Europas Börsen schließen mehrheitlich im Plus

21. Mai 2012, 18:26
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Aussicht auf geldpolitische Lockerung in China stützt

Wien - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag nach einem impulsarmen und volatilen Handelstag mehrheitlich mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich um 5,47 Einheiten oder 0,26 Prozent auf 2.150,16 Zähler.

Stützend wirkte laut Marktteilnehmern vor allem die Ankündigung, wonach sich der chinesische Premierminister Wen Jiabao für geldpolitische Lockerungen zur Unterstützung der Wirtschaft ausgesprochen hatte. Auch die positiv in die Woche gestarteten US-Börsen gaben am Nachmittag Auftrieb. Ansonsten lagen jedoch kaum Impuls gebende Nachrichten vor, auch von Konjunkturseite standen zum Wochenauftakt keine Veröffentlichungen am Programm.

Vinci mit Aufschlägen

Unterstützt vom Optimismus rund um die geldpolitische Lockerung in China führten konjunkturabhängige Einzelwerte den Euro-Stoxx-50 an: So rangierten die Aktien des Baukonzerns Vinci mit plus 3,63 Prozent auf 32,73 Euro an der Indexspitze, gefolgt von jenen des Industriekonzerns Saint-Gobain (plus 2,75 Prozent auf 29,91 Euro) und den Titeln des Stahlkonzerns ArcelorMittal (plus 2,72 Prozent auf 11,71 Euro).

Unter dem Eindruck einer Bonitätsabstufung von 16 spanischen Banken durch die Ratingagentur Moody's vergangene Woche rutschten BBVA (minus 1,15 Prozent auf 4,89 Euro) und Banco Santander (minus 1,38 Prozent auf 4,51 Euro) unter die schwächsten Werte im Euro-Stoxx-50. Hinzu kam heute die Mitteilung von Spaniens Wirtschaftsminister Luis De Guindos, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes im zweiten Quartal ähnlich stark sinken werde wie im ersten (minus 0,4 Prozent im Jahresvergleich). Im Zuge dessen fielen auch zahlreiche andere spanische Titel im Euro-Stoxx-50 in die Verlustzone, darunter Repsol (minus 1,39 Prozent) als schwächster Einzelwert im Index, Iberdrola (minus 1,21 Prozent), Inditex (minus 1,00 Prozent) und Telefonica (minus 1,04 Prozent).

Siemens legten 0,62 Prozent auf 66,42 Euro zu. Ein chilenisches Konsortium hat bei dem deutschen Technologieriesen Windturbinen für einen Energiepark bestellt. Die Münchner sollen demnach 50 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 115 Megawatt (MW) liefern. Zudem sollen sie für die Auftraggeber Pattern Energy, Ashmore Energy International und Antofagasta Minerals den Park nördlich von Santiago fünf Jahre lang warten. Die Order ist nach einer gängigen Faustformel mehr als 115 Mio. Euro schwer. Das Projekt ist für Siemens das erste seiner Art in dem südamerikanischen Land und soll 2014 ans Netz gehen. Die Deutsche Bahn fordert jedoch laut "Bild am Sonntag" für die verspätete Auslieferung von 16 ICE-3-Zügen 45 bis 50 Mio. Euro Schadensersatz von Siemens und damit deutlich mehr als bisher kolportiert.

Die Deutsche Börse liebäugelt mit einem Einstieg bei seinem Partner Istanbul Stock Exchange (ISE). Die türkische Handelsplattform könne eine Beteiligung an einen strategischen Investor veräußern, bevor sie andere Anteile im Rahmen eines öffentlichen Angebots verkaufe, sagte ISE-Chef Ibrahim Turhan. Die Deutsche Börse gehöre zu den Interessenten. Auch im Umfeld des Frankfurter Unternehmens hieß es, der Konzern prüfe einen Einstieg. Die Deutsche Börse selbst wollte sich dazu nicht äußern. Die Aktie der Deutschen Börse verteuerten sich um 0,60 Prozent auf 40,98 Euro.


Börse          Index          Schluss       Diff (%)

 Wien           ATX            1.913,00     +1,00
 Frankfurt      DAX            6.331,04     +0,95
 London         FT-SE-100      5.304,48     +0,70
 Paris          CAC-40         3.027,15     +0,64
 Zürich         SPI            5.437,63     +0,33
 Mailand        FTSE MIB      13.012,04     -0,28
 Madrid         IBEX-35        6.524,00     -0,65
 Amsterdam      AEX              290,54     +0,61
 Brüssel        BEL-20         2.093,80     +0,96
 Stockholm      SX Gesamt        975,97     +2,09
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.150,16     +0,26

(APA, 21.5.2012)

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