Schlaue Netze und Satelliten sollen Meeresschildkröten retten

23. Mai 2012, 09:44
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250.000 Meeresschildkröten sterben jährlich - Innovative Fischereimethoden könnten fast alle retten

Meeresschildkröten haben bereits die Dinosaurier überlebt: Seit 225 Millionen Jahren bevölkern sie die Erden. Durch den kommerziellen Fischfang sind viele Arten jedoch mittlerweile massiv bedroht. Jedes Jahr stirbt eine Viertelmillion Schildkröten als Beifang. Moderne Fangmethoden könnten das verhindern: Der WWF hat zum Beispiel spezielle G-förmige Rundhaken entwickeln lassen, die im Gegensatz zu den klassischen J-förmigen Haken den Tieren nicht gefährlich werden können.

Diese schildkrötenfreundlichen Haken sollen im Korallendreieck eingesetzt werden, der artenreichsten Meeresregion der Erde. Sechs der sieben weltweit vorkommenden Meeresschildkrötenarten leben hier. Aber auch jeder dritte weltweit gefangene Thunfisch stammt aus diesem Gebiet zwischen den Philippinen, Indonesien und Papua Neuguinea. Viele Tausende Meeresschildkröten schlucken die für die Thunfische gedachten Haken und sterben qualvoll an inneren Verletzungen. 

Darüber hinaus können Fangnetze mit artspezifischen Fluchtfenstern ausgerüstet werden, durch diese die Tiere entkommen können. Ein Großteil des Beifangs kann durch solche selektiven Fanggeräte vermieden werden. Der WWF schreibt deshalb seit einigen Jahren den weltweiten Wettbewerb "Smart Gear" ("Schlaue Netze") aus, bei dem Innovationen prämiert werden. Inzwischen gibt es bereits eine Vielzahl praktischer Lösungen zur Beifangverminderung: Von akustischen Signalgebern in Stellnetzen, die Wale und Delfine auf Abstand halten bis hin zu Scheuchvorrichtungen für Seevögel an Langleinen.

Nur eine von tausend kleinen Schildkröten überlebt

Meeresschildkröten sind jedoch auch durch die Verbauung der Strände, die Jagd auf die Tiere und die Meeresverschmutzung, vor allem durch Plastikmüll, bedroht. Bei der Eiablage an den Stränden sind Meeresschildkröten und ihre Gelege besonders gefährdet. Die Bejagung der weiblichen Tiere, das Einsammeln der Eier und die kommerzielle Nutzung der Schildkrötenpanzer sind dafür verantwortlich, dass die Meeresschildkröten heute vom Aussterben bedroht sind. Der WWF liefert Zahlen: Von Tausend kleinen Schildkrötenbabys wird nur eines erwachsen und kann sich fortpflanzen.

Schutz mittels Satellitentechnik

Neben der Entwicklung schonender Fischereimethoden hat der WWF im Südpazifik ein Monitoring-Netzwerk für Meeresschildkröten aufgebaut um die Populationen zu überwachen und die Niststrände zu schützen. Dazu werden Schildkröten mit GPS-Sendern markiert um mehr Aufschluss über Ihre Wanderrouten zu erhalten. Ziel ist es, sie auf ihren Wanderungen besser vor den Gefahren durch die Hochseefischerei zu schützen. Auch die lokale Bevölkerung wird dabei in die Meeresschildkrötenschutzprojekte eingebunden.

Meeresschildkröten leben weltweit in tropischen und subtropischen Meeren auf hoher See und auch in Küstennähe. Weltweit gibt es sieben Arten: Die Lederschildkröte, die Echte und die Unechte Karettschildkröte, die Kemp's Bastardschildkröte, die Pazifische Bastardschildkröte und zwei Arten von Suppenschildkröten. Meeresschildkröten legen ihre Eier an Stränden ab, wo sie durch die Wärme der Sonne ausgebrütet werden.

Ein Gelege umfasst in der Regel über 100 Eier. Die frisch geschlüpften Schildkrötenjungen wiegen etwa 20 Gramm. Auf ihren Wanderwegen zwischen den Erdteilen legen die Meeresschildkröten riesige Entfernungen zurück, kommen aber zur Eiablage immer wieder zu dem Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind. Von welchen Einflüssen sie dabei geleitet werden, ist bislang nicht geklärt. (red, derStandard.at, 22.5.2012)

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    Sie haben die Saurier überlebt, doch die Fischfangmethoden und Umweltverschmutzung der Menschen könnte den Meeresschildkröten zum Verhängnis werden.

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