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Dass es Al-Kaida war, ist bei einem Großattentat im Jemen wie jenem am Montag naheliegend: Tatsächlich ist in den vergangenen Wochen der Kampf zwischen den mit Al-Kaida affiliierten Extremisten, die teilweise ja sogar Territorium kontrollieren, und der Armee, die die Kontrolle wiedererlangen will, eskaliert. Das alles übrigens konzentriert in einem Gebiet, dem Süden, in dem es auch noch einen sezessionistischen Aufstand gibt.
Bei der Parade, die da geprobt wurde, hätte Interimspräsident Abd Rabbo Mansur al-Hadi sprechen sollen, der seinerseits um Kontrolle ringt, zum Beispiel über eben jene Armee. Noch immer sind Schlüsselpositionen im Sicherheitsapparat in den Händen von Familienmitgliedern des ehemaligen Langzeitpräsidenten Ali Abdullah Saleh, der die Macht nur nominell abgegeben hat. Die Armee ist zerrissen zwischen alter und neuer Loyalität.
Dazu kommt der Zaiditen-Aufstand im Norden, in den auch noch saudisch-iranische Interessen hineinspielen - und der ebenfalls ein alter Streitpunkt innerhalb der Armee ist, nämlich als Frage, wie man damit umgeht. Alle hier genannten Konflikte haben in der jemenitischen Stammesgesellschaft auch starke tribale Aspekte. Stämme werden umso stärker, je schwächer der Staat ist.
Und das ist eine Kurzbeschreibung des Landes, das US-Präsident Barack Obama am Wochenende als "Modell" für Syrien genannt hat. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 22.5.2012)
Warum wir nicht "Muslimas" schreiben? Es heißt "Musliminnen" und "Muslimin"
In absehbarer Zeit wird niemand mehr Kontrolle über das gesamte Land ausüben können
Die USA und Russland reaktivieren ihren Minimalkonsens zum Syrien-Konflikt
Dass die letzte israelische Aktion als "Angriff auf Syrien" wahrgenommen wird, zeigt allein die Reaktion der Arabischen Liga
Seit Wochen kursieren Gerüchte über einen Rücktritt des UN-Sondergesandten Brahimi
Die wichtigste Information der heimatlichen Kommentatoren für ihre Leser scheint die Klärung der Schuldfrage - belehrend, oberg'scheid, schulmeisterlich wird erklärt, was der Leser nicht sieht und nicht erkennt - dafür kauft er eine Zeitung.
Eine typische Harrer-Analyse, weil gemäß Obama die friedlichen Massenproteste die Abdankung Salehs erzwangen, und nicht die Selbstmordattentate der Al Quaida, denen Harrer anscheinend deshalb soviel Gewicht beimisst, um Obama zu diskreditieren.
Erstaunlich auch, dass sie bei ihrer Darstellung der Fragmentierung Jemens den Nord-Süd-Konflikt völlig ahistorisch darstellt, als wenn der "sezessionistische Aufstand" aus dem Nichts kommt.
Dekontextualisieren, wenn es passt, nicht wahr.
und das alles ein Mann mit einem Sprengstoffgürtel am Körper? Wieviele Menschen können theoretisch um einen Mann herumstehen und direkt der Explosion ausgesetzt sein? Sicher nicht 100. Jeder, der getroffen wird, schützt gleichsam mit seinem Körper andere.Und wieviel Sprengstoff kann ein Mensch an seinem Körper tragen? Es gibt leider genügend Verbrechen dieser Art, um sagen zu können, dass entweder die Opferzahlen nicht stimmen oder dass der Anschlag auf eine andere Weise durchgeführt wurde.
Stimmt. In Jemen schlachtet nicht nur die Armee das eigene Volk ab und nennt die Ermordeten "Al-Kaida-Terroristen", sondern die USA beteiligen sich an diesem Massenschlachten auch noch mit Killerdrohnen. Aber kein Grund die USA deswegen anzugreifen, immerhin schlachten sie ja nicht das eigne Volk ab, sondern nur andere..
..des bürgerkriegs, aber auch uralte traditionen des ausgleichs zwischen den unterschiedlichen regionen/stämmen; daher kann eine einmischung von außen und das töten von aufständischen mittels killerdrohnen nur komplett in die hosen gehen: da stimme ich ihnen total zu!
ich kann aber zu jemen nicht allzu viel sagen, da ich nie dieses land bereist habe und auch keine bekannten dort habe (dies im gegensatz zu syrien)
erstaunlicher kommentar.
als österreichische journalistin in einem kommentar sowohl das unreflekierte bild von "freiheitskämpfen" als auch herrn obama zu kritisieren, bedarf einiges an mut.
ist das ein "medialer frühling"? ein erstes ausscheren aus dem gleichschritt? was immer es ist, ich finde es begrüssenswert.
alles was ich will. und das seit vielen jahren. das ist eben der unterschied zwischen realität und berichterstattung. für seine meinung geht in der ukraine niemand ins gefängnis. das kann nur dann passieren, wenn man gewissen geschäftsideen irgendwie im wege steht oder wenn man sein geschäft nicht teilt, wenn man ein zu erfolgreicher konkurrent ist usw.
also wegen finanzieller auseinandersetzungen.
für das, was jemand "sagt", interessiert sich hier genau niemand. so wie in österreich.
also wie in den meisten heutigen Diktaturen. Ist in Kuba das Gleiche.
Einen Unterschied zum bösen Westen halt ich dennoch fest: hier kannst in der Regel auch gegen "Geschäftsinteressen der Mächtigen" aktiv werden ohne dass man dich festsetzt. Und nur wegen dieser theoretischen Möglichkeit ist mir der böse Westen um einiges lieber.
jedes system hat vor und nachteile für das individuum.
wenn Sie hier geschäftliche auseinandersetzungen haben, kann das für Sie im gefängnis enden. aber es kann auch für Sie im gefängnis enden, wenn Sie sich in österreich für den tierschutz einsetzen. das kann Ihnen wiederum in der ukraine kaum passieren :)
Tierschützer sind freigesprochen, Timoschenko sitzt, Janukowitschs Mit-Korruptionisten erfreuen sich ihrer Freiheit samt grosser Geldmengen.
Verstehst den feinen Unterschied? Auch hier kannst in die Fänge von Verrückten geraten, aber der Justiz zuletzt +- halbwegs vertrauen. Systemfrage.
die tierschützer wurden freigesprochen NACHDEM sie monatelang in u-haft sassen und ihre materielle existenz vollständig zerstört war, weil sie erwiesenermassen unschuldig waren.
von dieser erwiesenen unschuld ist frau timoschenko meilenweit entfernt, weil sie erwiesenermassen schuldig ist.
daran können auch tausende geheuchelte lügen der eu politiker nichts ändern.
denn ob frau merkel, herr gauck oder Sie in der ukraine etwas für gerecht oder ungerecht halten ist genau so irrelevant als wenn ukrainische minister deutsche gerichsturteile kritisieren.
Sie haben in der ukraine schlicht und ergreifend nichts zu melden, so wie der janukowitsch clan in deutschlands rechstsprechung nichts zu melden hat.
Dein extrem nationalistischer Standpunkt ist bekannt, interessant wär, wie weit er geht. Wenn in Ruanda ein Stamm den anderen ausrottet, wenn dich der Janukowitsch doch einmal in beschädigtem Zustand in den Dnepr werfen lässt: das geht mich und andere alles nichts an?
Ich hab übrigens nicht das Geringste dagegen, wenn ein Ukrainer, mit Blick auf den Tierschützerprozess, unsere Justiz irgendwie in Frage stellen sollte, werd ihm nie sagen, das ginge ihn nichts an. Anders reagieren nämlich bei uns die "Rechten" - und diesen gleichst du in diesem Punkt.
Ja, erstaunlich. Im ersten Moment wollt ich ja auf den Widerspruch in der Überschrift aufspringen, dann hab ich beim Lesen gemerkt, daß es genau um den Widerspruch geht. Tatsächlich erstaunlich, daß der erkannt wurde.
Der Widerspruch war aber schon vor der Präsidentschaft des Herrn Obama da, genaugenommen schon seit 1925 als die Saud die Haschemiten vertrieben und bei der Absicherung ihres neuen Besitzstandes von den Briten und den USA unterstützt wurden. Und genau die Saudis sind es heute, die radikale Islamisten in aller Welt, von Bosnien, Kosovo bis Syrien und Afghanistan unterstützen. Auch die Gegnerschaft der USA zum Iran kommt aus dem Eck.
Mit dem "Modell" haben daher auch wir unsere Probleme. Die Saudis gehören weg. Basta.
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