Keine Wahlabsprache zwischen Sozialisten und Linken

18. Mai 2012, 16:50
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Melenchon tritt bei Parlamentswahl direkt gegen Le Pen an

Paris - Für die französischen Parlamentswahlen im Juni haben die Sozialisten keine Wahlabsprachen mit der Linkspartei des Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Melenchon getroffen. Die Verhandlungen über eine Vereinbarung der linken Parteien in Wahlkreisen mit unsicheren Mehrheitsverhältnissen seien "gescheitert", erklärte die Linkspartei am Freitag. Dennoch werde sie freiwillig in zwei besonders umstrittenen Wahlkreisen keinen Kandidaten aufstellen. Die gescheiterte Wahlallianz betrifft auch die Linksfront, der die Kommunisten angehören.

In Umfragen vor der Parlamentswahl liegen die sozialistische PS und die konservative UMP mit rund 30 Prozent praktisch gleichauf. Doch könnte trotzdem ein Lager eine klare Mehrheit der insgesamt 577 Sitze für sich erringen - auch mithilfe von Allianzen mit anderen Parteien.

Zwei Runden

Die Abgeordneten müssen in ihren Wahlkreisen in der ersten Runde die absolute Mehrheit, in der zweiten Runde nur die relative Mehrheit erreichen. In die zweite Runde kommen alle Kandidaten, die es in der ersten Runde über 12,5 Prozent schaffen. Problematisch wird es für Kandidaten aus dem linken Lager dort, wo die rechtsextreme Front National (FN) besonders stark ist.

Melenchon tritt im nordfranzösischen Wahlkreis Henin-Beaumont (Pas-de-Calais) an, wo er direkt FN-Chefin Marine Le Pen herausfordert. Am Freitag um 18.00 Uhr endet die Frist für die Kandidatenaufstellung zur Parlamentswahl. (APA, 18.5.2012)

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