Angebliche Entführung und Warnung vor dubiosen Baufirmen

21. Mai 2012, 17:48
4 Postings

Obwohl der vereinbarte Lohn von 40.000 Euro ausbezahlte worden sei, hätten die Arbeiter weitere 30.000 Euro verlangt

Klagenfurt - Ob die Drohung, dass jemand nie wieder auftauchen wird, wenn nicht das geforderte Geld bezahlt wird, eine Morddrohung ist, muss ein Gericht in Slowenien klären. Dort befinden sich jene Männer in Haft, die vergangenen Freitag in Villach den slowenischen Bauunternehmer Michael H. (32) entführt haben sollen und bei Ljubljana von der Polizei verhaftet wurden.

Nun ist Michael H. wieder in Kärnten, wo er als Baumeister tätig ist. Er wird in Zukunft wohl vorsichtiger bei der Vergabe von Aufträgen sein. Die vier verhafteten Verdächtigen waren für ein Subunternehmen tätig, das in seinem Auftrag Rigipswände in Wien aufgebaut hatte. Obwohl laut H. der vereinbarte Lohn von 40.000 Euro ausbezahlte worden sei, hätten die Arbeiter weitere 30.000 Euro verlangt - und als Druckmittel den Chef mitgenommen. Die Aktion eskalierte, auf heimischer Seite nahm die Cobra Kontakt mit den mutmaßlichen Entführern auf, bei einer fingierten Geldübergabe an der Grenze schlugen schließlich die slowenischen Sicherheitskräfte zu. Verletzt wurde niemand.

Laut Bau-Bundesinnung wurden in den vergangenen Jahren tausende Gewerbeberechtigungen für das "Aufstellen von mobilen Trennwänden" an EU-Bürger aus den neueren Mitgliedsstaaten vergeben. Dahinter steckten oft Schwindelfirmen, warnt Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel. (APA, simo, DER STANDARD, 22.5.2012)

 

Nachlese
Entführter Bauunternehmer in Slowenien befreit
- Freitagnachmittag von Ex-Mitarbeitern in Villach gekidnappt - Ausstehende Löhne gefordert - Polizeiaktionen in Kranj und Ljubljana

Share if you care.