Protest abgewiesen - Hertha geht in nächste Instanz

21. Mai 2012, 17:50
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Abbruch der Partie in Düsseldorf eine "Tatsachenentscheidung"

Frankfurt - Das Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt - zumindest vorerst. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies am Montag den Einspruch der Berliner gegen die Wertung des Rückspiels in Düsseldorf (2:2) als "unbegründet" zurück. Laut erster Instanz sind die Berliner damit abgestiegen, während die Fortuna nach 15 Jahren in die Bundesliga zurückkehrt. Allerdings kündigte die Hertha umgehend an, das DFB-Bundesgericht anzurufen. Feiernde Zuschauer wenige Minuten vor Abpfiff eine Unterbrechung der Partie notwendig gemacht, Hertha sah sich um seine Chancen zur Rettung gebracht.

"Der Einspruch hatte keinen Erfolg, weil kein Einspruchsgrund nachzuweisen war", begründete der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz die Entscheidung des Gremiums. "Der Schiedsrichter hat jederzeit regelkonform gehandelt, und die von Hertha BSC behauptete einseitige Schwächung durch die Unterbrechung konnte nicht belegt werden."

Die Entscheidung des Schiedsrichter Wolfgang Stark, das Spiel insgesamt dreimal zu unterbrechen und jeweils wieder fortzusetzen, sei "eine Tatsachenentscheidung" gewesen, sagte Lorenz, ließ aber zugleich keinen Zweifel daran, dass nicht viel zu einer gegenteiligen Entscheidung gefehlt hatte. "Der Versuch, nachzuweisen, dass die Berliner unter Angst standen, blieb ohne Erfolg. Es wurde kein Berliner Spieler verletzt oder körperlich angegriffen oder musste ausgewechselt werden. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Einspruch erfolgt gehabt", sagte er.

Nun wird es wohl am Mittwoch zu einer weiteren Verhandlung am Grünen Tisch kommen. Ungewiss ist, ob die Hertha darin neue Argumente für ein gegenteiliges Urteil vorbringen kann. Anschließend wäre ein Gang vor das DFB-Schiedsgericht möglich. Selbst der Internationale Sportgerichtshof CAS könnte theoretisch noch eine Rolle in der Auseinandersetzung spielen.

Hertha hatte am Samstag um Entschuldigung für das Fehlverhalten einiger Profis gebeten, die Stark nach dem Schlusspfiff verbal und im Fall von Lewan Kobiaschwili auch körperlich attackiert hatten. Der Unparteiische, der von einer "Hetzjagd" der Berliner Spieler sprach, hat Kobiaschwili wegen Körperverletzung angezeigt.

Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt zudem gegen Torhüter Thomas Kraft, Christian Lell, André Mijatovic und Kobiaschwili sowie gegen Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz (sid, 21.5. 2012)

Stimmen

Christoph Schickhardt (Anwalt Hertha BSC Berlin): "In diesem Urteil und in diesem Verfahren hat das Sportgericht nicht den selbstgebildeten Ansprüchen genügt. Es hat von einem positiv besetzten Platzsturm gesprochen. Das ist ein lustiger Begriff für das, was wir gesehen haben. Alle haben gesehen, dass das ein irreguläres Spiel war. Ich werte unsere Chancen vor dem Bundesgericht nach der Beweisaufnahme besser denn je. Wir werden jetzt die TV-Bilder zeigen dürfen, was wir vor dem Sportgericht nicht durften."

Peter Frymuth (Präsident Fortuna Düsseldorf): "Das Ergebnis ist deutlich. Unsere Feststellung ist, dass das Spiel ordnungsgemäß zu Ende gebracht wurde. Im Grunde sind wir erleichtert und erfreut, dass das Ergebnis Bestand hat. Wir hoffen und gehen davon aus, dass das auch in zweiter Instanz Bestand haben wird. Auf der einen Seite muss jeder Verständnis haben, dass in einem Rechtsstaat alle Instanzen anzuwenden sind."

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    Weiter keine guten Nachrichten für Hertha BSC und seinen Manager Michael Preetz.

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