IAEO-Chef Amano reist am Sonntag nach Teheran

18. Mai 2012, 17:29
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Montags-Treffen in Wien abgesagt

Wien  - In die langwierigen Atomverhandlungen der Atomenergiebehörde IAEO mit dem Iran ist möglicherweise Bewegung gekommen: IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano reist nach Teheran, um an diesem Montag persönlich mit hochrangigen Regierungsvertretern, darunter Atom-Unterhändler Saeed Jalili, über das umstrittenen Atomprogramm zu sprechen. Das teilte die IAEO am Freitag in Wien mit.

Bisher war als Fortsetzung der - erfolglosen - Verhandlungen nur ein Treffen auf Arbeitsebene in Wien geplant gewesen. Diese für Montag vorgesehene Zusammenkunft zwischen einer iranischen Delegation und IAEO-Vertretern sei nun abgesagt worden, hieß es. An der Reise in die iranische Hauptstadt soll auch IAEO-Chefunterhändler Herman Nackaerts teilnehmen.

Gespräche am Mittwoch

Am Mittwoch wollen die UN-Vetomächte (USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschland ihre möglicherweise entscheidenden Gespräche mit dem Iran über das Teheraner Atomprogramm fortsetzen. Der Westen vermutet, dass der Iran den Bau von Atombomben plant. Die IAEO fordert vom Iran, offene Fragen zu einer möglichen militärischen Dimension des Atomprogramms zu klären.

Die Situation gilt als angespannt, weil Israel das iranische Atomprogramm als existenzielle Bedrohung sieht und seit längerem indirekt mit einem Luftangriff auf die Atomanlagen droht. Der US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro, sagte kürzlich, alle notwendigen Vorbereitungen für einen Angriff seien getroffen. Der Iran bestreitet die Vorwürfe und und versichert, die Atomenergie nur für friedliche Zwecke zu nutzen.

Ein IAEO-Sprecher wollte am Freitag nicht sagen, ob eine Einigung mit dem Iran über die verlangten Kontrollen bevorstehe. Der Iran verweigert bisher den Zugang zu bestimmten Forschungszentren. Das Land leidet aber unter den vom Sicherheitsrat verhängten Wirtschaftssanktionen und könnte daher zu Zugeständnissen bereit sein. (APA, 18.5.2012)

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