Audi-Chef bestätigt Pläne zu Vorstandsumbau

20. Mai 2012, 15:56
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Die Volkswagentochter richtet sich neu aus: Die Produktion in China soll auf 700.000 Autos pro Jahr steigen, auch der Markt in den USA soll wachsen

Frankfurt - Der Chef der Volkswagen-Tochter Audi, Rupert Stadler, hat Pläne zum Umbau des Vorstands bestätigt. "Vor dem Hintergrund der Audi-Strategie 2020 wäre es fahrlässig, sich keine Gedanken über die Teamaufstellung zu machen", sagte Stadler im Interview mit der "Wirtschaftswoche".

"Wir wollen in China unseren Output mittelfristig auf 700.000 Autos pro Jahr ausbauen, die geplante Fabrik in Mexiko an unser System andocken, in den USA und Lateinamerika massiv wachsen", führte Stadler aus. Zudem sei mit Ducati eine Premiummarke erworben worden. Angesichts dieser Vorhaben werde "natürlich" auch über Organisation und Struktur diskutiert. Entscheidungen seien aber noch keine gefallen. "Gäbe es etwas zu verkünden, würde ich es tun", sagte der Vorstandschef.

Frauenquote im Management soll steigen

Einen zusätzlichen Vorstandsposten für Frauen wird es laut Stadler in der Audi-Chefetage auch bei einer Neuordnung nicht geben. "Ich halte nichts von Schaufensteraktionen. In unserer Branche ist es wichtig, mehr junge Frauen für Technik und Management zu begeistern. Wenn wir das schaffen, werden wir auch in Führungspositionen mehr Frauen sehen." Grundsätzlich sei die Besetzung eines Vorstandspostens "keine Frage des Geschlechts, sondern der Kompetenz". Dennoch wolle Audi "mit klaren Zielen die Zahl der Frauen in Führungspositionen erhöhen".

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Anfang Mai unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass Audi ein größerer Vorstandsumbau ins Haus steht. Die Vorstände für Beschaffung und Produktion, Ulf Berkenhagen und Frank Dreves, schieden aus dem Gremium aus, sagten zwei Unternehmensinsider. Beide Manager sind seit mehr als fünf Jahren an Bord. Ihr Abschied könne weitere Umbesetzungen in der Audi-Führung nach sich ziehen, hieß es in den Kreisen. Entscheidungen über die Nachfolger seien aber noch nicht gefallen, sagte einer der Insider. (APA/Reuters, 20.5.2012)

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    Audi fährt eine neue Strategie.

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