BitTorrent Downloads erhöhen Verkaufszahlen von Musikalben

18. Mai 2012, 11:04

Neue Uni-Studie beweist positive Auswirkung von Piraterie

Ein neues Paper der North Carolina State University hat den Zusammenhang zwischen BitTorrent Downloads und dem Verkauf von Musikalben untersucht. Gegensätzlich zu dem, was immer wieder von Plattenfirmen behauptet wird, konnte kein Beweis erbracht werden, dass illegale Downloads sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Stattdessen zeigt die Studie, dass mehr illegale Downloads zu mehr verkauften Alben führen.

Zu kleine Samples bei bisherigen Studien

Bisherige Studien haben immer wieder unterschiedliche Ergebnisse gebracht. Ein Grund dafür war das kleine Sample an Download-Statistiken von BitTorrent Seiten. Wirtschaftswissenschaftler Robert Hammond von der NSCU beschäftigte sich daher eingehend mit dem Thema und veröffentlichte nun seine Ergebnisse in einem Paper namens "Profit Leak? Pre-Release File Sharing and the Music Industry" Die Daten wurden zwischen Mai 2010 und Jänner 2011 gesammelt und umfassten Neuerscheinungen von Musikalben. 

BitTorrent-Plattformen als Marketingkanäle

Das Ergebnis war, dass Hammond keinerlei negative Auswirkungen der illegalen Downloads finden konnte. Die Verkäufe von neu erschienenen Alben wurden sogar durch durch die BitTorrent-Plattformen leicht angetrieben. 1095 Alben von 1075 Interpreten wurden untersucht, hauptsächlich jene, die bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart geleakt wurden. Laut Hammond funktionieren diese Plattformen als eine Art Marketingkanäle, die wie das Abspielen im Radio oder andere Medienkampagnen funktionieren. Ein moderater Anstieg der Verkaufszahl konnte dadurch verzeichnet werden. In Zahlen konnte Hammond immerhin durchschnittlich 59.6 zusätzlich verkaufte Alben festmachen. 

Auswirkungen auf bekannte Interpreten größer

Wenn man vorherige Studien betrachtet, bei denen eine negative Korrelation festgestellt werden konnte, diese sich jedoch fast immer auf Single-Verkäufe bezogen haben, ist diese Studie ein bisschen überraschend. Hammond betont, dass er sehr präzise Downloadstatistiken verwendet hat, die es ihm ermöglicht haben eine genauere Korrelation festzustellen. Die Antwort also, ob ein Pre-Release in einem Filesharing-Netzwerk für einen Interpreten schädlich ist, kann laut Hammond mit Nein beantwortet werden. Dem Paper zufolge profitieren von Piraterie allerdings bekannte Künstler mehr als unbekannte Künstler, für die der Effekt kaum spürbar ist. (iw, derStandard.at, 18.5.2012)

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Na sowas aber auch, Musik, die sich gut verkauft, wird also auch viel illegal im Netz verteilt. Wer hätte das gedacht.

Aber die Schlussfolgerung, dass jetzt das illegale Streamen zum Erfolg beitägt ist natürlich genial. Aber vermutlich führt viel Husten auch zu vermehrtem Kauf von Zigaretten.....

Geh' lesen lernen.

Endlich bestätigt sich das, was man mit normalem Hausverstand sowieso schon erahnen sollte.

die Leut von der Musik-Industrie haben ja gar keine Ahnung wie der Hase läuft.

da klopft sogar der Hase im Wald.
http://youtu.be/MBKoZp0DOVs

an alle Leute die Behaupten

heute kauft sich ja keiner mehr CDs weil man ja eh alles gratis im Internet kriegt.
Ihr vergesst zwei Dinge:
1) Musikliebhaber hören rein und kaufen (solange das Geld auch dafür reicht)
2) Es gibt noch immer erschreckend viele Menschen (auch in der Jungen Generation) die mit Computern und erst recht mit Internet und Torrents nichts anfangen können, ergo: Die kaufen auch.

Folgende Leute kaufen nicht:
* Musikuniteressierte: Die brauchen nur "irgendeine Musik" zum Zeitvertreib
* Schüler und Studenten mit sehr wenig Geld
* Idealisten (die laden dann aber auch nichts runter)

Ich behaupte dagegen: Musikinteressierte kaufen auch weniger als früher, weil sie manche Sachen halt "nur" als mp3 downloaden und nur ausgesuchte kaufen.

Ich behaupte: Sie kaufen weniger in Prozent von der Musiksammlung die sie haben, aber sie geben noch immer gleichviel bis mehr Geld für Musik aus.
Die Folgerung daraus ist dass man nun einfach mehr Musik hat, aber sich nicht alles kaufen könnte was ma so daheim auf der HDD rumliegen hat, weil das an die 500-1000€ Monatlich gehen könnte.

Und die Leute geben nicht einfach mehr Geld für Musik aus nur weils im Internet nicht mehr runterladbar ist.
Das einzige was da Passieren würde, ist dass das Radio ein "comeback" feiern würde.

In Ya Face ACTA!

Und was ist daran bitte neu?!?

Genau dieses Ergebnis zeigen die offiziellen Statistiken der Deutschen Musikindustrie bzw. von deren offiziellen internationalen Vertreter seit Jahren.

Die Umsätze sind nicht so sehr nach unten gegangen, weil gedownloadet wurde, sondern weil wir einfach zu einem Technologiewechsel gekommen sind und die Konsumenten halt nicht mehr bereit sind, so viel wie für eine CD zu bezahlen. Das ist alles. Interessant sind nämlich die Statistiken wenn man sich die Zahlen "Anzahl verkaufter Lieder" (also unabhängig vom Preis) ansieht. In extrem vielen Staaten steigen die Verkäufe immer noch!

Die Musiklabels haben's gründlich selbst vermasselt.

Sie waren vom CD-Boom extrem verwöhnt. Altes Material wurde billig auf CD gepresst und nochmals teuer verkauft.

Zu den illegalen Downloads gab es keine legalen Alternativen - erst Steven Jobs hat das Kunststück geschafft, einige Musiklabels in die Neuzeit zu überreden. (Auch wenn i-tunes unlogisch zu bedienen ist und jede neue Version irgendwas zerschießt.)

Aber vorbei waren die Zeiten als man sich eine komplette Müll-CD kaufen musste - für ein einziges gutes Lied --> heute wird der Käufer weniger stark betrogen.

itunes => immer noch wucher; schauen sie doch mal, wieviel die künstler davon bekommen. hauptsache in jedem lied steht eine id. es könnte ja auch jeder kunde ein verbrecher sein.

der löwenanteil geht hierbei an die labels, die im internet auch wirklich jeder braucht.

Dass die Künstler nichts bekommen ist aber nicht

die Schuld von Apple. Dass liegt eher daran, dass die Künstler immer noch nicht verstanden haben, dass die Musikindustrie nicht für das Wohl der Künstler arbeitet, sondern eigentlich genaugenommen nichts anderes als moderne Wegelagerei betreibt.

Was glauben sie wäre los, wenn Apple ein Modell offerieren würde, bei dem die Rechte beim Künstler bleiben und der Künstler alles bekommt, bis auf den Anteil von Apple?
Technisch wäre das überhaupt kein Problem.

Wobei der Gedanke an den CDs reich zu werden eh Schwachsinn ist. Reich werden damit nur ein paar handverlesene Stars (Madonna, Jackson, ...). CDs sind lediglich ein Marketinginstrument, damit die Leute zu den Konzerten kommen. DORT verdient der Künstler das Geld.

Die im Lied vorhandene ID finde ich aber legitim, immerhin heißt "kein Kopierschutz" nicht "ab ins Internet damit", sondern nur "hörs auf allen deinen Geräten an, egal welchen".

neulich im internet

"With more than $200 million in box office revenue, The Avengers had the most successful first weekend in movie history. It broke the record set by Harry Potter last year by more than $30 million, despite the “massive” piracy. "
http://torrentfreak.com/the-aveng... rd-120508/

"So if piracy is down massively in France, one would expect that the revenues are soaring, right? But they’re not.

If we look at the French music industry we see that overall revenues were down by 3.9 percent in 2011."
http://torrentfreak.com/french-th... es-120330/

Nur um zu zeigen, dass es uns gibt:

- Endzwanziger, absolut musikverrückt (alle Genres)
- Kaufe ständig mp3s und (vor allem) Alben in mp3-Format auf Amazon
- Album kostet um die 9 Euro
- mp3s sind von hoher Qualität, ordentlich getagged (mit Album-Cover, Songwriting-Credits etc)
- Backup von mp3-Sammlung wird ständig gemacht

Günstiger, praktischer und platzsparender als CDs, und legal.

Und um zu zeigen, dass es auch uns gibt:

Knappe 20, neue interessante Alben werden meist gesaugt und danach meist auf CD gekauft (nein, wirklich).

Wenn ich die Alben dann daheim habe, werden draus .FLAC-Files, außer ich hab das Album schon in FLAC gesaugt, dann bleiben aus Faulheit die "Illegalen" Files.

So hat man einerseits eine kleine CD-Sammlung und andererseits trotzdem eine gescheite Musiksammlung, die man auch gerne hört (anstelle der 100.000 Titel mancher Kiddies, die dann nur im Zufallsmix laufen, was auch übers Radio ginge).

Stattdessen zeigt die Studie, dass mehr illegale Downloads zu mehr verkauften Alben führen

Wuerde gerne die Statisk dazu sehen. Fuer mich schaut das so aus als ob sich gut zu verkaufende Alben zu mehr Donwloads fueren.

Die Studie bezieht sich in erster Linie auf die Downloadzahlen von pre-released Albums im ersten Monat nach Upload des Torrents, da in dieser Periode der mit Abstand größte Traffic zu verzeichnen ist.

"Pre-Released" bedeutet "vor dem offiziellen Verkaufsstart". Diese Releases sind vorwiegend auf Scene-Trackern, anschließend auf privaten Trackern (welche in dieser Studie die Datenquelle darstellen), und mit einiger Verzögerung erst auf öffentlichen Suchmaschinen zu finden.

Die Kausalität ist wie bei den meisten empirischen Analysen nicht eindeutig, die Zeitkomponente der vorliegenden Untersuchung (Torrents VOR Verkaufsstart, Verkaufszahlen NACH Verkaufsstart) ist es aber sehr wohl.

Oo

download nur mit fb-acc?

was zum geier…?

www.bugmenot.com

und nach scribd.com suchen

funkt gleich beim ersten versuch

danke

:)

" In Zahlen konnte Hammond immerhin durchschnittlich 59.6 zusätzlich verkaufte Alben festmachen."

Pro was?

Beispiel: Das Rammstein-Album "Mutter" wurde in der EU eine Million mal verkauft (http://de.wikipedia.org/wiki/List... ammstein).

Wenn's also bereits vorab über BitTorrent erhältlich gewesen wäre, hätten die das Album dann 1.000.059,6 mal verkauft? In der EU? Nur in Deutschland? Oder in jedem Land um 59,6 Stück mehr?

Hauptsache mit Zahlen herumwerfen...

Dann schauen Sie mal hier

S. 14 f., Abschnitt 5.2, ab: "I ?nd that one additional download is associated with 2.6 additional sales, [...]".

Die Vorgehensweise wird genau erklärt. Das Lesen der Arbeit kann Ihnen niemand abnehmen.

naja, dass der journalist, der darüber einen artikel schriebt die wesentlichen informationen für einen zusammenfasst, wäre eine möglichkeit

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