Mozarteum Salzburg beschließt Einführung von Studiengebühren

18. Mai 2012, 14:19
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Wiedereinführung nach der alten Regelung ab Herbst

Salzburg/Wien - Als erste kleine Universität hat am Freitag das Mozarteum in Salzburg beschlossen, ab Herbst die vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) aufgehobene bisherige Studiengebührenregelung autonom wieder einzuführen. Der Senat habe mehrheitlich dem Antrag des Rektorats zugestimmt, 363,36 Euro pro Semester von Nicht-EU-Bürgern sowie Studenten, die die Mindeststudiendauer um mehr als zwei Semester überschritten haben, zu kassieren, heißt es in einer Aussendung der Uni.

Appel für politische Lösung

Gleichzeitig habe der Senat den Wunsch geäußert, "dass im Hinblick auf die Studienbeiträge sowie die sozialen Begleitmaßnahmen eine bundeseinheitliche Regelung getroffen wird". Die Regierung sollte beim Thema Studiengebühren "ihre bildungspolitische Verantwortung nicht auf die einzelnen Universitäten abwälzen", appellierte er für eine politische Lösung.

Mit der Senatsentscheidung gilt am Mozarteum ab Herbst wieder dieselbe Regelung, die vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) vergangenen Sommer wegen Ungenauigkeit aufgehoben wurde und die bereits an der Uni Wien, der Wirtschaftsuniversität, der Uni Graz und der Technischen Uni Graz von den Senaten autonom in den Uni-Satzungen verankert wurde.

Mehrheit der Unis gegen Gebühren

Die überwiegende Mehrzahl der Unis hat sich allerdings bereits gegen ein eigenständiges Kassieren ausgesprochen - entweder hat das Rektorat gar keinen Antrag auf Einführung autonomer Gebühren an den Senat gestellt, oder der Senat hat dieses Ansinnen abgelehnt. Keine Gebühren geben wird es an der Technischen Uni Wien, der Uni Salzburg, der Uni Klagenfurt, den Medizin-Unis Innsbruck und Graz, der Montanuni Leoben, den Musik-Unis Wien und Graz, der Kunstuni Linz, der Akademie der Bildenden Künste und der Universität für angewandte Kunst geben.

An der Uni Innsbruck, der Medizin-Uni Wien und der Veterinärmedizinischen Uni stehen die Entscheidungen der Senate noch aus. An der Uni Linz und der Uni für Bodenkultur hat sich indes das Rektorat noch nicht entschieden, ob es einen Antrag stellen wird. (APA, 18.5.2012)

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