in Einzelfällen Straffreiheit für Angehörige bewaffneter Gruppen vor und soll diesen ermöglichen, sich für ein politisches Amt zu bewerben. Der Entwurf muss noch vom Senat abgesegnet werden (bed, derStandard.at, 22.5.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Präsident Santos mit hohen Militärs auf dem Luftwaffenstützpunkt Catam

Share if you care.