Life Ball-Outfits eher zugeknöpft als freizügig

  • Dagmar Koller und Uwe Kröger bei ihrer Einlage, bei der ein kleines Hoppala passierte.
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    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Dagmar Koller und Uwe Kröger bei ihrer Einlage, bei der ein kleines Hoppala passierte.

Viel Prominenz beim 20. Life Ball, wo sich eindeutig zeigte, dass die Charity Gala in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist

Wien - Der rote Teppich bei der Life Ball-Eröffnung hat sich am Samstagabend wie erwartet als feuriger Hexenkessel aus Promis, nackten Teufeln und Aids-Botschaftern präsentiert. "Viva la vida" ("Es lebe das Leben", Anm.) brachte es Schauspieler Antonio Banderas auf den Punkt. Man werde an dem Abend zwar nicht die Welt, aber hoffentlich das Leben von ein paar Menschen verändern. Kommendes Jahr will er mit seiner Frau Melanie Griffith erneut den Ball besuchen.

Die Besucher waren dem Aufruf von Organisator Gery Keszler zum großen Teil gefolgt. Das Thema "Feuer" zog sich quer durch die zahlreichen fantasievollen Kostüme. Die Mehrheit der Gäste ließ auch mehr ihre Bekleidung als nackte Tatsachen sprechen. Eine Besucherin, deren Statement aus einem knappen Tanga und einem Feuer-Tattoo bestand, wollte dennoch mit ihrem (Nicht-)Outfit ein Zeichen setzen. "Der Körper ist nie peinlich, der Umgang mit Aids ist es", sagte sie. Doch ein Querschnitt der Outfits zeigte einmal mehr, dass der Life Ball längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist: Viele setzten auf einen dunklen Anzug bzw. ein klassisches Abendkleid.

Zwischen Feiern und Nachdenken

"Es geht heute darum, die Aufmerksamkeit gegenüber Aids zu heben und das Leben zu feiern", sagte die Schauspielerin Brigitte Nielsen. Der Life Ball sei ein ebenso lustiges wie ernsthaftes Fest. "Es ist ein wundervoller Abend, nicht nur fürs VIPs, sondern für alle", meinte das Model Lydia Hearst. "Ich wünschte mir, alle könnten heute hier sein." Model-Kollegin Karolina Kurkova war ebenfalls begeistert: "Es ist mein erster Life Ball und es ist wirklich toll".

Auch das Model Eva Padberg war hingerissen. "Es ist mein dritter Life Ball. Es steckt soviel Herz dahinter. Die Menschen leben ihre Persönlichkeit aus. Es ist wunderschön", meinte sie. Als "Zirkus für Straight People" hat US-Musicalstar Cheyenne Jackson den Life Ball bezeichnet. "Es ist eine große Party, aber man sollte nicht vergessen, worum es geht", meinte er. Der Sänger präsentierte am Abend seine erste Single live.

Dagmar Koller ganz ehrlich

"Ich freue mich auf die vielen Hollywood-Stars, aber in Wahrheit geht es um die tollen Kostüme", sagte die deutsche TV-Moderatorin Sonya Kraus. Der Trend ging allerdings zur Verhüllung: "Mir ist bei der Modeschau einmal ein Busenblitzer passiert, heute passe ich auf", sagte Dagmar Koller, die Witwe des verstorbenen Wiener Bürgermeisters und Life Ball-Förderers Helmut Zilk.

Dieser Vorsatz hielt jedoch nicht: Denn auch dieses Mal passierte Koller, die heuer wieder als Model über den Catwalk schritt, ein kleines Malheur. Als Uwe Kröger sie bei einer Hebefigur in die Arme nahm, war ihre Unterhose zu sehen. Selbst verzweifelte Versuche, das Kleid wieder in Position zu rücken, halfen nicht. Aber mehr ist dann auch wieder nicht passiert.

Dolly Buster als Biederfrau

Die Erotik-Film-Produzentin Dolly Buster wiederum kam geradezu zugeknöpft zu dem Fest. "Bieder, wie ich bin", scherzte sie. Die Deutsche war "gefühlte hundertmal" am Life Ball, der Besuch sei allerdings eine Verpflichtung, aber auch immer wieder ein Spaß.

Auch der Opernsänger Michael Schade trat äußerst konservativ auf. "Ich gehe heute als Opernsänger", schmunzelte er. Erfreuliches gab es von der Aids-Solidarity Versteigerung in der Hofburg zu berichten. Das vorläufige Endergebnis belief sich auf 320.500 Euro. (APA, 20.5.2012)

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3 Postings

Es ist wieder mal bewundernswert, was Gery Keszler und sein tolles Team auf die Beine gestellt haben. Allerdings zeigt es sich einfach, dass - wenn man das Ziel des stets wachsenden Spendenerlöses verfolgt - das Publikum immer elitärer werden wird.

für die gute sache ist (fast) alles erlaubt. ich fand auch, dass der lifeball eher biederer geworden ist. solange kein opernballevent draus wird solls gut sein! ich finde das schrille und "andere" sehr bereichernd für wien!

Es ist doch ein Opernball Event. Oder wo ist der Unterschied?

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