Bombenanschlag auf Schule: Ermittlungen auf Hochtouren

21. Mai 2012, 16:08
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Sprengkörper wurde per Fernsteuerung gezündet - Fahndung nach 50-jährigem Mann

Rom/Brindisi - Nach dem Bombenanschlag auf eine Berufsschule in der süditalienischen Stadt Brindisi mit einem Todesopfer und vier Verletzten sind Ermittlungen gegen einen Mann aufgenommen worden. Der mutmaßliche Täter soll mit Hilfe der Aufnahmen von Videoanlagen unweit der Schule identifiziert worden sein, berichteten italienische Medien am Montag. Der Mann sei seit einigen Tagen verschwunden. Seine Wohnung sei durchsucht worden. Die Polizei habe seinen Bruder lang befragt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Montag.

Bilder eines Mannes im Alter von 50 Jahren mit dunkler Jacke, heller Hose und Tennisschuhen, die aus den Aufnahmen der Videoanlagen stammen, wurden am Montag von den italienischen Zeitungen veröffentlicht. Nachdem sich der Mafiaverdacht nicht erhärtet hat, vermuten die Ermittler, dass sich der Einzeltäter mit seinem Anschlag gegen die Schule rächen wollte. Daher wurde das Personal der Modeschule befragt. Nicht ausgeschlossen wird zudem, dass der Täter ein psychisch gestörter Mann sei, der sich an jungen Mädchen rächen wollte.

Ermittlungen auch im Pädophilen-Milieu

Laut einem Zeitungsbericht könnte die Tat auf das Konto eines Pädophilen gehen. Mit dem Anschlag könnte er sich gerächt haben, weil ein Mädchen seine Annäherungsversuche zurückgewiesen habe, berichtete die Zeitung "Sole 24 Ore" am Montag auf ihrer Internetseite. Nach Informationen der Zeitung "Repubblica" vernahmen die Ermittler in der Nacht zum Montag zudem einen Gasflaschenhändler, den sie im Verdacht haben, dem Täter geholfen zu haben. Bis Montag bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Inzwischen wurde am Montag wieder der Unterricht in der Modeschule "Morvillo Falcone" in Brindisi aufgenommen. Schülerinnen mit Tränen in den Augen legten Blumen und Briefen vor dem Eingang der Schule. Dort war die 16-jährige Melissa Bassi am Samstag beim Bombenanschlag ums Leben gekommen. Psychologen sollen die Schulkolleginnen des Opfers betreuen.

Trauerzeremonie

Am Montag fand in der Ortschaft Mesagne bei Brindisi das Begräbnis der getöteten Schülerin statt. Tausende Menschen, darunter Schüler aus mehreren Teilen Italiens, strömten nach Mesagne, um der Trauerzeremonie beizuwohnen. Die Mutter des Opfers war nicht anwesend. Die schwer geschockte Frau wurde ins Spital eingeliefert, nachdem sie vom Tod ihrer Tochter erfahren hatte. Die Schulkolleginnen Melissas trugen weiße T-Shirts in Andenken an die getötete Freundin.

Hunderte Menschen pilgerten am Montag zur Schule in Brindisi und legten Blumen im Gedenken an die getötete Schülerin nieder. Inzwischen bessert sich der Zustand der vier Schülerinnen, die beim Anschlag schwer verletzt worden waren, leicht. Eine schwer verletzte Schulkollegin des Opfers habe bereits auf Fragen der Ermittler geantwortet. (APA, 21.5.2012)

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    Hunderte Menschen legten am Sonntag im Gedenken an die 16-jährige Melissa vor der Schule Blumen nieder.

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