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Unter dem Titel "Hinter den Kulissen der Vielfalt" konnten wir unlängst in einem Journal Panorma auf Ö1 erfahren, dass sich zunehmend mehr Organisationen und Unternehmen mit "Diversity Management" schmücken.
Diversity Management rückt Dimensionen wie Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit/Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung und Behinderung gezielt ins Zentrum der Aufmerksamkeit und versucht Strukturen zu bilden, die eine pro-aktive Verarbeitung dieser Vielfalt ermöglichen.
Die Vielfalt managen als Herausforderung
In dem Ö1-Beitrag kommt auch das Rote Kreuz zu Wort, welches zugibt, dass es nach wie vor Aufholbedarf in Sachen Respekt und Wertschätzung von und vor Vielfalt hat. Bereits 2007 wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Rund 50 Maßnahmen, berichtet der stellvertretende Gerschäftsführer, Werner Kerschbaum, wurden entwickelt. Experten rieten dazu, die interne Vielfalt zu durchleuchten. Der Manager betonte, er habe einen grundsätzlich sehr positiven Zugang zu Vielfalt, wenngleich diese oft auch eine Herausforderung darstelle. Vielfalt zu managen habe eben mit "Talentmanagement" zu tun, unabhängig von der Organisationsform. Diversity gehe grundsätzlich also alle an.
Tabugruppen bestehen weiter
Tatsächlich scheint es beim Roten Kreuz noch enormen Aufholbedarf in Sachen Wertschätzung zu geben. Auch im Jahr 2012 liest man auf der Website immer noch, wer und warum vom Blutspenden ausgenommen ist. Nach einem einmaligen HIV-Risiko-Verhalten kommen BlutspenderInnen noch glimpflich davon: nach dem Ereignis dann vier Monate Sperre. Bei Suchtgiftmissbrauch gibt sich das Rote Kreuz strikt: permanenter Ausschluss. Bestimmte Gruppen gehen einfach nicht. Ist ja auch in Ordnung.
Aber dann kommen wir zu "homosexuellen" Männern: "Männer, die Sex mit Männern hatten, werden von der Blutspende aufgrund eines signifikant höheren HIV-Infektionsrisikos ausgeschlossen. Grund dieses Ausschlusses ist das verbleibende Restrisiko bei der Diagnostik, das trotz modernster PCR-Testung nicht ausgeschlossen werden kann. Somit werden selbst homosexuelle Männer, die geschützten Verkehr praktizieren, von der Blutspende ausgeschlossen, weil das Kondom keinen 100-prozentigen Schutz vor Ansteckung bietet," (siehe auch www.roteskreuz.at).
Veränderungen der HIV-Risikogruppen
Eine kleine Lektion in Sachen Diversity an dieser Stelle: Männer, die Sex mit Männern haben, sind nicht gleich homosexuell. Nachdem es keinerlei statistisches Material zum Anteil von Homosexuellen an der Bevölkerung gibt bleibt die Behauptung, dass sie signifikant höher von HIV betroffen sind, bloß eine Behauptung. Und: Warum werden dann nicht einfach alle Menschen, die geschützten Verkehr praktizieren von der Blutspende ausgenommen, wenn das Kondom eh keinen 100-prozentigen Schutz bietet? Seit den 80er Jahren haben sich die HIV-Risikogruppen deutlich geändert, Informationen stellen die lokalen Aids-Hilfen sicher gern zur Verfügung.
Wirkliche Demütigung
Irgendwie kann es gar nicht anders sein, als dass die verantwortlichen Damen und Herren einfach nicht wissen, wie demütigend diese Formulierung tatsächlich ist. Wie sehr Sprache verletzen kann.
Diese pseudowissenschaftliche Herabwürdigung einer ganzen Bevölkerungsgruppe, die an sich schon kein besonders hohes Ansehen genießt, ist unerträglich. Die Überreichung eines "Einfaltspinsels" für ihr Bild von Vielfalt hätte sich das Rote Kreuz mit dieser seit Jahren bestehenden unerhörten Diskriminierung alle mal verdient. (Norbert Pauser, derStandard.at, 22.5.2012)
Autor
Norbert Pauser ist Bildungswissenschafter und als Autor, Berater und Trainer im Bereich Diversity & Inclusion tätig.
Sollte der Verfasser dieses Artikels dann wegen einer versuchten Blutspende eine Erkrankung erleiden, wird er sich auch "politisch korrekt" darüber froh sein, daß er ein gelungener Beispielfall für Diversity Management ist.
Schließlich ist dann ja alles politisch korrekt gelaufen, auch seine Ansteckung.
Sehe nur ich da einen Widerspruch in der Argumentation?
"Nachdem es keinerlei statistisches Material zum Anteil von Homosexuellen an der Bevölkerung gibt bleibt die Behauptung, dass sie signifikant höher von HIV betroffen sind, bloß eine Behauptung."
gegen
"Seit den 80er Jahren haben sich die HIV-Risikogruppen deutlich geändert, Informationen stellen die lokalen Aids-Hilfen sicher gern zur Verfügung."
Wie so oft, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wenn es der Eigenen Meinung dienlich ist "Informationen" genügen, während vom Gegenüber "Statistiken" verlangt werden.
Hat schon mal wer nachgedacht, warum es solche Statistiken anscheinend nicht gibt, warum manchen Fragen nachzugehen illegetim ist?
Blutkonserven mit geringfügig geringerem HIV-Risiko VS. potenziell gekränkte Homosexuelle, die ja sooo gerne freiwillig Blutspenden würden und nicht dürfen.
Hmmmmmm, mal üüüberleeegen......
Pfffui! Echt schwer....
Man will ja schließlich niemandem den Wahnsinnsspaß wegnehmen, eine Nadel in den Arm gesteckt und ein Seiterl Blut abgezapft zu bekommen. Und schließlich gehts ja nur um das Risiko, HIV verpasst zu bekommen, weil man eine komplizierte Geburt hat und eine Blutkonserve braucht.
<zynismus aus>
Sagen Sie mal, Herr Pauser: Ist das Ihr Ernst?
Ich empfehle dringend eine Neukalibierung des Wertesystems!
Und ganz ehrlich: Was den Unterhaltungswert betrifft ist Blutspenden recht überschaubar...
Mir tut es weh, dass ich wir Schwule kein Blut spenden dürfen.
Ich finde es empörend. Auch wenn ich selber wegen meiner erblichen Kugelzellanämie sowieso ausgeschlossen bin.
Auch mein Vater fühlt sich beleidigt, wenn er beim Blutspenden gefragt wird, ob er homosexuell ist, obwohl er hetero ist.
Ich habe noch nie mit einem Mann Sex gehabt, der sich nicht unbedingt schützen wollte. Dafür kenne ich viel mehr Heterosexuelle, die mit Fremden immer wieder ungeschützten Sex haben.
'
Hier scheint ein Pseudointellektueller seinen gehörigen Frust (über das Rote Kreuz?) losgelassen zu haben.
Wurde er vielleicht beim Blutspenden abgewiesen und hat diese Tatsache nicht verkraftet? Nicht, dass es beim Roten Kreuz nichts zu kritisieren gäbe, aber diese Ergüsse ohne konkreten Hintergrund scheinen nicht sehr seriös und schon gar nicht von der Absicht getrieben, Dinge zu verbessern.
Zu einer sicheren Blutspende gehört zweierlei:
1. PCR-Test, das Genaueste, was es gibt, aber diagnostisches Fenster von ca. zwei Wochen nach frischer Ansteckung.
2. Gesunde BlutspenderInnen Dafür gibt es vor jeder Blutspende einen zermürbenden Bogen mit 31 Fragen, eine davon betrifft MSM.
In vielen Ländern wird es wie bei uns gehandhabt:
http://www.baek.de/downloads... _final.pdf
Es geht nicht darum, wie viele Leute mit Heteroesex HIV kriegen. Es geht darum, dass in der Gruppe der MSM das Risiko um ein Vielfaches höher ist.
Bei der Aidshilfe kostet der PCR-Test 79 Euro. Darf man sagen, dass es Leute gibt, die ihren HIV-Status beim Blutspenden kostenlos überprüfen lassen? Oder ist das auch demütigend?
Hier in Österreich und heute leider auch fast überall gibt es noch viel nachzuholen, was Aufklärung betrifft.
http://sciencev1.orf.at/science/news/112837
haben 50% der LGBT-Jugendlichen Selbstmord berücksichtigt. 25% der lesbischen Mädchen haben dort mindestens einen Selbstmordversuch hinter sich. 5 mal häufiger als heterosexuelle gleichaltrige Mädchen.
Wie schaut es in der restlichen Welt aus?
Ist das für Sie kein Grund zum "Missionieren"?
Wäre ich heterosexuell, wäre es mir peinlich, dass praktisch nur LGBT gegen das Problem kämpfen.
Aber die Geschichte wird ja von den Siegern geschrieben.
Wäre es nicht so, wäre heute Homophobie (Homophobie ist v.a. auf Heteronormativität zurückzuführen) viel verpönter als z.B. Antisemitismus Warum? Weil die Opfer viel mehr waren/sind.
Ich kenne z.B. niemanden, die/der von der eigenen Familie ausgeschlossen wurde, weil sie/er JüdIn ist.
Weil ich den Begriff "Heteronormativität" verwende?
Das Café Rosa und ich sind zum Glück nicht die einzigen, die dieses Wort kennen und gebrauchen. https://www.google.at/search?su... 41&bih=606
Warum? Sehr viele Menschen sind nämlich schon drauf gekommen, dass es lebenswichtig ist, dass man versteht, wie schlimm die Konsequenzen der Heteronormativität sind.
Ich finde traurig und gefährlich, dass durch das Café dieser notwendige Begriff ins Lächerliche gezogen wird.
Ich versichere Ihnen, dass so etwas nicht unser Ziel ist: http://www.loveisallyouneedthemovie.com/
Das wäre ja sogar noch gestörter und gefährlicher!
Was hat das Diversity-Management mit Blutspenden zu tun? - Die Verschiedenheit akzeptieren, das müssen mir zuerst einmal Menschen erklären, die jedem umhängen möchten, wie sie zu denken haben, dass sie nur ja nicht anders sind. So verstehe ich das.
Es lebe die Vielfalt! - Beim Roten Kreuz gibt es offenbar noch Aufholungsbedarf mit der Schwulenprobaganda.
Diversity Management meint den effizienten, nicht diskriminatorischen Einsatz angehöriger gesellschaftlicher Minderheiten in Unternehmen und Organisationen und bildet einen Teilbereich der Organisationstheorie, bzw. der Personalwirtschaft. Da es sich hier nicht um Mitarbeiter, sondern um Kunden (bzw. freiwillige Spender) handelt, ist das Diversity Management hier offensichtlich der falsche Ansatz. Man begegnet ja auch nicht der Diskriminierung durch Türsteher in der Disko mit dem Arbeitnehmerschutz.
P.S. & Off Topic: Jeder Maßnahme zur Förderung von Minderheiten geht eine Diskriminierungsmaßnahme, im Sinne der Unterscheidung eines Elements x aus der gegebenen Grundgesamtheit, voraus.
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