Wien wird Modellregion für Elektroautos

21. Mai 2012, 17:52
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Carsharing-Projekt soll an Wiener Verkehrs-Hotspots verwirklicht werden

Wien - "Hotspots", "multimodale Wegeketten" und "on demand" sind die Schlagworte des Vertrages, der Montagvormittag mit dem Klima- und Energiefonds unterzeichnet wurde: Wien ist damit die achte österreichische Modellregion für E-Mobilität. Die Partner - unter anderem Wien Energie, Wiener Linien, Wipark und carsharing.at (Denzel) - wollen mit den Elektroautos in erster Linie das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel ergänzen.

An Verkehrsknotenpunkten (Hotspots) wie Westbahnhof, Park & Ride Siebenhirten, Seestadt Aspern oder Flughafen Wien sollen die Infrastruktur für E-Mobile und Carsharing-Autos (on demand) angeboten werden. Projektziel sind 175 Elektrofahrzeuge. In Entwicklung ist auch eine eigene App, mit der Fahrten geplant und auch gebucht werden können.

Sieben Ladestationen

Bisher wurden für dieses "e-mobility on demand"-Konzept sieben Ladestationen errichtet, weitere 20 bis 30 sind derzeit in Planung. Zum Projektende sollen es dann 440 "Ladepunkte" sein. Eine Vorbedingung des Klima- und Energiefonds ist es, dass in den Modellregionen durch die E-Mobilität kein Potenzial der öffentlichen Verkehrsmittel abgezogen wird - eine weitere ist es, dass die benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen kommt, wie Klimafonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth betont.

Die Wiener planen am "Hotspot Westbahnhof" eine 80-kWp- Fotovoltaikanlage. Deutlich mehr Saft - nämlich rund 18 Megawatt Ökostrom für rund 12.500 Haushalte - soll aus dem Windpark Glinzendorf kommen, an dem die Wien Energie beteiligt ist und der im Herbst dieses Jahres ans Netz geht.

360 Elektrofahrzeuge im Rheintal

Vorreiter bei den elektromobilen Modellregionen war und ist die "Vlotte" Rheintal: Die Vorarlberger starteten bereits 2008 und mauserten sich inzwischen zu Europas größter E-Mobilitätsregion mit insgesamt 360 Elektromobilen auf der Straße.

Die Modellregion "ElectroDrive" Salzburg bietet wiederum Mobilität im Abo an: Die Fahrzeuge können entweder geleast oder gemietet werden. Mit der mitgelieferten Ladekarte kann Ökostrom an den Ladestationen bezogen werden.

Und in der Modellregion Eisenstadt sollen beispielsweise die City-Taxis schrittweise auf Elektromobile umgerüstet werden. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, 22.5.2012)

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