In jeder Hinsicht ein Fall für Grenzgänger

    18. Mai 2012, 17:02
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    Die anstrengende Überschreitung von der Kampalpe zum Pinkenkogel und Semmering entlang der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark

    Auf dem Weg von der Kampalpe zum Pinkenkogel und zum Semmering wird jeder Wanderer zum Grenzgänger. Die Route verläuft immer entlang der Trennlinie zwischen den Bundesländern Niederösterreich und Steiermark, auf dem Pinkenkogel steht das Schutzhaus auf niederösterreichischem Terrain, der Vorgarten liegt in der grünen Mark. Zudem bewegt man sich zwischen den nördlichen Kalkalpen und den letzten Höhenzügen der Zentralalpen. Der Kontrast vom hellen Kalk zum dunklen Silikatgestein ist besonders reizvoll.

    Zu rechten Hand liegen die freien Kuppen von Hochwechsel, Stuhleck, Pretulalpe bis hin zu den bewaldeten Höhen der Fischbacher Alpen. Auf der linken Seite ergibt sich immer wieder ein traumhafter Blick zu Schneeberg, Rax, Schneealpe, Veitsch und Hochschwab, deren helle Wandfluchten mit dem Blau des Himmels konkurrieren.

    Da die Gesteinsgrenze nicht gerade ist, erlebt man einen ständigen Wechsel des Untergrunds, was sich auch auf die Vielfalt der Pflanzenwelt auswirkt, die stellenweise hochalpinen Charakter hat. Beim Bau der beiden Scheiteltunnel der Semmeringbahn hatte man mit dem "Gesteinsgemisch" arge Probleme, ebenso bei der Errichtung des Erkundungsstollen für den Basistunnel.

    Zu den vielen Aussichtsplätzen, an denen sich die bekannten Hausberge vom Schneeberg bis zum Wechsel zeigen, kommen noch beeindruckende Tiefblicke. Von der Kampalpe überblickt man einen Teil des Mürztales, gelegentlich ist auch ein Blick auf die berühmte Ghega-Bahn zu erhaschen.

    Die sehr abwechslungsreiche Höhenwanderung verlangt - schon wegen der Distanz und des Höhenunterschieds - gute Kondition. Zudem ist der Anstieg zur Kampalpe sehr steil, ebenso das letzte Stück zum Pinkenkogel. Voraussetzung ist auch halbwegs beständiges Wetter, denn ein vorzeitiges Abbrechen ist kaum möglich.

    Die Distanz zwischen Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung lässt sich - zumindest derzeit noch - recht gut mit der Bundesbahn überbrücken.

    Die Route: Am östlichen Ende der Haltestelle Spital am Semmering stößt man auf die rote Markierung des Probststeiges, der die Bärenwand umgeht und dann sehr steil auf die freie Hochfläche und zum Gipfel der Kampalpe führt. Gehzeit 2 Stunden. Nun muss man ein kurzes Stück zurück in den Sattel, dann wählt man die nach Osten führende rote Markierung, die entlang der steirisch-niederösterreichischen Grenze verläuft. Der Kerschbaumkogel wird umgangen, dann überschreitet man die Ochnerhöhe und das Ziereck und erreicht die Hütte auf dem Pinkenkogel. Gehzeit ab Kampalpe 2¼ Stunden.

    Der Abstieg zum Semmering ist vorerst rot markiert, später wechselt man auf eine grüne Markierung und wandert bis zum Bahnhof Semmering. Gehzeit ab Pinkenkogel eine Dreiviertelstunde. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 19.5.2012)

    • Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhendifferenz 1000 m. Pinkenkogelhaus (Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet). ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000. 
 

      Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhendifferenz 1000 m. Pinkenkogelhaus (Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet). ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

       

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