Fiskalpakt: Prammer plädiert für Abwarten

Nina Weißensteiner, 21. Mai 2012, 18:17

Nationalratspräsidentin rechnet nicht mit Beschluss vor Sommer: "Macht keinen Sinn"

Wien - Parlamentspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) rechnet nicht damit, dass der Fiskalpakt, der die EU-Staaten zum Sparen und Abbauen von Schulden zwingen soll, noch vor dem Sommer vom Nationalrat abgesegnet wird. Es sei noch kein Termin anberaumt, damit sich der dafür zuständige Verfassungsausschuss mit der Materie beschäftigt, erklärt Prammer. Und die Nationalratspräsidentin plädiert außerdem dafür, nun "die Entscheidungen auf europäischer Ebene abzuwarten".

Hintergrund: Frankreichs neuer Präsident François Hollande stellt den Pakt offen infrage - und auch in Deutschland gilt die nötige Zweidrittelmehrheit dafür als gefährdet. Prammer zum Standard: Vorher mache es für Österreich "keinen Sinn", den Fiskalpakt zu ratifizieren.

Die mögliche Verschiebung des Beschlusses birgt Brisanz: Denn während die ÖVP am Fiskalpakt eisern festhält, mehren sich in der SPÖ zusehends die Stimmen dagegen. Am Montag mobilisierte die SPÖ Oberösterreich erneut gegen den Pakt. Dieser sorge für zu wenig Wachstum und Beschäftigung, habe neoliberale Züge, monierte deren Chef Josef Ackerl - und die Regierung solle mit Frankreich Überzeugungsarbeit in Richtung Deutschland leisten. Österreich habe keine Eile mit der Beschlussfassung.

Fatales Signal

Auch die Grünen protestieren gegen den Fiskalpakt, der auf Hollandes Intervention jetzt durch ein Wachstumspaket beim EU-Gipfel am 28. und 29. Juni in Brüssel ergänzt werden soll. Doch für Österreichs Ratifikation ist - anders als in Deutschland - keine Zweidrittelmehrheit nötig.

Stellvertretend für die ÖVP redeten am Montag Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, und dessen Generalsekretär Christoph Neumayr dem Fiskalpakt das Wort. "Das Aufschnüren wäre ein fatales Signal", warnten sie - und betonten: Haushaltsdisziplin und Wachstum wären keine Gegensätze. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 22.5.2012)

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Sehr praktisch:

Das gibt der Jugend die notwendige Zeit, von den unbezahlten zu den bezahlten Praktika zu promovieren, bevor sie den ganzen aktuellen Wahnsinn irgendwann stemmen wird müssen.

Typisch Österreich

Erst lauthals dabei, Faymann, konnte gar nicht früh genug vom Gipfelerfolg in die Pressekonferenz, bei der er den Fiskalpakt vorstellte.

Ja und dann... Nichts.

Ist übrigens mit der NATO auch so. Faymann ist stolz Obama mitteilen zu können dass Österreich am Ausbau der Partnerschaft sehr interessiert ist.

Und was wird dann sein... Nichts

Und ich prophezeie noch folgere Entwicklung: Faymann fährt zu Hollande, beste Stimmung, und ist dann für Eurobonds.

Zu Hause, noch Krone-Schelte und Erinnerung an Volksabstimmung Nichts!

Was für eine Würschtl.

Aber mein Titel ist absichtlich: Typisch Österreich und nicht typisch Faymann. Denn Faymann ist der klassische Österreicher schlechthin. Überall dabei aber Konsequenzen, Verantwortung, NO

Faymann ist für Eurobonds! Kam gerade über die Agenturen.
Hätte mir nie gedacht, dass ich einmal froh sein werde über seinen Brief an die Krone.

Ja wenn die Industriellenvereinigung so stark dafür ist dann wissen wir ja unter wessen Geist der Fiskalpakt steht.

Prammer ein einziger Jammer !

Warum genau müssen wir eigentlich diesen Fiskalpakt beschliessen? Wer zwingt uns dazu, uns selbst Fesseln anzulegen?

Stellen Sie sich das Drama vor...

wenn der Faymann in gebrochenen Englisch dem Europäischen Rat mitteilen müsste, das Österreich da nicht mit macht...

Der dürfte niemehr wieder kommen...

Na aber die uckermärkische Pastorentochter hat doch gesagt ...

Wenn man sich nur ein bisschen mit dieser Materie beschäftigt, kommt man zum Schluss, dass da nichts aufzuschieben ist, sondern dass der Fiskalpakt schlichtweg abzulehnen ist.

Der Fiskalpakt:
- widerspricht EU-Recht
- ist undemokratisch
- betoniert die Länder für eine Zukunft ein, die man nicht voraussehen kann

Abwarten - DAS kann die Frau Prammer ja bestens !

Merkel hat vermutlich noch keine Anweisungen durchgegeben.

Darauf wartet auch die Regierung - also hängt Prammer in beiderlei Hinsicht "in der Luft".

Wo doch Faymann eben aus allen Zeitungen wie ein Honigkuchenpferd neben Obama grinst !

demokratiepolitisch äußerst bedenklich und verfassungswidrig!!!!

besser das volk hat keine ahnung, welche folgen dieser "kaswisch" für österreich hat! da gehts um die aufgabe jeder selbstbestimmung, da die budgethoheit zukünftig in die hände der eu-kommission überschrieben wird!!! man stelle sich vor: nationale budgets müssen von der eu genehmigt werden! steuererleichterung für kleinst verdiener? nix da. erhöhung der zb.mwst: am besten gestern! soschautsaus!

Volksabstimmung jetzt!

interessant ist auch das auch Parteien die normalerweise immer nach direkter Demokratie schreien beim Thema Fiskalpakt ganz schön still sind.

Leute wie Veit Sorger sind der Grund, warum Faymann sich noch im Kot windet, obwohl ihm aus der eigenen Partei schon jede Menge an Hölzln geworfen wird, um sich im Sinne des gesamteuropäischen Trends zu positionieren.

Bisher hat Faymann noch nie eine eigene Entscheidung getroffen, er bewegt sich hilflos und uninteressiert zwischen Ostermayer und Meinungsumfragen.

Es ist wirklich zu hoffen, dass Merkel endlich verabschiedet wird und Hollande und Schulze sich den kleinen Werner mal zur Brust nehmen.

Ich habe keine Lust, wegen eines rückgratlosen Opportunisten in einem reaktionären, von der rechtsextremen ÖVP und der rechtsradikalen FPÖ dominierten Land zu leben, während sich in Europa sinnvolle Veränderungen abzeichnen und ereignen - nur weil ein kleiner, feiger Wurm Angst vor ein paar schwarzen StaatsfeindInnen hat.

Für Ackerl ist wahrscheinlich alles "neoliberal", was nicht steinzeitkommunistisch ist. ;-)

Gregor Gysi zu diesem Thema im dt. Bundestag...

... ich hab den Link zwar schon mal an anderer Stelle gepostet, aber aus aktuellem Anlass hier nochmals...

Man muß kein Freund von Gysi sein, aber diese Rede ist aller Achtung wert...

http://www.youtube.com/watch?v=iuRvp0ctvek

Man sieht wieder was Versprechen von Regierungsmitgliedern und Ankündigungen in der größten Tageszeitungen wert sind. Zukünftig wird das Volk bei wesentlichen Eingriffen entscheiden hatte Kanzler Werner Faymann versprochen.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen... ublik.html

ich habe auch einen Link für Sie...

http://www.spoe.at/bilder/d2... 0x3052.jpg

Ein wirklich schönes Bild unseres Kanzler. Doch statt permanenter Ankündigungen wäre es an der Zeit zu Umsetzungen zu kommen. Verwaltungs-, Spitals- und Pensionsreform sind nach wie vor Baustellen.

Fiskalpakt und 2/3-Mehrheit

selbstverständlich wäre der Fiskalpakt mit seinen schweren Eingriffen in das nationale Haushaltsrecht Verfassungsmaterie. Nur schert sich halt bei uns im Gegensatz zu Deutschland niemand darum. Ein Gefälligkeitsgutachten des Verfassungdienstes im BKA reicht da zur Beruhigung. Das Absurde an der Situation: Faymann hat per Kronebrief Volksabstimmungen im Falle von weitreichenden EU-Vertragsänderungen versprochen. An dieses Versprechen fühlt er sich jetzt nicht gebunden, weil die EU-Regierungschefs den Fiskalpakt einfach außerhalb des EU-Rechts paktiert haben, die EU-Institutionen werden aber mit der Überwachung beauftragt. Sehr praktisch, aber völlig ohne demokratische Legitimation.

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