Pfarrerinitiative um Schüller will sich wehren

Es gebe keine Glaubenskrise, sondern nur eine "Kirchenleitungskrise", so Helmut Schüller

Mannheim/Wien - Er sprach zwar nur "am Rande" des offiziellen Katholikentags in Mannheim, aber er tat es beim "Alternativen Katholikentag" vor begeistert applaudierenden Gläubigen. In der übervollen Johanniskirche kündigte der Initiator der österreichischen Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, an, dass die engagierten Priester allfällige Disziplinarmaßnahmen, die Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn in Aussicht gestellt hatte, nicht hinnehmen und sich wehren wollen.

Kein Verständnis

"Ich weiß nicht, was an Pfarrern, die ihre tägliche Arbeit tun, zu disziplinieren wäre", sagte Schüller. Die Initiative verstehe die Androhung nicht. Er wisse auch nicht, wie weit die Disziplinarmaßnahmen gehen würden. "Wir werden uns die Maßnahmen ansehen und uns von Experten beraten lassen."

Der frühere Wiener Generalvikar, der jetzt Pfarrer von Probstdorf ist, fordert eine Verfassung für den Kirchendialog, eine Art Dialog-Grundrechtskatalog. Derzeit werde der Dialog wie ein Gnadenakt praktiziert, der teils von oben zugelassen, teils aber wieder zurückgezogen werde, kritisierte Schüller. "Wir haben keine Glaubenskrise, wie manche Kardinäle meinten, und wir haben keine Kirchenkrise, sondern wir haben eine Kirchenleitungskrise, die angegangen werden muss." (APA, nim, DER STANDARD, 21.5.2012)

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