Mikroorganismen töten Korallen binnen weniger Stunden

26. Mai 2012, 17:55
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Kleinstlebewesen in nährstoffreichen Sedimenten verursachen Sauerstoffmangel und eine Erhöhung des Säuregehaltes

Bremen - Das weltweite Korallensterben ist nicht allein auf den Klimawandel zurückzuführen: Nach einer Studie von Bremer Wissenschaftern tragen auch Mikroorganismen in nährstoffreichen Sedimenten dazu bei. Experimente am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie ergaben, dass die Stoffwechselprozesse der Kleinstlebewesen die Nesseltiere innerhalb weniger Stunden töten können. Ablagerungen, die wenig organische Stoffe enthielten, schadeten den Korallen dagegen nicht.

Dass der von den Flüssen eingetragene Schlick für Korallen tödlich sein kann, ist bekannt. Doch die Mechanismen dahinter seien bisher kaum erforscht, schreiben die Biologin Miriam Weber und ihre Kollegen in der jüngsten Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"). 

Erhöhter Säuregehalt

In Experimenten im Labor sowie an Riffen in Küstennähe und auf offener See fanden sie heraus, dass die mikrobiologischen Prozesse in den Ablagerungen Sauerstoffmangel und eine Erhöhung des Säuregehaltes (niedriger pH-Wert) verursachen - mit fatalen Folgen für die Korallen.

Denn dadurch wird ihr Gewebe abgebaut. Dabei entsteht wiederum Schwefelwasserstoff, der das Absterben von benachbarten Korallen beschleunigt. Innerhalb von 15 bis 48 Stunden können Sedimente den Nesseltieren auf diese Weise den Garaus machen - abhängig von der Konzentration der organischen Stoffe. (APA/red, derstandard.at, 22.5.2012)

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    Mikroorganismen in nährstoffreichen Sedimenten können den Korallen schwer zusetzen.

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