EA-Portal "Origin" beugt sich Druck der Spieler

22. Mai 2012, 14:53
17 Postings

Online-Dienst für "Battlefield" und Co. wird künftig transparenter mit Nutzerdaten umgehen

Nach massiver Kritik von Seiten der Konsumentenschützer und Spielern am Online-Dienst "Origin" hat Hersteller Electronic Arts nun eine Unterlassungserklärung abgeben. In Verbindung mit einer missverständlichen Formulierung in den Geschäftsbedingungen, tat sich der Verdacht auf, die Software würde den gesamten Rechner der Nutzer auf weitere Lizenzen scannen. Daraufhin nahm der deutsche Verbraucherschutz mit dem Projekt "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" die Diskussion auf und überprüfte sowohl die Spieleverpackung als auch die von Electronic Arts verwendeten Geschäftsbedingungen.

Fehlende Informationen

Gegenstand des im November 2011 gegen Electronic Arts eingeleiteten Unterlassungsverfahrens waren fehlende Informationen auf der Verpackung des Spiels "Battlefield 3". EA wies unter anderem nicht oder nicht deutlich genug darauf hin, dass für die Nutzung des Spiels eine Internetverbindung erforderlich ist und für die Installation des Spiels eine Zusatzsoftware aus dem Internet herunter geladen werden muss. Darüber hinaus beanstandete der vzbv einzelne Klauseln der von EA verwendeten Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Unter anderem räumte sich das Unternehmen das Recht ein, Nutzerprofile aus den Daten der Spieler zu erstellen und die Daten auch für Werbezwecke zu verwenden.

Unterlassung

Nach Abgabe der Unterlassungserklärung wird EA laut der Verbraucherzentrale in Zukunft sicherstellen, dass die Verbraucher bereits vor dem Kauf einer Software alle relevanten Informationen erhalten (z.B. erforderliche Internetverbindung oder Installation einer Zusatzsoftware). Außerdem verpflichtet sich das Unternehmen, den Verbrauchern die Möglichkeit zu verschaffen, in zumutbarer Weise bei Vertragsschluss Kenntnis von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu erlangen. Der von EA unterzeichneten Unterlassungserklärung liegen unterschiedliche Umsetzungsfristen zu Grunde. Zumindest für neu veröffentlichte Software gilt die Vereinbarung bereits ab dem 01.Juni 2012. Spätestens ab 01.Januar 2013 werden alle Computer- und Videospiele mit den entsprechenden erforderlichen Informationen versehen sein und die geänderten Geschäftsbedingungen enthalten. Für die im Internet veröffentlichten Geschäftsbedingungen gilt die Unterlassungserklärung sofort, wobei Electronic Arts die Bedingungen bereits vor einiger Zeit geändert hatte.

Signalwirkung

Dieses Verfahren sollten andere Softwarehersteller, den Verbraucherschützern nach, als Signal verstehen und in Zukunft die Belange und Einwände der Verbraucher ernst nehmen. Die Nutzer müssen bereits vor dem Kauf Kenntnis davon haben, unter welchen Bedingungen eine Software betrieben werden kann. "Die Zeiten, in denen der Verbraucher eine CD in seinen Rechner einlegte, das Spiel installierte und sich dem Spielvergnügen hingab, sind längst vorbei", so die Verbraucherzentrale. (red, derStandard.at, 22.5.2012)

Wie stehen Sie zu EAs Portal "Origin"? Sagen Sie uns Ihre Meinung hier im Forum oder schreiben Sie uns auf Facebook, Google+ oder Twitter!

  • Origin wird bei PC-Spielen von EA vorausgesetzt.
    foto: ea

    Origin wird bei PC-Spielen von EA vorausgesetzt.

Share if you care.