"Expansive Personalpolitik" trotz unsicherer Lage

21. Mai 2012, 09:54
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Hewitt-Studie sieht bei europäischen Multis keine dicken Rotstifte in den Human Resources (HR)

Trotz angespannter Wirtschaftslage und andauernden Kostendrucks halten europäische Multinationals an einer expansiven Personalpolitik fest. Das zeigte die Untersuchung "European HR Barometer 2012" von Aon Hewitt im Auftrag des European Club for Human Resources. 47 Prozent der Befragten wollen mehr Mitarbeiter einstellen - im wirtschaftlich stabileren Jahr 2011 waren es nur 28 Prozent. Auch an Weiterbildungs- und Entwicklungsprogrammen wird nicht gespart.

Das zeige deutlich: Unternehmen halten den Erfolgsfaktor Mitarbeiter für entscheidend in Bezug auf nachhaltiges Wachstum und Innovation. Daran rütteln selbst Euro- und Finanzkrise nicht. Vielmehr beurteilen viele HR-Verantwortliche die kritische Wirtschaftslage zunehmend als Chance und nicht als Bedrohung. So führen Talentmanagement und Führungskräfte-Entwicklung das Ranking der wichtigsten HR-Aktivitäten mit direktem Einfluss auf den Unternehmenserfolg an. Erstmals zeigt das HR-Barometer auf, dass sich fast alle der 52 befragten Unternehmen aus 13 Ländern - 62 Prozent davon börsennotiert - in der Verantwortung sehen, gegen die Jugendarbeitslosigkeit vorzugehen. Die bereits ergriffenen Maßnahmen reichen von Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen bis zur Schaffung neuer Trainee-Stellen.

"Dass die Unternehmen bei ihrer expansiven Linie in Sachen Personalpolitik bleiben, halte ich für ein gutes Zeichen", so Wolf-Bertram von Bismarck, EMEA Talent Practice Leader bei Aon Hewitt. " Ich vertraue darauf, dass auch eine Verschlechterung der Wirtschaftslage hier keinen Riegel vorschieben wird."

Denn die Unternehmen seien auf einem guten Weg. Der Druck auf HR, zum Unternehmenserfolg beizutragen, werde weiter wachsen. Und: Im Gegensatz zu 2011 erobert die Kostensensibilität ihren Platz als wichtigster Einflussfaktor auf die HR-Arbeit zurück. (red, DER STANDARD, 19./20.5.2012)

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