Austria verabschiedet Vastic und wünscht sich Foda

21. Mai 2012, 23:02
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Neuer Trainer muss sich zum offensivem Fußball bekennen - Auch ohne internationales Geschäft keine Budget-Kürzungen - Klein und Liendl gehen

Wien - Am Montag tagten die Gremien der Wiener Austria. Zur Sprache in Verwaltungs- und Aufsichtsrat kamen die Konsequenzen aus einer enttäuschenden Saison, die mit Platz vier in der Meisterschaft und dem Verpassen der Qualifikation für den Europacup ihren negativen Höhepunkt gefunden hatte. Wie erwartet wurde beschlossen, den Vertrag von Trainer Ivica Vastic nicht zu verlängern. Dieser hatte erst am 9. Jänner die Nachfolge von Karl Daxbacher angetreten, seine Bilanz nach 17 Meisterschaftsspielen: sieben Siege, fünf Remis und fünf Niederlagen.

Die Vorstände Markus Kraetschmer (Wirtschaft) und Thomas Parits (Sport) gaben auf einer Pressekonferenz bekannt, mit mehreren Nachfolgekandidaten Gespräche zu führen. Bestätigt wurde, dass es mit dem bei Sturm Graz freigestellten Franco Foda bereits am Samstag Kontakt aufgenommen wurde. Zwei Stunden habe man mit dem Deutschen konferiert, der als "Wunschtrainer" bezeichnet wurde.

Bekenntnis zur Offensive

Eine Entscheidung Fodas, dem auch ein Angebot von Kaiserslautern vorliegt, werde für die nächsten Tage erwartet. Partis: "Er hat sich Bedenkzeit erbeten." Kein Problem, die Austria sei nicht unter Druck und könne sich Zeit lassen. Sollte sich Foda doch nicht für den Verteilerkreis erwärmen können, habe man Alternativen im Köcher. Foda bestätigte in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" auf Servus TV, in der auch Vastic zu Gast war, die Kontakte mit der Austria und dem 1. FCK, der ihn schon vor drei Jahren einmal verpflichten wollte. Beide Optionen bezeichnete er als "interessant".

Kraetschmer betonte, man brauche jetzt einen erfahrenen Trainer und zeigte sich überrascht, wie gut informiert sich Foda bereits über die Austria gezeigt habe. Parits: "Wir haben viel Grundsätzliches besprochen und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden." In jedem Fall müsse sich der neue Coach zur Klub-Philosophie bekennen, die einem Offensivstil verpflichtet sei.

Aus Fehlern lernen

Die Entscheidung gegen Vastic hatte nicht nur sportliche Gründe, auch seine Außendarstellung in den Medien soll die Position des 42-Jährigen nicht verbessert haben. Kraetschmer betonte zwar, dass für das schlechte Abschneiden nicht der Trainer alleine verantwortlich sei, Vastic müsse allerdings noch einiges dazulernen. "Die Ansprüche bei der Austria sind andere." Den Schluss, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht zielführend sei, hätten nach einem längeren Gespräch beide Seiten geteilt.

"Fehler machen wir immer wieder, wichtig ist jetzt daraus zu lernen", meinte Kraetschmer. Und Parits fügte hinzu: "Wir hätten genug Qualität gehabt, um unsere Ziele zu erreichen, aber alle haben nicht jene Leistung gebracht, die erforderlich war."

Vastic betonte bei Servus TV: "Ich bin nicht frustiert." Nicht alles sei schlecht gewesen, trotz viel Pech hätte man bis zum letzten Spiel gegen Sturm alles in der eigenen Hand gehabt. "Es waren einige gute Spiele dabei. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne des Vereins gearbeitet. Es war für mich eine schöne Lektion."

Hohe Ziele ohne Klein und Liendl

Im Budget für die kommende Saison werden zwar Umschichtungen vorgenommen, die Gesamtsumme soll sich allerdings nicht ändern. Die Mittel für die Profimannschaft wurden gar um zehn Prozent erhöht.

Da Österreich 2013/14 zwei Plätze in der Qualifikation zur Champions League beschicken kann, gab Parits für die nächste Spielzeit ein klipp und klares Ziel aus: "Wir wollen Rang eins oder zwei." Den dafür geeigneten Kader will man in Absprache mit dem neuen Mann auf der Bank zusammenstellen.

Schon sicher ist aber, dass mit Florian Klein und Michael Liendl zwei Spieler ab Sommer nicht mehr im Dress der Austria zu sehen sein werden. Beiden sollen Angebote aus Deutschland haben, Liendl habe einen Entwurf für einen Zweijahresvertrag mit Option abgelehnt.  (rob, 21.5 2012)

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    Thomas Parits (rechts) und Markus Kraetschmer wünschen sich Franco Foda.

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