Novomatic legte weiter zu

21. Mai 2012, 15:30
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Neue Niederlassung in Florida

Wien - Der niederösterreichische Automatenkonzern Novomatic ist 2011 weiter gewachsen. Der Umsatz legte um 17,2 Prozent auf 1,387 Mrd. Euro zu - ein neuer Höchstwert. Umsatztreiber waren vor allem die eigenen Glücksspielbetriebe (+19,5 Prozent), aber auch das Geschäft mit der Automatenvermietung zog an (+7,4 Prozent). In Zukunft will Novomatic den lateinamerikanischen Markt noch stärker beackern und gründet dafür eine Zentrale in Florida, sagte Konzernchef Franz Wohlfahrt am Montag bei der Bilanzpressekonferenz.

Die Firmengründung sei "gerade in Entwicklung", ein Werk habe man "schon in Aussicht". Fürs erste investieren die Niederösterreicher rund 20 Mio. Euro, weiteres Geld werde "je nach Maßgabe" fließen. In den USA selbst plane man lediglich einen "behutsamen Markteintritt", sei doch hier das regulatorische Umfeld schwierig. Hauptsächlich sollen von Miami aus weitere Potenziale in Lateinamerika ausgelotet werden; es geht dabei auch um Sparen beim Zoll.

Novomatic ist in Chile bereits seit 2009 an einem Casino in der Nähe von Santiago de Chile beteiligt. Die Spielbank Monticello werfe mittlerweile Bruttospielerträge von 140 Mio. Dollar im Jahr ab, was einem Marktanteil von rund 30 Prozent entspreche. In das Resort kämen rund 120.000 Besucher pro Jahr. Wohlfahrt hofft, dass Chile bald auch das Automatenspiel reguliert.

In Mexiko haben dem Automatenkonzern regulatorische Änderungen im Vorjahr hingegen zu schaffen gemacht. In der zweiten Jahreshälfte sei es zu einem "Umsatzeinbruch hinsichtlich der verkauften Geräte" gekommen, wie es im bereits seit Ende April vorliegenden Geschäftsbericht heißt. Der Verkaufsumsatz sei auf 9,4 Mio. Euro nach 14,5 Mio. Euro abgesackt. Auch in Peru seien die Verkaufsumsätze mit 8,8 Mio. nach 18,6 Mio. Euro "hinter den Erwartungen" geblieben. In den eigenen Glücksspielbetrieben seien die Automatenumsätze wegen des Rauchverbots "geringfügig" auf 16,7 Mio. Euro gesunken.

Für die Zukunft sieht Wohlfahrt neben Südamerika auch in Spanien "enormes Potenzial". Im Jahr 2011 ist dort die Umsatzentwicklung bei der Vermietung von Automaten allerdings laut Geschäftsbericht "weiterhin hinter den Erwartungen" geblieben. Die Verkaufsumsätze für 2011 werden mit 1,7 Mio. Euro beziffert. "Sehr erfolgreich" läuft hingegen das Geschäft mit sogenannten Video Lottery Terminals (VLTs) in Italien. Der Markteintritt erfolgte voriges Jahr, zwischenzeitlich wurden mehr als 15.000 solcher Automaten ausgeliefert und in Betrieb genommen, so Wohlfahrt. Auch puncto Übernahmen war Novomatic im Vorjahr wieder aktiv - Highlight war die die Übernahme von 92 Prozent der Anteile an Deutschlands größter Spielbank in Berlin. Zusammen mit der SIM-Gruppe betreibt der niederösterreichische Konzern laut Geschäftsbericht somit zehn Spielbanken in Deutschland.

Die Novomatic AG hat im 2011 auch mehr verdient. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 9,2 Prozent auf 490,9 Mio. Euro, das operative Ergebnis (Ebit) legte um 14,1 Prozent auf 254,5 Mio. Euro zu, der Jahresüberschuss stieg um 21,9 Prozent auf 160,3 Mio. Euro.

Zweitbestes Ergebnis der Unternehmensgeschichte

Zusammen mit den beiden Schweizer Schwesterkonzernen ACE Casino Holding AG und die Gryphon Invest AG erwirtschaftete Novomatic einen nicht konsolidierten Gruppenumsatz von 3,193 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 13,4 Prozent. Das Ergebnis sei das zweitbeste der Unternehmensgeschichte gewesen, wie Finanzvorstand Peter Stein ausführte. Bisher bestes Jahr war 2008 - auch aufgrund "externer Faktoren". Das (addierte) Ebit der Gruppe sei um rund 30 Prozent auf 310 Mio. Euro gestiegen, das Ebitda um 17,2 Prozent auf 652 Mio. Euro.

Erhöht hat sich auch die Mitarbeiteranzahl, und zwar 17.000 auf 18.000 in allen drei Konzernen zusammen. Die Novomatic AG selbst beschäftigte im Vorjahr im Schnitt 11.818 Personen, davon 2.610 in Österreich. (APA, 21.5.2012)

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