Jugendarbeitslosigkeit in Europa bleibt sehr hoch

20. Mai 2012, 17:48
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Es droht eine "verlorene Generation" heranzuwachsen

Düsseldorf - Die mit der Krise stark gestiegene Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird einer Studie zufolge auch in den kommenden Jahren auf einem dramatisch hohen Niveau bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in dem Report "Global Employment Trends Youth 2012", der am Dienstag vorgestellt werden soll und dem deutschen "Handelsblatt" vorliegt.

Es drohe deshalb eine "verlorene Generation" heranzuwachsen, warnt die UN-Organisation dem Blatt zufolge. "Der seit der Wirtschaftskrise eingeschlagene Sparkurs behindert eine rasche Erholung der Arbeitsmärkte für Jugendliche." Die ILO empfiehlt den Regierungen daher einen Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik.

Im Durchschnitt der Europäischen Union und der anderen entwickelten Industrieregionen hat sich die Arbeitslosenquote in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen nach den Berechnungen der ILO von 2008 bis 2011 um 26,5 Prozent erhöht. Der Anstieg war demnach in diesen drei Jahren so stark wie in keiner anderen Weltregion.

Zunahme seit der Krise

Im globalen Durchschnitt habe die Jugendarbeitslosigkeit seit Beginn der Krise um 5,3 Prozent zugenommen. Nach den jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hatte die Quote der arbeitslosen Jugendlichen in den 17 Ländern der Eurozone im März 2012 das Rekordniveau von durchschnittlich 22,1 Prozent erreicht.

Die reale Lage ist nach der Analyse der ILO dem Blatt zufolge "noch schlechter, weil sich junge Menschen in massiver Zahl vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben". Die Arbeitsorganisation mahnt daher an, Beschäftigungspolitik für junge Menschen "zu einer Priorität auf der politischen Agenda" der Regierungen zu machen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel stufte die Analyse als alarmierend ein: "Wir brauchen vor allem ein Sofortprogramm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Griechenland oder Spanien, wo inzwischen jeder zweite Jugendliche keine Arbeit hat", sagte Gabriel dem "Handelsblatt". (APA, 20.5.2012)

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