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Marihuana- Züchtungen mit immer höherem THC- Gehalt.
In den Achtzigern schien die Welt für Kiffer noch in Ordnung zu sein. Cannabis-Konsum war zwar auch damals illegal, aber das Kraut relativ leicht zu beschaffen, und diejenigen, die einmal so richtig mehrere Tage hintereinander abheben wollten, pilgerten einfach nach Holland. Gesundheitsbedenken? Keinesfalls. Haschisch, Marihuana & Co machen nicht süchtig, weder körperlich noch geistig, hieß es. Und das behaupten vie- le bis heute. Ihre Argumente basieren meist auf eigenen Erfahrungen. Wer am Abend kräftig "einen durchzieht", ist am nächsten Tag normalerweise problemlos wieder fit, ganz im Gegensatz zum klassischen Alkohol-Zecher. Abgesehen davon macht Cannabis nicht aggressiv. Alles ganz harmlos also.
Doch die Zeiten haben sich geändert. "Noch vor einigen Jahren schien Cannabis eine ziemlich gutartige Droge zu sein, und erst seit kurzem sehen wir eine zunehmende Anzahl von Süchtigen", erklärt die Psychopharmakologin Valerie Curran vom University College in London im Gespräch mit dem Standard. Die Betroffenen zeigen die üblichen Abhängigkeitssymptome wie eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen, Entzugserscheinungen und den täglichen Wunsch nach Konsum. Ihre Gedanken kreisen immer stärker um das Suchtmittel, sagt Curran. Nach neueren Erkenntnissen dürfte etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der EU Cannabis-abhängig sein, so die Wissenschafterin. Bei 14- bis 17-jährigen Jugendlichen liege die Quote sogar bei circa 1,8 Prozent. "Das ist ein bisschen beunruhigend."
Neue Züchtungen
Nach Ansicht vieler Experten sind moderne Anbaumethoden in Gewächshäusern und neue Züchtungen Schuld an der Misere. Die Fortschritte haben unter anderem die sogenannten "Skunk"-Varianten mit sehr hohen Konzentrationen - bis über zwanzig Prozent - des Hanf-Wirkstoffs 9-Tetrahydrocannabinol (THC) hervorgebracht. Diese hochpotenten Sorten verdrängen zunehmend traditionelles "Gras" und Marihuana aus Freilandanbau. Deren THC-Gehalt beträgt meist nur drei bis acht Prozent, und sie enthalten gleichzeitig relevante Mengen der Begleitsubstanz Cannabidiol (CBD), welche einen gewissen Schutzeffekt gegen negative Auswirkungen von THC zu haben scheint. Hochgezüchtetes Gewächshauscannabis ist meist CBD-frei. "Die Dominanz von Skunk verursacht die Probleme", meint Valerie Curran. Auf dem britischen Drogenmarkt zum Beispiel bestehen bereits rund 80 Prozent des Angebots aus sehr stark THC-haltigen Cannabisprodukten. "Es ist für Jugendliche kaum noch möglich, etwas anderes zu kaufen."
Mehr Psychosen
Der starke Stoff steht zunehmend im Verdacht, Psychosen wie Schizophrenie auslösen zu können. Fachleute aus der Gesundheitspraxis berichten von einer Zunahme solcher Krankheiten, vor allem bei jungen Hanfkonsumenten. Harte Zahlen fehlen gleichwohl. Lediglich eine Erhebung weist eine Verdopplung der Psychosen-Inzidenz seit Anfang der Sechzigerjahre in einem bestimmten Gebiet nach - in Problemvierteln Südlondons. Hierbei dürften Drogen eine wesentliche Rolle spielen, glauben Forscher.
Auch Stephan Kupferschmid, Kinder- und Jugendpsychiater an der Universitätsklinik Bern, sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen Psychosen und Cannabis. "Wir beobachten Patienten, die schon immer gekifft haben, immer damit zurechtkamen und dann irgendwann psychotisch werden." Als unmittelbarer Auslöser kommt immer wieder Skunk infrage, so Kupferschmid. Die am häufigsten mit intensivem Cannabis-Konsum einhergehenden psychischen Störungen sind allerdings Depressionen und das "amotivationale Syndrom", betont der Mediziner. Eben die allseits bekannten Stimmungstiefs sowie Antriebslosigkeit.
THC-Gehalt
Die wissenschaftliche Beweislage zum Thema Psychosen und Cannabis ist noch längst nicht eindeutig. Zwar weisen mittlerweile mehrere Studien auf eine Verbindung hin (vgl. u. a. British Journal of Pharmacology, Bd. 160, S. 511), doch die zentrale Frage bleibt weiterhin ungeklärt: Löst die Droge, vor allem Skunk, tatsächlich psychotische Störungen aus, oder greifen psychotisch anfällige Personen eher zu Cannabis und seinen hoch THC-haltigen Varianten? Was ist Ursache, was ist Folge? Gesichert scheint jedoch, dass Hanfkonsumenten ein mehr als doppeltes Risiko für die Erkrankung an einer Psychose tragen, sehr starke Kiffer sogar ein sechsfaches. Dennoch betonen sowohl Curran als auch Kupferschmid, dass nur eine sehr geringe Minderheit der Konsumenten tatsächlich Schäden davonträgt.
Alexander David, Arzt bei der Drogenkoordination Wien, sieht die Gefahr vor allem bei Jugendlichen. Bei ihnen kann Cannabis vermutlich eine bereits existierende psychotische Prädisposition verstärken, die Krankheit bricht schneller aus, so der Fachmann. "Je früher mit dem Konsum begonnen wird, desto größer das Risiko." Sehr bedenklich sei es deshalb, wenn bereits 13-Jährige regelmäßig kiffen. Stephan Kupferschmid teilt diese Position. "Es scheint so zu sein, dass psychische Störungen bei Cannabis-Konsum früher eintreten." Und da die Pubertät eine besonders kritische Lebensphase ist, seien die Folgen einer Erkrankung während dieser Zeit am größten.
Gefährdete Jugendliche
In Wien gibt es schätzungsweise 10.000 Minderjährige mit Cannabis-Erfahrung, wahrscheinlich sind 300 bis 400 davon Problemkonsumenten, berichtet Alexander David. "Ein ganz wesentlicher Faktor für die Entwicklung psychotischer Störungen ist, wie das soziale Umfeld auf den Kranken reagiert." Bei sozialen Schwierigkeiten kann Cannabis deshalb eine besondere Dynamik entwickeln. Betroffene Jugendliche brauchen deshalb die vertrauensvolle Unterstützung ihrer Eltern, und bei den ersten Anzeichen von psychischen Problemen muss professionelle Hilfe geholt werden, betont David. (Kurt de Swaaf, DER STANDARD, 21.5.2012)
Eingeschränkte Sprachkompetenz und Gedächtnisprobleme deuten laut Studie auf Schizophrenie-Risiko hin
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ich möchte nur den anstoss geben, das wir menschen uns entwickeln und vielleicht daher auch mehr THC vertragen können - natürlich gibt und gab es immer Leute die durch respektlosen Umgang bzw. Unwissenheit das Kiffen übertrieben haben und dann in eine Psychose geschlittert sind... nur meine meinung..
"...steht zunehmend im Verdacht", "dürfte etwa...", "Nach Ansicht vieler Experten...", "...steht zunehmend im Verdacht", "...auslösen zu können", "Harte Zahlen fehlen gleichwohl. Lediglich eine Erhebung...", "Hierbei dürften...glauben Forscher", "einen möglichen Zusammenhang", usw., usf.
Das sich der Dr. David mit diesen, im Artikel vorkommenden, Mutmaßungen wohl fühlt, darf bezweifelt werden.
Wenns legales, leichteres Gras gibt, rauchens weniger THC?
Ist doch Unsinn!
Dann kaufens lieber das stärkere, illegale.
Oder wir verkaufen das Gras legal mit Aufdruck über den Wirkstoffinhalt?
Wird ein Renner sein, das homöopathische Gras, das weniger fährt als das stärkere!
Dass es komplett illegal ist, bringt sichtlich auch nichts.
Ergo:
Man kann NICHTS daraus schließen.
Man kann nur zuschauen, wie sich manche Kiffer das Hirn rausblasen, wie sich manche Alkis blöd saufen.
Es gibt halt Leute mit Sucht-Disposition, und welche ohne. Und wenn man alles verbietet, schnüffelns halt Patex oder Propan-Gas.
legales, leichteres gras?
gerade frisch angebautes, im freien und langsam wachsendes gras wird doch regelmäßig von der polizei hops genommen.
den kiffern bleibt gar nichts anderes übrig als auf fremdes, importiertes und gesundheitlich unklares gras zurückgreifen zu müssen oder auf "künstliches kellergras".
der einzige ausweg ist die freigabe von gras für eigenanbau, sodaß jeder vom samensetzen bis zum trocknen selbst qualitätskontrolle betreiben kann.
die meisten kiffer werden mit traditionellem, aber reinem gras zufriedener sein als mit hochgezüchtetem verunreinigtem gras. oder meinens, der 08/15-suchtkiffer kann sich teures sauberes gras aus sehr guter quelle leisten? bekommt er dieses in der ubahn?
mein bruder hat mit 15 begonnen und ist mit 18 das erste mal in der psychiatrie gelandet, zu weihnachten das zweite mal und jetzt ist er in einer betreuten wg um seine persönlichkeit wieder aufzubauen, aus dieser sicht scheint der artikel nicht panikmache zu sein sondern eher wachzurütteln
kommen mit schwerwiegenden beschwerden in die psychiatrie ...
das paradoxe bei der thematik ist aber, dass cannabis auch "antipsychotic" wirkt neben antidepressiv, aggressionsmindernd usw. ebenso bei postraumatischen traumen
- und massives potenzial in der therapie hätte ... und wer selbst zu dem mittel greift und damit wirksame therapieerfolge hat und ein arzt erfährt davon ... heißts in der diagnose dann die drogen sind schuld ...
konsum/therapie sollte klar von missbrauch unterschieden werden ... aber wir leben ja in einer drogenunmündigen gesellschaft da ist alles missbrauch auch kranke die sich damit heilen/therapieren werden zu kriminelle erklärt während der staat selbst hanf züchtet und ...(AGES)
paradox hoch 2
schädlicher fusel wird von al capone und seinen burschen bei nacht und nebel über die grenze geschmuggelt oder im hinterhof selbst gebraut.
und kaum war die prohibition vorbei, war auch dieser dreck wieder weg vom markt.
verkauft das dope und anderes in apotheken. das am wenigsten schädliche, zu einem unschlagbaren preis!
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