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Nach zwei Tagen an der Börse sieht die Bilanz für Facebook ernüchternd aus: Die Aktie brach am Montag in New York um 11 Prozent auf 34 Dollar (26,7 Euro) ein. Sie notiert damit vier Dollar unter dem Ausgabekurs. Der Gesamtwert des Sozialen Netzwerks schmolz von anfangs 104 Mrd. auf rund 93 Mrd. Dollar zusammen. Nachbörslich ging es weiter runter.
Wichtigster Anteilseigner und damit einer der größten Leidtragenden des Kursverfalls ist Gründer Mark Zuckerberg. Ein Dollar mehr oder weniger beim Aktienpreis macht eine halbe Milliarde an seinem Vermögen aus. Zuletzt waren seine Anteile noch gut 17 Mrd. Dollar wert - zwei Milliarden weniger als am Freitag. Der Verfall der Facebook-Aktie muss für Zuckerberg umso bitterer gewesen sein, als die US-Börsen insgesamt deutlich nach oben gingen.
Kritik
Schon geht die Suche nach Schuldigen los. "Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt", sagte dem "Wall Street Journal" Analyst Michael Pachter, der schon Zuckerbergs legeres Auftreten vor Investoren in Kapuzenpulli und Jeans kritisiert hatte. Man hätte nur die Hälfte der Aktien auf den Markt bringen sollen. Nach Recherchen der Zeitung könnten den Ausverkauf zudem beschleunigt haben, dass Käufer bei der Platzierung deutlich mehr Aktien bekommen hätten als geordert.
Die Talfahrt hatte am Montag direkt zum Start des Börsenhandels begonnen. Zwischenzeitlich lag das Minus sogar bei annähernd 14 Prozent. "Bisher entwickelt sich die Facebook-Neuemission äußert enttäuschend und wird für manch einen regelrecht zum Alptraum", kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. "Insgeheim hatten ja doch viele gehofft, dass sich diese Firma zu einer neuen Apple oder Google entwickeln könnte."
Am Freitag hatte das Papier noch denkbar knapp um 23 Cent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar geschlossen. Die am Börsengang beteiligten Banken hatten mehrfach mit eigenen Käufen den Kurs stützen müssen. Am Montag ließen sie los.
Überbewertet?
Mit dem Kursverlust können sich nun all jene bestätigt fühlen, die Facebook für total überbewertet halten. Zwar besitzt das Netzwerk gut 900 Millionen Mitglieder, doch die Geschäftszahlen fallen bisher eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Mrd. Dollar Umsatz und 1 Milliarde Dollar Gewinn. Die Haupt-Einnahmequelle ist Werbung.
Bereits im Vorfeld des Börsengangs waren die kritischen Stimmen immer lauter geworden. So wurde bekannt, dass der Autoriese General Motors seine Anzeigenkampagne auf Facebook stoppt, weil die Kunden schlicht nicht erreicht würden. Überdies muss Facebook eine Lösung für das Problem finden, das immer mehr Nutzer per Smartphone mit ihren Facebook-Freunden kommunizieren - ein Handy-Bildschirm bietet aber viel weniger Platz für Werbung.
Facebook und die Alteigentümer hatten Ende vergangener Woche 421 Millionen Aktien verkauft und damit 16 Mrd. Dollar eingenommen - es war der größte Internet-Börsengang aller Zeiten und einer der größten überhaupt. Die schwächer als gedacht ausgefallene Nachfrage nach den Facebook-Aktien zieht auch andere Internetaktien mit runter. (APA, 22.05.12)
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hab auf FB noch nie eine Werbung angeklickt, noch nie ein Spiel gespiel ect.
Nutze zu 98% die Android App welche ohne direkte Werbung auskommt ^^
Unternehmen "like" ich auch nicht ... da ansonsten täglich mehrere Werbesprüche daher kommen ...
Tja ... auch nach FB wird es noch Soziale Netzwerke geben! Meine wandern schön langsam Richtung G+ wegen der Hangouts, des Drive und anderen GApps ...
Mal ehrlich, biss auf ein paar professionelle legalisierte gewerbsmäßige Betrüger (aka Investmentbanker) hat doch jeder - insbesondere jeder, der was von der IT_Welt statt nur von legalisiertem gewerbsmäßigem Betrug versteht - vorhergesehen, dass die 38 Dollar zu hoch gegriffen sind.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass der IPO-Crash bös genug ausfällt, dass vielleicht auch mal die USA auf die Idee kommen, den legalisierten gewerbsmäßigen Betrug ein wenig besser zu reglementieren.
als bekennender facebook-verweigerer will ich sie doch mal fragen welchen preis sie der aktie gegeben hätten. sie dürfen es ja als IT_Welt-kenner und durchschauer des "legalisierten gewerbemäßigen betruges" gut auskennen. also, welcher wert ist angemessen für facebook? mehr als volkswagen? weniger? oder was ist der echte wert von apple? mehr als volkswagen und siemens gemeinsam? weniger?
http://www.reuters.com/article/2... D420120516
Facebook-Werbung ist so voll von betrügerisch anmutendem Müll (der großteils einfach nur von blutigen Amateuren gemacht sein dürfte), dass GM sicher nicht der einzige Aussteiger bleiben wird - weil gute Werbung im Müll untergeht.
Abgesehen von (sichtlich nicht funktionierender) Werbung und (nach EU-Recht wohl illegaler ) Datenverwertung hat Facebook nur heiße Luft als Geschäftsmodell.
Vielleicht kauf Zynga Zuckerbergs Laden ja auf, wenn die Aktien endlich auf einen realistischen Wert gefallen sind - allein, dass es jeder nutzt allein macht Facebook nicht real wertvoller als, sagen wir, BitTorrrent. Dazu bräucht es noch ein funktionierendes Geschäftsmodell.
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