Schallende Ohrfeige für Facebook-Aktionäre

22. Mai 2012, 08:08
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Der Kurs des Papiers verliert zeitweise knapp 14 Prozent, die Verantwortung für den Absturz liegt auch bei Firmenchef Zuckerberg

New York - Nach zwei Tagen an der Börse sieht die Bilanz für Facebook ernüchternd aus: Die Aktie brach am Montag in New York um 11 Prozent auf 34 Dollar (26,7 Euro) ein. Sie notiert damit vier Dollar unter dem Ausgabekurs. Der Gesamtwert des Sozialen Netzwerks schmolz von anfangs 104 Mrd. auf rund 93 Mrd. Dollar zusammen. Nachbörslich ging es weiter runter.

Wichtigster Anteilseigner und damit einer der größten Leidtragenden des Kursverfalls ist Gründer Mark Zuckerberg. Ein Dollar mehr oder weniger beim Aktienpreis macht eine halbe Milliarde an seinem Vermögen aus. Zuletzt waren seine Anteile noch gut 17 Mrd. Dollar wert - zwei Milliarden weniger als am Freitag. Der Verfall der Facebook-Aktie muss für Zuckerberg umso bitterer gewesen sein, als die US-Börsen insgesamt deutlich nach oben gingen.

Suche nach den Schuldigen

"Die platzierenden Banken haben es völlig vergeigt", sagte dem "Wall Street Journal" Analyst Michael Pachter, der schon Zuckerbergs legeres Auftreten vor Investoren in Kapuzenpulli und Jeans kritisiert hatte. Man hätte nur die Hälfte der Aktien auf den Markt bringen sollen. Nach Recherchen der Zeitung könnten den Ausverkauf zudem beschleunigt haben, dass Käufer bei der Platzierung deutlich mehr Aktien bekommen hätten als geordert.

Die Talfahrt hatte am Montag direkt zum Start des Börsenhandels begonnen. Zwischenzeitlich lag das Minus sogar bei annähernd 14 Prozent. "Bisher entwickelt sich die Facebook-Neuemission äußert enttäuschend und wird für manch einen regelrecht zum Alptraum", kommentierte Händler Markus Huber von ETX Capital. "Insgeheim hatten ja doch viele gehofft, dass sich diese Firma zu einer neuen Apple oder Google entwickeln könnte."

Am Freitag hatte das Papier noch denkbar knapp um 23 Cent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar geschlossen. Die am Börsengang beteiligten Banken hatten mehrfach mit eigenen Käufen den Kurs stützen müssen. Am Montag ließen sie los.

Geschäftszahlen fallen verhalten aus

Mit dem Kursverlust können sich nun all jene bestätigt fühlen, die Facebook für total überbewertet halten. Zwar besitzt das Netzwerk gut 900 Millionen Mitglieder, doch die Geschäftszahlen fallen bisher eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 3,7 Mrd. Dollar Umsatz und 1 Milliarde Dollar Gewinn. Die Haupt-Einnahmequelle ist Werbung.

Bereits im Vorfeld des Börsengangs waren die kritischen Stimmen immer lauter geworden. So wurde bekannt, dass der Autoriese General Motors seine Anzeigenkampagne auf Facebook stoppt, weil die Kunden schlicht nicht erreicht würden. Überdies muss Facebook eine Lösung für das Problem finden, das immer mehr Nutzer per Smartphone mit ihren Facebook-Freunden kommunizieren - ein Handy-Bildschirm bietet aber viel weniger Platz für Werbung.

Facebook und die Alteigentümer hatten Ende vergangener Woche 421 Millionen Aktien verkauft und damit 16 Mrd. Dollar eingenommen - es war der größte Internet-Börsengang aller Zeiten und einer der größten überhaupt. Die schwächer als gedacht ausgefallene Nachfrage nach den Facebook-Aktien zieht auch andere Internetaktien mit runter. (APA, 22.5.2012)

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    Daumen runter für die Facebook-Aktie: Nach dem enttäuschenden Debüt rutscht sie in den Keller.

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