Wissenslücken bei Lebensmittelhygiene und Grippeprävention

22. Mai 2012, 12:09
  • Der Fleischhauer achtet auf Hygiene, die meisten Privatpersonen sehen dagegen kein Problem darin, rohes Fleisch und Gemüse auf dem gleichen Brett zu schneiden.
    foto: reuters/lee jae-won

    Der Fleischhauer achtet auf Hygiene, die meisten Privatpersonen sehen dagegen kein Problem darin, rohes Fleisch und Gemüse auf dem gleichen Brett zu schneiden.

Laut einer aktuellen Studie des European Hygiene Council wissen die meisten Menschen in Europa nicht, wie sie sich infizieren können

Wien - Ein Grippevirus überlebt im Haushalt bis zu zwei Tage. Vor den häufigsten Erkrankungen kann man sich mit Händewaschen und regelmäßigem Desinfizieren von Oberflächen schützen, sagte Christoph Wenisch, Facharzt für Innere Medizin am SMZ Süd, am 22. Mai bei einer Pressekonferenz in Wien.

Diese einfachen Maßnahmen beherzigen viele Menschen in Europa aber nicht. Laut einer aktuellen Studie des European Hygiene Council wissen sie nämlich gar nicht, wie sie sich infizieren können.

Nach wie vor herrsche nämlich der "Irrglaube" vor, Erkältungen kämen von schlechtem Wetter oder Vitamin C-Mangel. Dass oft aber verschmutzte Oberflächen für die Übertragung von Keimen verantwortlich sind, war der Mehrheit der Teilnehmer nicht bewusst, so der Mediziner.

Die meisten Infektionen erfolgen zuhause

Die meisten Infektionen erfolgen auch nicht, wie viele annehmen, in der Schule oder im Restaurant, sondern zu Hause. Das hat laut Wenisch einen ganz einfachen Grund: "Dort ist man am meisten."

Dass auch der falsche Umgang mit Lebensmitteln zu Infektionen führt, ist ebenfalls weitgehend unbekannt. 23,8 Prozent der 8.714 Befragten aus 17 europäischen Ländern sehen Fleisch zwar als "potenzielle Gefahrenquelle", dass aber auch "gesundes Essen" wie Obst und Gemüse Krankheiten übertragen kann, sei gänzlich unbekannt, bedauerte Wenisch. Die meisten sehen etwa kein Problem darin, rohes Fleisch und Gemüse auf dem gleichen Brett zu schneiden.

Aber nicht nur in der Prävention gibt es Wissenslücken. Auch im Falle einer Erkältung würden nur 47,2 Prozent der Befragten zu Hause bleiben, in Österreich gar nur 38,6 Prozent. "Das ist eigentlich erschreckend", meinte der Mediziner. Da Infektionskrankheiten übertragen werden, seien sie nämlich immer ein öffentliches Problem. (APA, 22.5.2012)

Naja, ich sehe auch nicht zwangsläufig ein Problem darin,

rohes Fleisch & Gemüse auf einem (1) Brett zu schneiden.
Wenn ich zuerst das gewaschene(!) Gemüse schneide und danach das Fleisch, kann nichts vom Fleisch auf das Gemüse kommen (vom gewaschenen Gemüse auf das Fleisch auch nicht). Und wenn ich danach eh alles durchgare, wäre es theoretisch sogar egal, wenn die Reihenfolge anders wäre. -> Wenn ein Erreger bei Hitze im Fleisch abstirbt, tut es dieser Erreger auch auf Gemüse.

Was man halt wirklich nicht machen sollte: erst rohes Fleisch (Huhn insbesondere) schneiden und dann am selben Brett die Zutaten für eine roh zu genießende Speise (Salat, Obst, ...) zubereiten.

Jedoch pauschal zu sagen, dass es nicht ok sei, alles auf 1 Brett zu verarbeiten, finde ich übertrieben.

wieder eine ...

... der absolut notwendigen und wichtigen pressekonferenzen.

Zuhause bleiben bei Erkältung?

Ja, ähm, ich denke, das würden viele Leute auch gerne wollen, aber dann steigen ja die Krankenstandstage und man wird irgendwann gefeuert...
Das ist nicht so, weil die Leute so dumm sind oder gerne andere infizieren. Leute gehen wegen gesellschaftlichen und Lohndruck krank arbeiten!

Das hätte der gute Herr durchaus mal bedenken können, bevor er so pauschal Erkältete, die rausgehen, subtil für doof erklärt. Desinfizieren SIe mal Ihre Gedankengänge von zu schnellen Schlüssen.

Wissenslücke pur!

Erkältungen kommen nicht von verschmutzten Oberflächen - sondern von Tröpfcheninfektion. Dagegen hilft beileibe kein Desinfizieren - ganz im Gegenteil: die Viren werden resistent, der Mensch wird anfällig für Allergien. Das haben Studien längst ergeben - ein alter Hut. (In Spitälern sieht man es überdeutlich.)
Bei Erkältungen zu Hause zu bleiben, ist Nonsens (außer bei Fieber). Man muss nur Vorsorge tragen und keine Viren durch Schneuzen und offenes Husten versprühen.

Natürlich sollte Hygiene in Form von Händewaschen nach dem WC-Gang - und Geschirrwäsche beim Umgang mit Lebensmitteln - selbstverständlich sein. Aber das darf nicht zum Hygienezwang ausarten: denn Bakterienkiller führen genau zum Gegenteil, zu mangelnder Immunabwehr.

aha...könntest du bitte ein paar beispiele nennen welche viren gegen welche im krankenhaus verwendeten desinfektionsmittel resistent geworden sind!

warum immer die ahnungslosesten glauben alles in die weite welt posten zu müssen...

und wenn ich mir die nase abwische, und dann eine türklinke anfasse? dann nimmt der nächste meine erreger mit. pro tag tag fasst man sich übrigens ein paar tausend mal unbewusst ins gesicht.

gerechnet?

also ein "paar" tausendmal sollten mindestens 3000-4000 sein (ansonsten waer das "paar" ja groß zu schreiben). grob gerechnet nehmen wir 1000 Minuten wachzeit pro tag (dividiert durch 60 = 16,67 stunden). daraus folgt alle alle 15-20 sekunden fahren wir uns mit der hand übers gesicht? (auch ein fall für den arzt so eine rumfuchtelei m.E.).

Nein. Erkältungsviren werden nicht nur durch Tröpfcheninfektionen, sondern auch per Schmierinfektion übertragen.

"Wissenslücke" ist wohl Ihr Sternzeichen

Wogegen sollen Erkältungsviren denn resistent werden? Natriumhypochlorit? Isopropanol? Eher werden Sie mal was Sinnvolles schreiben als das passieren wird.

Ihr Krankenhausbeispiel ist mal wieder der übliche Rohrkrepierer: Fachlich falsch bis zum Gehtnichtmehr und am Thema vorbeilaufend.

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