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Wien - Die Entscheidungen in Sachen ORF-Standort rücken wieder ein Stück näher. Am Donnerstag muss ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz der Stiftungsrats-Arbeitsgruppe Standort umfassende Kosten-Berechnungen zu sämtlichen Standortvarianten übermitteln, versehen mit einer eigenen Empfehlung für den künftigen ORF-Sitz. Eine endgültige Entscheidung könnte im Stiftungsrat womöglich erst am 12. Juli fallen. Ob dann das "Lockangebot" der Stadt Wien noch gilt, wonach es günstigere Konditionen für den ORF gibt, wenn die Entscheidung bis Ende Juni fällt, ist allerdings noch offen.
Es habe vom ORF gegenüber der Stadt noch keine Signale gegeben, dass die Entscheidung auch später fallen könnte, betonte ein Sprecher der zuständigen Wiener Stadtentwicklungsgesellschaft (WSE) auf APA-Anfrage. Es sei aber auch noch genügend Zeit, darüber nachzudenken, ob das Angebot später auch noch gelte, hieß es. Wie hoch der Rabatt bei einer baldigen Entscheidung ausfällt, darüber hüllt sich die Stadt in Schweigen. Fix ist nur: Das Angebot an den ORF, in den Stadtteil St. Marx zu übersiedeln, ist nicht unbefristet: Die Option läuft Ende des Jahres aus.
Der Termin 12. Juli war bei der jüngsten Stiftungsratssitzung auf das Tapet gekommen. Angesichts der Fülle an Tagesordnungspunkten bei der nächsten Stiftungsratssitzung am 28. Juni und der knappen Zeit zwischen der Vorlage der neuen Berechnungen und dem Tag der Entscheidung hatte das Gremium einen "Vorratstermin" für einen eventuellen Sonderstiftungsrat fixiert.
Standortvarianten
Die Unterlagen, die Wrabetz am Donnerstag verschicken muss, sollen detaillierte Berechnungen für alle drei Standortvarianten enthalten - auch für die aktuelle Mehrstandort-Option, die Wrabetz eigentlich schon ad acta gelegt hatte. Ende März hatte Wrabetz bereits Berechnungen verschickt, darin aber keine Empfehlung für oder gegen St. Marx abgegeben. ORF-Kenner gehen davon aus, dass er dabei bleiben und sich vorerst noch nicht endgültig auf eine Variante festlegen könnte.
Die Unterlagen von Ende März hatten auf den ersten Blick eher gegen einen Neubau des ORF-Zentrums in Wien-Landstraße gesprochen. Der Neubau - allerdings inklusive der laufenden Betriebskosten - wurde dort auf 35 Jahre mit 1,49 Milliarden Euro berechnet, die Kosten für Sanierung und einen konsolidierten Betrieb auf dem Küniglberg wären im gleichen Zeitraum mit 1,37 Milliarden Euro um 120 Millionen Euro günstiger. Die derzeitige Drei-Standort-Variante würde auf 35 Jahre gerechnet sogar nur etwa 1,24 Milliarden Euro kosten.
Gegenüber den Berechnungen von Ende März will Wrabetz in den neuen Unterlagen Kosteneinsparungen durch Synergien und ein neues Setting in St. Marx berücksichtigen. Einen großen Kosten-Sparpunkt könnte dabei etwa eine Kooperation mit der Stadt Wien ausmachen, die in die Rinderhallen St. Marx Fernsehstudios bauen und diese dem ORF und anderen in St. Marx vertretenen TV-Betreibern untervermieten will. (APA, 22.5.2012)
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Und wer übernimmt die Verantwortung, wenn sich diese Synergien nicht einstellen?
Wrabetz? Stifungsräte? ...
Bei drei Varianten hat man die billigste Variante zu wählen.
Rechnet man nun eine Variante günstiger, um zu einem für eine Partei vorteilhaften Ergebnis zu kommen, dann kann ich diesen Zahlen nicht glauben.
Es gibt keine Garantie für diese Synergien!
Und möglicherweise gibt es auch noch bei den übrigen Varianten Einsparungs- und Synergieeffekte, wenn man danach suchen wollte.
PS: Vielleicht könnte man den Rechnungshof vorher prüfen lassen.
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