Schäden in Millionenhöhe: Kulturdenkmäler schwer beschädigt

21. Mai 2012, 13:11
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Besonders betroffen sind Kirchen und Schlösser in den Provinzen Modena, Bologna und Ferrara

Rom - Das schwere Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Sonntag hat auch viele Kilometer vom Epizentrum entfernt Denkmäler, kulturhistorisch bedeutende Bauten und Kunstwerke schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben von Kulturminister Lorenzo Ornaghi machen die Schäden Dutzende Millionen Euro aus. Experten des Ressorts sind dabei, das genaue Ausmaß festzustellen. Besonders betroffen sind Kirchen und Schlösser in den Provinzen Modena, Bologna und Ferrara.

"Rund um das Epizentrum ist kein einziges Monument unbeschädigt geblieben", sagte Carla Di Francesco, Direktorin des Denkmalschutzes der Region Emilia Romagna. Nun müssten die Kunstwerke in Sicherheit gebracht werden, die sich in beschädigten Kirchen befinden. In Ferrara, einst Sitz der Herrscherfamilie Este, wurde der "Löwenturm" des Stadtschlosses schwer beschädigt. Auch das Museum Boldini und die Kirche San Carlo wurden in Mitleidenschaft gezogen. Erhebliche Schäden hat das Erdbeben auch in der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Basilika Santa Maria in Vado angerichtet.

Erhebliche Zerstörungen

Der Palazzo Diamanti, in dem seit Jahren Kunstausstellungen stattfinden, wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Bürgermeister von Ferrara, Tiziano Tagliani, sprach von erheblichen Zerstörungen. "Wir haben noch nicht die komplette Liste der beschädigten Palazzi aufstellen können", sagte Tagliani.

In Italien sind 60 Prozent aller Monumente und kulturhistorisch bedeutenden Gebäude erdbebengefährdet, wie aus einer Studie des Kulturministeriums hervorgeht. In Gebieten mit hohem Risiko befinden sich mehr als 150.000 historische Bauten. "Italien ist ein einziges riesiges Museum", erklärten Kunstexperten. Es gebe nicht nur erhaltenswerte Kirchen und Paläste, sondern ganze Ortschaften und Städte von besonderem architektonischen Wert. (APA, 21.5.2012)

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