Öd: Kaum Tore, wenig Zuseher

18. Mai 2012, 17:00
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Schwache Stimmung, noch schwächere Offensiven, die Tor­schützen­krone im Sonderangebot - Fazit: es kann nur besser werden

Wien - Die 38. Fußball-Bundesliga-Saison ist geschlagen, sie endete schließlich doch mit dem Titelgewinn des zunächst als klarer Favorit geltenden Teams aus Salzburg. Ein starkes Frühjahr mit 38 Punkten in 17 Runden ließ den schwächeren Herbst mit nur 30 in 19 Durchgängen vergessen machen. Eine einzige Niederlage in den letzten 21 Spielen, das 0:1 daheim gegen Mattersburg am 3. März, fiel bei 14 Siegen und 6 Remis nicht mehr ins Gewicht. Der vierte Titel in der Red-Bull-Ära, der insgesamt siebente für die Salzburger, die sowohl Heim- als auch Auswärtstabelle anführen, war perfekt.

Rapid verbessert

Sechs Siege in Folge zum Abschluss ließ den Favoriten schließlich mit sechs Zählern Vorsprung auf Rekordmeister Rapid ins Ziel gehen, wobei die Bullen auch die um acht Treffer bessere Tordifferenz aufwiesen. Für die Hütteldorfer, nach dem Herbst vor den punktegleichen Riedern noch die Nummer eins, blieb zum 24. Mal in der Geschichte nur der Vizetitel (wie zuletzt 2008/09) neben 32 Meisterschaften und 21 dritten Plätzen. Aber doch eine klare Steigerung gegenüber der vergangenen Saison, als "Grün-Weiß" nur auf Rang fünf gelandet war. 

Aufsteiger sensationell

Eine sensationelle Leistung lieferte Admira mit Platz drei ab. Als Aufsteiger waren in der Bundesliga-Geschichte nur der LASK und der GAK gleichwertig oder minimal besser. Die Linzer in der Saison 1979/80, als sie umgerechnet auf die Dreipunkteregel auf 56 Zähler (einen mehr als die Admira) kamen und so wie diese Dritte wurden. Die Grazer mit 57 Zählern in der Saison 1995/96, die damals aber nur zu Rang vier reichten. Immerhin schafften die Südstädter ihr bestes Bundesliga-Ergebnis seit der Saison 1993/94, als sie ebenfalls Platz drei (allerdings mit umgerechnet 62 Punkten) erreichten. Ihr Rekord datiert aus der Saison 1988/89, als sie als Zweite umgerechnet auf 68 Punkte kamen.

Verlierer Austria

Zu den Verlierern der Saison gehören die Austria, die als Vierte erstmals seit zehn Jahren international zusehen muss, und Titelverteidiger Sturm, der nur auf auf Rang fünf kam. Auch die SV Ried hatte sich in der Meisterschaft nach dem Herbst mehr als Rang sechs erwartet, könnte sich aber am Sonntag im Cupfinale gegen die Salzburger, die damit erstmals das Double im Visier haben, schadlos halten. Nach vier Jahren Erstklassigkeit müssen die Kapfenberger wieder in den Keller, sie trennten schließlich als Zehnte zehn Punkte vom Vorletzten Wiener Neustadt.

7.328 pro Spiel

Die Zuschauerzahlen ließen in dieser Saison zu wünschen übrig, nach inoffiziellen Zahlen wollten im Schnitt nur 7.328 die 180 Spiele sehen, auch wenn in der Schlussrunde am Donnerstag mit 58.000/Schnitt 11.600 das beste Saison-Ergebnis registriert wurde. Vor einem Jahr hatten durchschnittlich nach 8.103 Zuschauer die Stadiontore passiert. Der vorher schlechteste Besuch stammt aus der Saison 2004/05 mit im Schnitt 7.100. Der Rekord steht seit der Saison 2007/08 auf 9.619 pro Match.

Schwache Torausbeute

Auch die Torausbeute war alles andere als überragend. 438/Schnitt 2,43 waren die geringste Quote seit der Saison 1993/94 mit 426/2,36. Übrigens hieß auch damals der Sieger Salzburg und Admira war Dritter (allerdings hinter der Austria). Und die 14 Tore, die Stefan Maierhofer und Jakob Jantscher als Schützenkönige erzielten, stellten das bisher schlechteste Ergebnis von damals (ebenfalls die Salzburger Jurcevic und Pfeifenberger) ein. 

Jantscher bester Spieler

Jakob Jantscher von Red Bull Salzburg ist von den Präsidenten, Managern und Trainern der Fußball-Bundesligisten zum besten Spieler der abgelaufenen Bundesliga-Saison gewählt worden. Zum besten Tormann wurde Jörg Siebenhandl vom SC Wiener Neustadt gewählt. (APA; 18.5.2012)

Zuschauer-Rangliste:

  Club           Gesamt    pro Spiel
  1. Rapid       294.573   16.365
  2. Sturm       194.893   10.827
  3. Salzburg    177.313    9.851
  4. Austria     148.085    8.277
  5. Innsbruck   115.059    6.392
  6. Ried         88.505    4.917
  7. Mattersburg  88.287    4.905
  8. Admira       80.775    4.488
  9. Wr. Neustadt 51.820    2.879
 10. Kapfenberg   43.742    2.430

 Gesamt       1.283.052    7.182

Rangliste Österreicher-Anteil:

  Club           Ö-Anteil
  1. Wr. Neustadt   95 Prozent
  2. Austria        84
  3. Admira         83
  4. Rapid          80
  5. Sturm          79
  6. Mattersburg    78
  7. Ried           71
  8. Innsbruck      65
  9. KSV 1919       64
 10. Salzburg*      38

 Gesamt             73,6

* Kriterien zur Partizipation am Österreicher-Topf nicht erfüllt

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Trauermarsch für die Bundesliga.

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