Chinas Schmugglerkönig zu lebenslanger Haft verurteilt

18. Mai 2012, 11:21
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Nach zwölf Jahren in Kanada war er vergangenes Jahr an China ausgeliefert worden

Peking - Der chinesische Schmuggler Lai Changxing ist am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verhängte das Mittlere Volksgericht in der südchinesischen Stadt Xiamen die hohe Gefängnisstrafe und sah damit von einer Todesstrafe ab. Der 54-Jährige war Ende der 90er-Jahre die Schlüsselfigur in einem der größten Korruptionsskandale in der Geschichte Chinas.

Lai Changxing hatte sich 1999 über Hongkong nach Kanada abgesetzt. Nach einem zwölfjährigen Tauziehen war er aber im Juli vergangenen Jahres ausgeliefert worden. Offenbar gab es damals eine chinesische Zusage, dass er nicht zum Tode verurteilt werden würde. Der frühere Chef der Yuanhua-Unternehmensgruppe in Xiamen soll in den 90er Jahren Öl, Autos, Zigaretten und andere Waren in zweistelliger Milliardenhöhe geschmuggelt haben.

Mehr als 300 Angeklagte, darunter Zollbeamte, Polizisten und hohe Funktionäre, sind infolge der Ermittlungen verurteilt worden. Mehrere wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. In Kanada hatte sich Lai Changxing unter Hinweis auf die ihm drohende Todesstrafe und die nach seiner Darstellung angeblich politisch motivierten Vorwürfe gegen seine Auslieferung gewehrt. (APA, 18.5.2012)

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