Anschlag in Brindisi: Ermittler jagen weiter nach Bombenattentäter

21. Mai 2012, 17:06
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Angeblicher Verdächtiger wieder auf freiem Fuß - Innenministerium spricht von terroristischer Tat

Rom - Die Ermittler in Süditalien fahnden weiter nach dem Verursacher des Bombenanschlags vor einer Berufsschule im süditalienischen Brindisi, bei dem am Samstag eine 16-jährige Schülerin ums Leben gekommen ist. Die Staatsanwälte mussten dabei einen Rückschlag hinnehmen. Wegen Mangel an Beweisen musste sie am Montagabend einen Mann wieder freilassen, den sie zunächst für den von einer Überwachungskamera aufgenommenen mutmaßlichen Attentäter gehalten hatten. Dabei handelt es sich um einen Elektrotechniker der Gegend. Auch sein als Zeuge vernommener Bruder sei wieder auf freiem Fuß, teilten die Ermittler am Dienstag mit.

"Es war ein Albtraum, ich habe mit diesem Anschlag nichts zu tun. Zum Glück haben die Ermittler das begriffen", betonte der Mann, der am Montag mehrere Stunden lang befragt worden war. Er war in Verdacht geraten, weil er ebenso wie der mutmaßliche Attentäter eine Handverletzung hatte und hinkt. Die Aufnahmen der Überwachungskamera werden nun nochmals neu ausgewertet.

Die Hintergründe sind unklar

Innenministerin Annamaria Cancellieri berichtete am Dienstag im Parlament, dass der Anschlag in Brindisi eine terroristische Tat sei. Die Hintergründe seien noch unklar. Auf den Bildern der an einem Zeitungskiosk in der Nähe der Schule angebrachten Kamera sei eindeutig ein Mann zu sehen, der auf eine Fernbedienung drücke und damit den aus Gasflaschen gebastelten Sprengsatz auslöse, berichtete die Ministerin.

Trauerzeremonie für getötete Schülerin

Inzwischen hat sich der Zustand der vier beim Anschlag verletzten Schülerinnen leicht gebessert. Eine Patientin wurde operiert, um einige Splitter zu entfernen. Am kommenden Samstag ist in Brindisi eine große Schülerdemonstration gegen Gewalt vorgesehen.

Am Montag wurde die 16-jährige Schülerin Melissa Basso beigesetzt, die bei dem Anschlag vor der Berufsschule in Brindisi getötet wurde. Ihre mit weißen T-Shirts gekleideten Schulfreundinnen ließen auf dem Platz vor der Kirche in Melissas Heimatort Mesagne Luftballons aufsteigen. An der Trauerzeremonie in Mesagne nahm auch Regierungschef Mario Monti, der frühzeitig den NATO-Gipfel in Chicago verlassen hatte, teil. Über 700 Menschen versammelten sich in der Kirche von Mesagne um den Vater des Opfers, Massimo Bassi. Die Mutter der getöteten Schülerin war nicht anwesend. Die schwer geschockte Frau war ins Spital eingeliefert worden, nachdem sie vom Tod ihrer Tochter erfahren hatte.

Über 4000 Menschen versammelten sich vor der Kirche in Mesagne und verfolgten die Trauerzeremonie auf Großbildschirmen. Das Begräbnis wurde vom Erzbischof von Brindisi, Rocco Talucci, zelebriert. Dieser hatte am Samstag den Täter zur Reue aufgerufen. "Unsere Gemeinschaft hat mit Stärke auf diesen gewaltsamen Angriff reagiert", kommentierte der Bürgermeister von Brindisi Cosimo Consales. (APA, 21.5.2012, upgedatet am 22.5.2012)

Nachlese
Bombenanschlag auf Schule: Ermittlungen auf Hochtouren
- Sprengkörper wurde per Fernsteuerung gezündet - Fahndung nach 50-jährigem Mann

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