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Julian Assange überlegt für den australischen Senat zu kandidieren. Seine Chancen auch einen Sitz zu erhalten stehen gut.
Der grünen Partei Australiens droht politisch Gefahr von unerwarteter Seite. Sollte Julian Assange, in London unter Hausarrest stehender Gründer der Enthüllungswebsite Wikileaks, seine Absicht verwirklichen und sich bei den Wahlen 2013 als Kandidat in seinem Heimatland für den Senat aufstellen lassen, hätte er Chancen, einen Sitz zu gewinnen. Einer Umfrage des politischen Meinungsforschungsinstituts UMR Research zufolge würde ein Viertel von 1000 Befragten Julian Assange ihre Stimme geben. Laut UMR Research ist Assange besonders unter Wählern beliebt, die ihre Stimme sonst den Grünen geben würden. Die Unterstützung ziehe sich aber durch alle Parteien, so Forschungschef John Utting: "Im Moment hätte Julian Assange eine echte Chance, in den Senat gewählt zu werden, falls er dafür kandidieren würde."
Assange ist australischer Staatsbürger, lebt aber seit Jahren im Ausland. Vor ein paar Monaten gab Wikileaks bekannt, er überlege sich ernsthaft eine Kandidierung für den australischen Senat. Ein Auslieferungsgesuch Schwedens gegen ihn wirft geprüft. Die schwedischen Behörden werfen ihm vor, er habe mit zwei Frauen gegen deren Willen ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt. Assange bestreitet die Anklage und spricht von "politischen Gründen".
Ein "Senator Wikileaks" wäre insbesondere für die australische Premierministerin Julia Gillard peinlich. Die Regierungschefin hatte die Veröffentlichung von australischen diplomatischen Dokumenten durch Assange als "illegal" bezeichnet und die Möglichkeit der Aufhebung seines australischen Passes geprüft. Voreilig, wie sich rasch erwies. Eine polizeiliche Untersuchung zeigte, dass Assange keine australischen Gesetze verletzt hatte.
Gillard unter Druck
Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass sich Gillard im nächsten Parlament mit einem Senator Assange auseinanderzusetzen hätte. Ihrer Laborpartei, die ihre Macht mit schwindender Unterstützung von ein paar unabhängigen Parlamentariern hält, droht 2013 eine Niederlage. Ihre Gegner, allen voran die mächtige Bergbauindustrie, werfen Gillard vor, sie habe entgegen früheren Versprechen eine Steuer auf CO2-Emissionen eingeführt. Wären heute Parlamentswahlen, würde die Koalition unter dem ultrakonservativen, offen klimaskeptischen Oppositionsführer Tony Abbott mit massiver Mehrheit gewinnen. (DER STANDARD Printausgabe, 21.5.2012)
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Wie in Browns Buch "Diabolus" geschrieben: "Wer kontrolliert die Kontrollore" - Es ist relativ einfach durch geschickte Auswahl von (absolut wahrheitsgetreuen) Berichten die Wahrheit komplett zu verzerren.
Wikileaks oder Wikifreaks?
Also die Enthüllungen der Depeschen hat mich schon sehr umgeworfen. Nur, was war daran so enthüllend?
Dass Diplomaten Briefe schreiben liegt in der Natur der Sache. Dass Diplomaten Urteile abgeben, liegt auch irgendwo in diesem Bereich.
Das einzige Außerewöhnliche daran war, dass Neurosengeplagte sich mit einer Supermacht anlegen.
Das war es auch schon.
Aber Enthüllungen?! Mitnichten!
kann mir vorstellen wie frustriert er im senat waere, waehlen wuerde ich ihn auch.
leider gibt es in australien einen massiven rechtsrutsch bei den naechsten wahlen weil die gillard regierung bei den waehlern nicht ankommt, beziehungsweise der oppositionsfuehrer geschickt alles ablehnt und labour dumm ausschauen laesst. noch dazu hat er das ganze geld der wirtschaft,sowie die presse hinter sich.
das ungerechte wahlsystem hilft dazu dass nur eine der grossparteien gewinnt, denn nur ein kandidat pro wahlkreis zieht ins unterhaus parlament (senat ist anders)
Politiker und TV-Moderator. Ein echter Wunderwuzzi: http://fernseherkaputt.blogspot.com/2012/04/j... assan.html
Das kannst in jedem Land der Welt haben. Du brauchst nur die Auslieferung bis zur wirklich letzten Instanz bekämpfen und - Überraschung! - du wirst bis zur Erledigung in deiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein. In den meisten Staaten wirst allerdings wirklich im Häfen sitzen.
Hmm, wie merkwürdig. War es nicht die Bergbauindustrie die Gillard gestützt hat als sie gegen ihren Parteigenossen Kevin Rudd aus dem Premieramt geputscht hat? Der hatte ja die Wahlen gewonnen und war auch in der Bevölkerung beliebt.
Ein Senator Assange in so einer politischen Landschaft wäre sicher interessant. Mit Intrigen kennt er sich ja mittlerweile gut aus.
Assange blickt auf sein Ipod und loggt sich bei Wikileaks während einer Sitzung ein und geht zum Pult.
"Selbstverständlich,Mrs. Prime Minister, werd' ich kein Wort über Ihren letzten Kenya-Urlaub verlieren. Du alte Sau!" und lächelt ins Display.
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