Es geht ohne iTunes: Musiker verkaufen direkt an Fans

  • Crowdsurge ermöglicht den direkten Ticketverkauf - ohne Gebühren
    foto: derstandard.at

    Crowdsurge ermöglicht den direkten Ticketverkauf - ohne Gebühren

Anwendungen, die Musikern das Leben erleichtern

Eliot Van Buskirk von Evolver.fm hat in einem Artikel auf Wired.com fünf Musik-Apps vorgestellt, die es Künstlern ermöglichen, ihr Angebot direkt ohne Zwischenhändler anzubieten. Laut Buskirk glaubte man in den 90ern, in den Anfängen des Internets, dass Musiker bald völlig ohne Zwischenhändler auskommen werden und ihre Fans auf direktem Wege erreichen werden können. Dass dem nicht so war und heute immer noch nicht so ist, beweisen Händler, wie iTunes oder Amazon, die einen Bruchteil des Verkaufswertes selbst einstecken, so Buskirk. Allerdings gäbe es einige Anwendungen, die diese Zwischenhändler nervös machen könnten:

Crowdsurge: Direkter Ticketverkauf

Der bekannteste unter den Online-Ticketverkäufern, Ticketmaster, hat sich vor kurzem mit Live Nation zusammengeschlossen. Ticketmaster erhält zwar keinen anteiligen Verkaufswert der Tickets, hebt allerdings Servicegebühren, Abwicklungsgebühren und Versandkosten ebenso wie Gebühren für elektronische Tickets ein. Crowdsurge hingegen verlangt für das einfache Nutzen seines Services keinerlei Gebühren. Extras wie die Wartelisten-Funktion sind jedoch kostenpflichtig.

Bandcamp für Merchandising

Bei Bandcamp können Bands ihre digitalen Produkte, wie Songs und Videos, als auch physische Produkte aus dem Merchandising-Bereich verkaufen. Im Gegensatz zu Amazon, so Buskirk, verlangt Bandcamp 15 Prozent des Verkaufswertes und bietet dafür viele Optionen, zum Beispiel variables Pricing und Gratis-Giveaways.

Kickstarter als Funding-Plattform

Die Funding-Plattform Kickstarter, auf der man Geld für seine Ideen sammeln kann, bietet eine exzellente Funding-Möglichkeit für Musiker. Schon Amanda Palmer hat es vorgemacht: Für die Produktion ihres neuen Albums hat Palmer in 15 Tagen rund 700.000 Dollar gesammelt. Bands, die bereits eine Fanbasis im Internet haben, könnten bei Kickstarter zumindest einen Anteil der Produktionskosten wieder hereinholen, meint Buskirk.

GigFunder: Geld für die Tour

Wenn Bands speziell Geld für die Tour auftreiben wollen, bietet sich GigFunder an. Fans zahlen der Band Geld, damit diese in ihrer Stadt auftreten. Sollte die Band nicht genug Geld zusammenkratzen, um dort aufzutreten, muss auch der Fan das Geld nicht bezahlen. Sieben Prozent des Betrags bekommt GigFunder, sofern die Tour stattfindet. Geldgeber werden ähnlich wie bei Kickstarter mit Tickets, T-Shirts oder signierten Materialien belohnt.

Distro.fm für Musik-Abonnements

Für all jene, die von einer Band gerne alle Songs hätten, also nicht nur Studioaufnahmen, sondern Live-Mitschnitte und Probeaufnahmen, könnte Distro.fm von Interesse sein. Ähnlich wie bei Spotify bezahlt man einen Jahresbetrag und kann Musik streamen oder downloaden. Den Preis kann jede Band selbst festlegen. (iw, derStandard.at, 20.5.2012)

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