Berichte über Hungertote in Nordkoreas Reiskammer

21. Mai 2012, 15:16
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Im Bezirk Shingye seien sechs Menschen gestorben, nahe der Küstenstadt Haejku habe es vor rund einem Monat etwa zehn Hungertote gegeben

Seoul - Die Nahrungsmittelknappheit in Nordkorea hat sich nach Angaben aus Südkorea verschlimmert und zu Toten sogar in der Reiskammer im Südwesten des Landes geführt. Die in Seoul herausgegebene Internet-Zeitung "Daily NK" meldete am Montag, in einem Dorf im Bezirk Shingye seien sechs Menschen gestorben, nahe der Küstenstadt Haejku habe es vor rund einem Monat etwa zehn Hungertote gegeben.

Die ebenfalls in der südkoreanischen Hauptstadt ansässige Hilfsorganisation Good Friends berichtete gleichfalls über Hungertote in der Provinz Süd-Hwanghae. Darunter seien Arbeiter des dortigen Stahlwerks, die keine Nahrungsmittelrationen mehr erhalten hätten. Laut "Daily NK" brach die Reisproduktion in den Provinzen Nord- und Süd-Hwanghae im vergangenen Jahr infolge von Überschwemmungen zusammen. Das Gros der Herbsternte sei der Armee und den Einwohnern der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang vorbehalten geblieben.

Hilfsorganisationen haben vor einer schweren Hungerkatastrophe in Nordkorea gewarnt. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind sechs Millionen Menschen - ein Viertel der Bevölkerung - dringend auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Die US-Regierung hatte Nordkorea 240.000 Tonnen Nahrungsmittel zugesagt, deren Lieferung nach Pjöngjangs jüngstem Raketentest am 13. April aber gestoppt. (APA, 21.5.2012)

Nachlese
Hungersnot: Wenn Nordkorea um Hilfe bittet
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