Wie Hormone die Schmerzwahrnehmung beeinflussen

21. Mai 2012, 13:03

Forscherin untersucht Schmerzempfinden in unterschiedlichen Zyklusphasen

kute Schmerzen dienen dem Körper als Warnfunktion. Werden sie chronisch, können sie zu einer erheblichen und dauerhaften Belastung für die Betroffenen werden. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Frauen häufiger unter Schmerzen leiden als Männer. Forscher vermuten deshalb, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Schmerzsensibilität gibt. Anscheinend haben die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen hierbei einen wichtigen Einfluss und bewirken je nach Phase des Menstruationszyklus unterschiedlich ausgeprägte Schmerzmuster. Darauf macht das Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum aufmerksam.

Innovatives Schmerzmodell

Die Anästhesistin Christine Meyer-Frießem untersucht, ob Frauen auf einen speziellen Schmerzreiz in verschiedenen Zyklusphasen unterschiedlich reagieren. Darüber hinaus interessiert sie sich für bestimmte Horrmonkonstellationen, die diese Unterschiede eher begünstigen: "Möglicherweise gibt es also Hormonkonstellationen, die vor der Entstehung von chronischen Schmerzen schützen", erläutert  Meyer-Frießem. Diese Erkenntnis könnte zukünftig einen neuen Ansatz für therapeutische Konzepte in der Schmerzmedizin bedeuten. Für ihre Forschungen wurde die Medizinerin mit einem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet.

Im Rahmen eines innovativen humanen Schmerzmodells testet sie Probandinnen in unterschiedlichen Zyklusphasen auf ihre Schmerzsensibilität. Dabei wird durch elektrische Langzeitpotenzierung ein Schmerzgedächtnis simuliert und unter standardisierten Bedingungen die Stärke der Schmerzempfindung in verschiedenen Testungen untersucht. (red, derStandard.at, 21.5.2012)

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