Jaguar F-Type und Range Rover Discovery

22. Mai 2012, 16:44
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Größte Modelloffensive der Geschichte: Land Rover peilt - für 2017 - die halbe Million an

Ladys and Gentlemen, stolz präsentieren wir: Jaguar F-Type und Range Rover Discovery. Gleich zwei Weltpremieren auf einem Autosalon. Ende September in Paris. Wenig später, im November, landet Jaguars erster großer Kombi, der XF Sportbreak, beim Händler - wo der Range Rover zwei Monate später und der F-Type (zunächst als Cabrio) dann rechtzeitig zur nächsten Open-Air-Saison im Mai 2013 eintreffen wird.

Allein daraus wird schon ersichtlich: JLR (Jaguar Land Rover) bereitet sich auf die größte Modell- und Technikoffensive der Geschichte vor, bis 2017 etwa soll sich der weltweite Absatz von 274.280 Fahrzeugen (2011) auf rund 500.000 nahezu verdoppeln.

Ähnlich ehrgeizige Pläne gab es bereits vor einer Dekade, als Jaguar und Land Rover bei Ford unter der Luxus-Division PAG angesiedelt waren, deren Chef Wolfgang Reitzle tat diese Absicht kund.

Mit der PAG ging Ford beinahe krachen, der indische Mischkonzern Tata krallte sich die beiden englischen Kronjuwelen, steckte (und steckt auch in Zukunft) Unsummen in die Erwerbungen, und siehe da, es funktioniert, plötzlich läuft der Laden profitabel, sogar Jaguar, Jahrzehnte lang chronisch defizitär, schreibt inzwischen schwarze Zahlen. JLR fuhr bereits zum zweiten Mal in Folge einen Jahresgewinn von mehr als einer Milliarde Pfund ein, konkret: 1,043 Mrd. Pfund (1,297 Mrd. €).

Warum das Unterfangen "halbe Mille" - jährlich verkaufter Fahrzeuge nämlich - diesmal klappen könnte, erklärt sich aus der völlig veränderten Marktlage: Es sind nämlich plötzlich China, und, mit Respektabstand, Indien, Russland und Brasilien zu namhaften Absatzmärkten herangewachsen. China etwa wird bereits heuer wichtigster Markt für JLR werden.

Und weil die Produktionskapazitäten hoffnungslos ausgelastet sind, bauen die Briten auch diese aus. Ambitioniertestes Vorhaben in dem Kontext ist ein neues Motorenwerk in Wolverhampton, das 2015 seinen Betrieb aufnehmen soll und mit dem JLR dann eben über eine Jahreskapazität von um die 500.000 Motoren verfügt.


Vollaluminiumkarosserie und ein 385-PS-V6 lassen auf recht sportliche Werte schließen, kosten wird das Cabrio wohl rund 74.000 Euro.

Zudem ist angekündigt, dass aus den drei Jaguar-Baureihen innert fünf Jahren sechse werden sollen, neben dem F-Type (der preislich zwischen Porsche Boxster S und 911 positioniert sein soll; erste preisliche Daumenpeilung für das Cabrio: 74.000 €) wagt die Firma den Gerüchten zufolge wohl ein Crossover-Modell, das bringt bestimmt richtig Stückzahlen, alle Welt läuft dieser Fahrzeugkategorie ja heute nach, da kann gar nicht viel schiefgehen.

Aber auch bei alternativen Antrieben gibt JLR Gas, gesichert ist bereits ein Dieselhybrid, der 2013 den neuen Range Rover in - auch für gestrenge Gesetzgeber - passable Verbrauchs- und Abgasregionen manövrieren soll.

Nicht minder wichtig für die Expansionspläne ist der Ausbau des Händlernetzes. Auch da wird das Geschäft komplett neu ausgerichtet, JLR total global aufgestellt.

Die Pläne wirken sich auch auf den Mitarbeiterstand aus, und das seit der Thatcher-Ära dramatisch deindustrialisierte Albion darf sich freuen: Noch heuer kommen zu den 17.000 JLR-Mitarbeitern weitere 4000 hinzu. Gute alte Industriearbeitsplätze, davon 1000 Ingenieure. Nix schnöselige Finanzer oder Banker. Auch das: eine schöne Trendwende. (Andreas Stockinger, Automobil, DER STANDARD, 18.5.2012)

  • Mit dem F-Type startet Jaguar im Mai 2013 in eine neue Ära - zunächst kommt das Cabrio, ein Jahr später dann das Coupé.
    foto: werk

    Mit dem F-Type startet Jaguar im Mai 2013 in eine neue Ära - zunächst kommt das Cabrio, ein Jahr später dann das Coupé.

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