Wirtschaftsflüchtling als Goldgarant

21. Mai 2012, 17:23
  • Jewgeni Malkin scorte wie einst Wayne Gretzky.
    foto: dapd/larsson

    Jewgeni Malkin scorte wie einst Wayne Gretzky.

Pittsburgh-Center Malkin versöhnt Russland mit einer großartigen Eishockey-WM

Helsinki - Weltmeister, Topscorer, wertvollster Spieler: Für Jewgeni Wladimirowitsch Malkin schloss sich am Sonntag in Helsinki mit Russlands 6:2-Finalsieg über die Slowakei, bei dem er den Endstand fixierte, ein Kreis. Als der 25-Jährige Star der Sbornaja die Trophäe stemmte, muss er an den Sommer 2006 gedacht haben. In Finnland, während des Tampere Cups, hatte das Supertalent damals unerlaubt seinem Klub Metallurg Magnitogorsk den Rücken gekehrt und sich, von Dollars verführt, so lange versteckt, bis ihm das Management der Pittsburgh Penguins ein Visum, den Flug in die USA und die Spielgenehmigung für die NHL besorgt hatte.

Bei den Penguins von Superstar Sidney Crosby reifte Malkin zu einem der besten Eishockey-Cracks der Welt. Nach einer grandiosen WM dürften sie dem Center, wenn schon nicht bei Magnitogorsk, aber doch sicher im restlichen Russland den fragwürdigen Wechsel verziehen haben.

"Er ist im Moment der Beste. Er ist nicht zu stoppen", lobte Alexander Owetschkin, ein anderer russischer Superstar, den Kollegen, der auf dem Weg zum 26. Titel elf Treffer erzielte und achtmal assistierte. "Ohne meine Teamkollegen hätte ich niemals meine Leistung gebracht", anwortete Malkin, der als Erster nach Ikone Wayne Gretzky 1982 im selben Jahr sowohl bei der WM als auch in der NHL die meisten Punkte sammelte. Dass die Penguins trotz seiner Kunst schon in der ersten Playoff-Runde scheiterten, eröffnete Malkin nach zweimal Bronze und einmal Silber die goldene Chance auf seinen ersten WM-Titel. Den Triumph hat sich Russland dann mit zehn Siegen en suite redlich verdient.

Malkins Überform erkannten auch die Offensivkräfte Owetschkin und Alexander Semin an, die erst im Viertelfinale zur Mannschaft stießen, sich aber auch dank des Fingerspitzengefühls von Coach Sinetula Biljaletdinow problemlos einfügten.

"Unsere Spieler haben wieder einmal demonstriert, dass sie die Besten der Welt sind", gratulierte Staatspräsident Wladimir Putin. Malkin weiß aber, dass in Wahrheit nur olympisches Gold in zwei Jahren in Sotschi zählt. "Olympia im eigenen Land ist mein großer Traum. Wenn ich in Form bin und eingeladen werde, wird mich nichts von der Teilnahme abhalten", richtete er vorsorglich den Penguins aus. Noch ist nicht entschieden, ob die NHL für Olympia nochmals pausiert. (sid/lü, DER STANDARD - 22.5. 2012)

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14 Postings
Klare Haltung in USA und Kanada

Olympics = interessant und wichtig = Pause vorstellbar VS WM = jährlich = unbedeutend = sicher keine Pause da schlicht uninteressant

Ist auch gut so, ne jährliche WM ist halt... naja.

interessant aber, daß die u20 wm wiederum sehr reges interesse in can und usa entfacht.
die iihf sollte sich einmal eingestehen, daß eine wm jedes jahr einfach uninteressant ist.
als belohung für die gute organisation hat man ja die a wm gleich noch für ein 2. jahr nach schweden und finnland vergeben. schon gespannt, was sie 2013 verlangen für ihre tickets. das zuschauerinteresse im hockeyverrückten schweden und finnland hielt sich ja sehr in grenzen....

die sache mit den olympischen spielen ist kompliziert.

einige starke argument sprechen für eine anpassung der LNH schedule, NBC, KHL/NHL verträge, team canada & putin...;-)

die geschichte der hockey turniere ist vor allem durch die amateurhafte einstellung des IOC & IIHF schwer beschädigt worden - und da sollte man drüber wegkommen, und wird es auch.

"the worlds, oh yeah, sure.."

die IIHF gibt es nicht wirklich, für den sport eine mittlere katastrophe.

was wäre so kompliziert daran, für wm und olympia beim ligapielplan kompromisse einzugehen (guter wille vorausgesetzt)?

nix wäre daran kompliziert.
das eine monat pause (minimum) jedes jahr, dazu mitten in den POs, so irgendwo in runde 2 zwischen spiel 5 und 6, alles kein problem...

die 1300 zuseher im globen im schnitt, die werden es zu schätzen wissen.

aber du kannst ja dem bettman schreiben, der ist eh froh über jeden guten tipp, wie man die NHL endgültig ruinieren kann.

zwei wochen kein hockey, mitten in der saison. nein, ich bin gegen eine unterbrechung ;)

2 wochen reichen nicht: vorbereitung, abreise, wir reden eher von 3,5 bis 4 wochen, wenn das ganze sportlichen wert haben soll

ihr post spielgelt die arroganz dieser liga perfekt wieder, danke. überall ist es durchaus machbar, das entsprechend zu terminisieren, nur in einer liga in einer disziplin (hoppla, nba natürlich auch nicht) eben nicht. das sagt ja genug, da hilft auch ihre flapsigkeit nicht.

wenns eh so einfach ist, dann kannst uns ja in kurzen worten darstellen, wie dein konzept ausieht, was die arrogante (ich würd es eher "erfolgreich" nennen) nhl tun müsste, wann es WMs geben sollte, wie es die IIHF schafft, mehr als 1300 leute ins stadion zu bringen.

ich bin ja schon gespannt, denn viel mehr als herumgestänker gegen das eine der beiden systeme, das funktioniert, hat man ja von dir auch noch nicht gehört.

Warum sollen die Ligen auf ein in Wahrheit wertloses Turnier rücksicht nehmen?

Man stelle sich vor WM und EM im Fussball wechseln sich JÄHRLICH ab. Da bin ich mal gespannt wie "locker" die europäischen Ligen darauf reagieren würden. Sind aber sicher auch alle viel arrogant für ihre Meinung?

Im Hockey zählen nur 2 Dinge Stanley Cup und die Olympics. Die WM is das Trostpflaster der Verlierer das sich jeder gute Spieler der Topnationen eh irgendwann mal abholen darf.

kann man so nicht vergleichen, denn die FIFA und UEFA haben ungleich mehr Macht über die Landesverbände und Vereine als die IIHF, wenn die FIFA und UEFA sagt, ab jetzt gibts jedes Jahr EM oder WM und ihr habt die Spielpläne anzupassen oder eure Vereine spielen nicht CL und EL, dann spuren die Vereine.
Wenn die IIHF sowas fordert wird sie von der NHL nur ausgelacht.

oder die vereine gründen einen eigenen verband. wer den bogen überspannt verliert seine macht.

alles richtig, dazu kommt eben, daß es eine WM nur alle 4 Jahre gibt und zwar im Frühjahr/Sommer, wenn es so und so keinen Ligabetrieb gibt.
Nur eine Hockey-WM im Sommer ist dann auch wieder nicht recht.

dazu: das grösste ungelöste thema ist die frage der verletzungen. regen sich ja die fußbballvereine schon massiv auf, jetzt legen wir das erst einmal auf die NHL um.
Und dann garnieren wir das noch mit der Vorstellung, daß zb. die pinguine den malkin nicht mehr spielbereit zurückbekommen, mitten in der saison.

wer also der nhl arroganz vorwirft, ohne auch nur eine sekunde über die lösung dieser probleme nachzudenken, und dann auch so irgendwas von wegen "mit ein bisserl gutem willen" faselt, der ... ach was sollts, hoffnungslos...

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