Analyst: Gebrauchtspiele-Blockade wäre fatal für "PS4" und "Xbox 720"

Zsolt Wilhelm
21. Mai 2012, 10:20

Michael Pachter nach wären derartige Methoden massiv geschäftsschädigend

Berichten zufolge erwägen Sony und Microsoft Systeme zur Blockade von Gebrauchtspielen für ihre nächste Konsolengeneration. Ob es sich dabei rein um Konzepte oder ernsthaft erwogene Maßnahmen handelt, wurde bisher von keinem der Konzerne kommentiert. Lediglich Sonys US-PlayStation-Chef Jack Tretton betonte, er persönlich wäre gegen derartige Systeme, könne gleichzeitig aber nicht für die japanische Führung sprechen. WedbushMorgan Analyst Michael Pachter warnte unterdessen nun die Konsolenhersteller, dass eine Gebrauchtspiel-Blockade der gesamten Industrie schaden würde.

"Ich denke, die Industrie würde zusammenbrechen. Ich denke, es wäre das Ende von Videospielen, wenn Next-Gen-Konsolen keine Gebrauchtspiele mehr unterstützen. Hört ihr, Sony und Microsoft? Ihr müsst Gebrauchtspiele unterstützen", sagt Pachter in der "Gametrailers"-Sendung "Pach-Attack".

Geringer Mehrwert

Eine derartige Blockade mache aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn. Die Konsolenhersteller würden einen vergleichsweise geringen Anteil ihrer Einnahmen durch eigens produzierte Spiele generieren. Solch ein System würde also zum Großteil zum "Schutz" der Dritthersteller beitragen. Der Mehrwert sei aber auch hier zu vernachlässigen. "Was kostet es die Herausgeber, wenn Leute ihre Spiele eintauschen und andere gebrauchte Werke an Stelle neuer Games kaufen? Meiner Schätzung nach etwa fünf Prozent der Softwareverkäufe", so Pachter. Das läge daran, dass der Großteil des Absatzes eines neuen Spiels innerhalb der ersten zwei bis vier Wochen nach dem Marktstart stattfindet. Der Eintausch von Gebrauchtspielen würde in den meisten Fällen jedoch erst nach dieser kritischen Anfangszeit stattfinden. Während Konsumenten noch damit beschäftigt sind, ein Spiel zu beenden, würde also bereits der Großteil der Einnahmen generiert.

Geschäftsschädigend

Für die Plattformhersteller selbst sei zu bedenken, dass die Einführung eines solchen Systems zudem geschäftsschädigende Auswirkungen haben könnte. Würde Sony beispielsweise ein derartiges System einführen, könnte Microsoft im Handumdrehen Spieler auf seine Seite holen, in dem man einfach darauf verzichtet. Pachter zufolge seien beide Konzerne zu klug, um einen derartigen Fehler zu begehen. Auch seien sie nicht "böse" genug, um einander abzusprechen, was außerdem die Handelsaufsicht alarmieren würde.  

Bestehende Maßnahmen

Während Maßnahmen zur Blockade des Weiterverkaufs von Spielen auf physischen Datenträgern diskutiert, ist zu bedenken, dass es bereits einige Methoden gibt, mit denen der Second-Hand-Markt eingeschränkt wird. Beispielsweise ist es Gang und Gebe, dass Download-Inhalte und -Games, egal ob auf der Konsole oder am Smartphone, nicht weitergegeben werden können und auf einzelne Nutzerkonten gesperrt sind. Ein anderer Trend ist der Online-Pass. Zahlreiche aktuell verkaufte Spiele setzen für den Online-Mehrspielermodus einen beigelegten Code voraus. Wird das Spiel weiterverkauft, muss der Käufer einen neuen Code beim Hersteller erwerben, will er über das Netz spielen. Für Entwickler ist dies eine Methode, um am Zweitmarkt mitschneiden zu können. (zw, derStandard.at, 21.5.2012)

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Wenn der Preis für Vollpreisspiele dann runtergehen würde, wär ich dem ganzen garnicht so abgeneigt. Aber in der Geldgier wirds das nicht spielen...

die geldgier wird alle über die klippe springen lassen... und so kommts auch in der spiele welt -.-

die Erfindung des iGamesStore

die restriktive Politik wird Apple das Geneick brechen,
und den Nachahmern auch. Go ahead Sony.

ein mac zum arbeiten, ein pc am fernseher. so what?

dann wird halt meine next-gen konsole ein pc. mir gehen die controller in shootern eh auf die nerven.

Also muss man die Konsole auch gleich mitverkaufen?

Und was passiert, wenn die Konsole den Geist aufgibt?

“ Auch seien sie nicht "böse" genug, um einander abzusprechen“

Sony und Microsoft nicht “böse“ genug?
Ahahahahahahaha...

Beide sind so böse....dass keiner den Anderen traut ;-)

Fuer e-Books

haben wir diese Situation ja jetzt schon -- ein gebrauchtes/gelesenes e-Book kann man nicht weiterverkaufen (und ich spreche hier nicht davon, eine Kopie zu verkaufen). Bei Preisen, die vergleichbar mit der gedruckten Version des Buches sind (die sich gebraucht weiterverkaufen laesst), ist das ein signifikanter Nachteil. Ich glaube, solche Entscheidungen werden aus reiner Gier heraus getroffen, ohne die langfristigen Auswirkungen in Betracht zu ziehen.

eh klar...

was scheren sich die derzeitigen C*Os für die Situation in 6-10 Jahren? Da sind sie sehr wahrscheinlich mit der netten Abfertigung auf der Insel und stossen auf die Trottl-Konsumer an....

ääh...

Konsumenten, natürlich

Man will halt den Weg der Musikindustrie beschreiten!

Wenn sie das wollen, warum denn nicht? Ist ihr gutes Recht sich selbst zu vernichten!

Die Musikindustrie stirbt doch nicht, ganz im Gegenteil. Die jammert nur laut.

Eigentlich ganz einfach

Wenn der Umsatz von Kids oder Freaks, die für jeden Blödsinn Feld auch ausgeben würden reicht, dann ist ja alles ok.

Schhhh, ey, Junge, willste ein Gebrauchtspiel?

*Trenchcoat aufklapp*

Also ich finde das so lächerlich - man versetzt dem eigenen Kunden eine schallende Ohrfeige, man fördert die Konkurrenz (denn "der andere macht das nicht" IST Konkurrenz!), man riskiert Wettbewerbs- und Marktmissbrauchsklagen quer durch EU und USA... wofür?

Um zu verhindern, dass die eigenen Produkte populärer werden, da sich die Leute nicht mehr die 20 "Nebenspiele" kaufen können, die die Softwareschmieden erst bekannt machen, und um den Leuten die Konsole zu vergraulen, die man ihnen aber doch verkaufen will.

Michael Pachter und schon habe ich aufgehört weiterzulesen ;-)

Das thema gibts auch bei Steam und Origin... in beiden systemen habe ich nun spiele die ich nicht mehr brauche und eigentlich gerne verkaufen würde.. Geht aber leider nicht :(

1983 ist doch schon wieder ne Weile her ;) . Erleben wir also doch noch zu unseren Lebzeiten einen Crash der Spieleindustrie.

solln sie ruhig,...

dann gibts in meinem geschäft eben keine neuen "generationen" mehr,... aber eben auch nicht die "neuware" dieser generationen,... nebsbei blockieren hier auch viele groß-gebrauchthändler ala gamesstop, ect.

man sollte immer in betracht ziehen, dass diese "gebrauchthändler" auch neuware anbieten. wenn die grossen händler dann auf die neuwaren verzichten, schaut im endeffekt auch ein umsatzeinbruch für die "publisher" raus.

mir aber eigentlich eh wurscht - die besseren gewinnmargen stecken eh (noch) in gut erhaltenen nes/snes/n64/ps1/ps2/xbox klassikern.

In Wahrheit interessieren Gebrauchtspiele niemanden, ich glaube nicht, dass das groß geschäftsschädigend wäre.

also mich interessieren sie nicht. ich bin aber nicht so egozentrisch dass ich davon ausgehen würde, dass das für alle so ist.

du soltlest es auch nicht sein ;)

Sarkasmus, much? Wenn einen plötzlich ein Spiel interessiert, das leider schon vor Jahren rausgekommen ist und neu nicht zu haben ist, kauft man es eben gebraucht! Solangs funktioniert ist mir schnurz, ob das Cover ein paar Kratzer hat. Ganz ehrlich, wen interessiert das, ob das Spiel gebraucht ist? Die Spielstände auf neuen Konsolen werden sowieso auf der eigenen Festplatte gespeichert.

genau,... gebrautspiele interessieren in wahrheit niemanden,... /ironie!

warum spiele beim release um ~70€/spiel, anstatt 3 wochen später das selbe spiel um 35-40€ zu kaufen?

gamestop, xgames, pilko ect. haben zig filialen im in- und ausland... die verkaufen auch neuware - allerdings drohen sie bereits damit das nicht mehr zu machen, sofern deren geschäftsgrundlage angegriffen wird,...

abgesehen von den nachteilen, dass sie kein spiel mehr mit einem freund "tauschen" können, ist das einfach nur ein schuss ins knie der kompletten industrie,...

schneidet eh der staat schon genug mit - USt auf neue spiele, VoSt beim ankauf gebrauchter spiele + wiederumg Ust beim 2. verkauf von gebrauchten spielen.

klassich contentmafia halt,... selbe leistung aber öfter abcashen wollen. eigentum des käufers - fehlanzeige!

Ein Griff ins Klo?

Wenn der größte Umsatz 2 Wochen nach dem Start ist (ähnlich wie im Kino), dann wäre es mal interessant welche auswirkung dieser Gebrauchtverkauf-Lock hätte auf die Spieler, die ihre DVDs weiterverkaufen.

Man muss ja auch betrachten, dass es viele Spieler gibt, die sich schnell nach Release das Spiel kaufen, durchzocken und gleich wieder weiterverkaufen, damit der Wert des Spiels hoch bleibt. Damit finanzieren sie ja praktisch das Spiel, denn ich würde diese Summe miteinrechnen beim Kauf von 60 Euro.

Wenn der Gebrauchtmarkt tatsächlich so groß ist, dann hätte dieser Effekt ganz sicher eine große Auswirkung!

ja eh.....5 prozent

ich kenne kaum jemanden der ein spiel kauft, sofort durchspielt, und wieder weiterverkauft.
das geht ja bei den meisten spielen schon rein zeitlich nicht, weil man ja auch noch beruf oder studium unterbringen muß, die freundin verschlingt auch zeit und wenn man kinder hat geht das noch weniger.

die einzigen die bleiben sind leute ohne arbeit, ohne sozialleben, manche schüler oder bummelstudenten......

gibt doch eh schon den online-pass damit sie beim weiterverkauf mitverdienen! das ist nur der nächste konsequente schritt. leider.

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