Life Ball 2012 - Feuer am Werk

    20. Mai 2012, 01:33
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    Banderas und Campell überreichten "Crystal of Hope" - Clinton: "Rest der Welt kann stolz auf euch sein"

    Wien - Mit einem wahren Feuerwerk ist Samstagabend der 20. Life Ball in Wien eröffnet worden. Das ganz in Rot gehüllte Rathaus war auch beim Jubiläumsfest Schauplatz einer spektakulären Show zum diesjährigen Motto "Feuer". Mit der Fanfare und dem Einzug 100 Debütantenpaaren mit insgesamt 600 Leuchten an Händen und Köpfen - repräsentativ für die 600 Aids-Toten in Österreich im ersten Life-Ball-Jahr - wurde das Fest 2012 eingeleitet.

    Als Stargäste kamen Ex-US-Präsident Bill Clinton, die Schauspieler Milla Jovovich, Topmodel Naomi Campell, Antonio Banderas sowie Sean Penn. Zum ersten Mal zogen die Debütanten zur bekannten Ball-Polonaise von Chopin in A-Dur unter Anleitung von Thomas Schäfer-Elmayer ein. Nicht wie traditionell gewohnt als Orchesterversion, sondern im Original als Klavierstück. Dazu wurden 20 schwarze Flügel entlang des Magenta Carpets platziert, die von Pianisten gespielt wurden, als die Stargäste einzogen.

    Luster am Rathausplatz

    Die Tribünen, der Laufsteg, der VIP-Bereich und die Stände am Wiener Rathausplatz wurden in einen schillernden Ballsaal verwandelt. Sogar auf einen opulenten Luster wurde nicht vergessen. Während der Eröffnung entpuppte sich die Bühne von der reinen Kulisse zum tatsächlichen Schauplatz des Geschehens -  zu einem Ball im Ball.

    Die Logen wurden bevölkert von den Life Ball-Gästen mit den spektakulärsten Kostümen und Outfits. Die Tribünen rund um den Magenta Carpet waren mit feurigen Elementen bestückt. Die "Jedermann"-Schauspieler Ben Becker und Nicholas Ofczarek übernahmen die sympathische und oftmals auch launige Moderation des Abends.

    "Jedermann" trifft "Tod"

    Beginnend mit einer Szene zwischen "Jedermann" und dem "Tod" aus dem traditionellen Stück leiteten sie die Show ein: "Ein Ausschnitt aus einer Kellerproduktion, die wir im Westen des Landes spielen", scherzte Ofczarek. Sie richteten auch einen Appell an ihr Publikum: "Seit Ertönen der Fanfare haben sich wieder 150 Menschen mit dem HI-Virus infiziert", mahnte Becker. Während in Österreich seit 1997 kein Kind mehr bei der Geburt durch seine HIV-infizierte Mutter angesteckt wurde, sei dies in der Dritten Welt anders.

    Die beiden waren um Worte nicht verlegen. So warnte zum Beispiel Ofczarek vor seinem Kollegen Becker: "Vorsicht, er beißt." Den Hausherren des Rathauses, Wiens Bürgermeister Michael Häupl, lobte er: "Ein fescher Bursch." Häupl erinnerte in seiner Rede daran, dass der Life Ball ein "so ambivalentes Fest" sei und er zum Nachdenken anregen wolle: "Nur Spaß ist dieses Fest nicht." Life Ball-Organisator Gery Keszler sprach davon, wie "Tod und Tanzen" zusammen gehen sollen: "Aids greift die Seele an." Und deswegen müsse man gemeinsam "diesen Tod bekämpfen", durch tanzen, lachen und ausgelassen sein.

    Banderas und Campell als Glücksbringer

    Auch heuer wieder wurde der "Crystal of Hope" überreicht - dieses Mal von Banderas und Campell. Der Preis ehrt ein Sozialprojekt und ist vom Tiroler Unternehmen Swarovski mit 100.000 Euro dotiert. In diesem Jahr ging der Preis an Jackie Branfield, Gründerin des Projekt "Operation Bobbi Bear", das sich um vergewaltigte und mit HIV-infizierte Kinder in der südafrikanischen Provinz Kwa-Zulu Natal kümmert.

    Auch Ex-Präsident Bill Clinton kam auf die Bühne, um einige Worte zu sagen. Die von ihm ins Leben gerufene Organisation Clinton Health Access Initiative (CHAI) will sich der Problematik der Mutter-Kind-Übertragung annehmen. Sein Projekt zielt darauf ab, die Anzahl der HIV-Neuinfektionen von Babys in Uganda und Sambia bis 2015 so weit wie möglich zu reduzieren. "Ihr solltet wirklich stolz sein auf 20 Jahre Life Ball. Und ihr sollt stolz sein auf Gery Keszler, der daran glaubt, was er tut. Und der Rest der Welt kann stolz auf euch sein", erklärte Clinton in seiner Ansprache.

    Milla Jovovich nicht unbeeindruckt

    Eine sichtlich aufgeregte Milla Jovovich - sie kam in ihrer Funktion als Repräsentantin der American Foundation for Aids Research (amfAR) nach Wien - unterstrich die Wichtigkeit des Kampfes gegen HIV und Aids: Die meisten Menschen auf der Welt hätten nicht einen so guten Zugang zur medizinischen Versorgung wie in Westeuropa. Zudem gab es viel Lob für den Life Ball: "Das ist eines der großartigsten und einzigartigsten Events überhaupt."

    Neben zahlreichen Ansprachen gab es auch musikalische Abwechslung: Der Life Ball-Song "Blindfold" von Beat4Feet wurde von Judith Hill, Melody Angel, Truth Hurts und Katia Kelly interpretiert. Zuvor schon sorgten Jon Secada und Deborah Cox mit "Still I rise" für Stimmung auf dem Rathausplatz.

    Ferre, Cavalli, Westwood

    Den abschließenden Höhepunkt der Eröffnungsshow bildete wie immer die Modenschau, die in diesem Jahr von der Vogue Italia ausgerichtet wurde. Die besten Designs von Modeschöpfern, die bereits eine Life Ball Show ausgerichtet haben, wie Gianfranco Ferre, Roberto Cavalli oder Vivienne Westwood, bildeten eine Zusammenfassung der vergangenen 20 Jahre. Eröffnet hat die Show Karolina Kurkova in einem schwarz-weißen Ferre-Teil.

    Neben professionellen Models waren wie immer auch Laien-Mannequins wie Sängerin Conchita Wurst, Jazz Gitti, Musicalstar Uwe Kröger, Balletttänzerin Karina Sarkissova mit dabei. Musikalisch untermalt war die Show durch den Scissor Sisters, der singenden Milla Jovovich und Karl Lagerfeld-Muse Baptiste Giabiconi. Feuriger Höhepunkt der Modeschau war Stuntfrau Miriam Höller, die mit brennenden Victoria's Secret-Flügeln über den Red Ribbon schritt. (APA, 20.5.2012)

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      Bill Clinton sagte es ganz konkret: "Ihr solltet wirklich stolz sein auf 20 Jahre Life Ball. Und ihr sollt stolz sein auf Gery Keszler."

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