Bildungseinsparungen sollen Budget retten

18. Mai 2012, 10:24

Opposition spricht von "Anschlag auf den Wohlfahrtsstaat"

Madrid - Das spanische Abgeordnetenhaus hat Einsparungen im Bildungs- und Gesundheitssystem im Umfang von zehn Milliarden Euro zugestimmt. Für die umstrittenen Kürzungen stimmten am Donnerstag nur die Parlamentarier der regierenden Rechtspartei (PP), die im Abgeordnetenhaus die absolute Mehrheit stellt. Die sozialistische Opposition betrachtet die Sparmaßnahmen als Anschlag auf den Wohlfahrtsstaat.

Von den zehn Milliarden entfallen drei Milliarden auf das Bildungssystem und sieben Milliarden auf das Gesundheitswesen. Die Mitglieder der staatlichen Krankenversicherung müssen künftig einen Teil der verschriebenen Medikamente aus eigener Tasche zahlen. Zudem werden Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung nur noch in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren Krankheiten, Schwangerschaft oder Unfällen, medizinische Versorgung bekommen.

Studiengebühren steigen

Im Schulwesen sollen die Zahl der Lehrer verringert und die der Schüler pro Klasse erhöht werden. Zudem sollen die Lehrer mehr Unterrichtsstunden pro Woche halten. An den Universitäten werden die Studiengebühren angehoben.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte die Einsparungen damit begründet, dass Spanien sich ein Gesundheits- und Bildungssystem in der jetzigen Form nicht leisten könne. "Wir haben einfach kein Geld dafür", sagte er.

Der konservative Regierungschef hatte im Etatplan 2012 bereits die Schließung einer Finanzlücke von 27 Milliarden Euro vorgesehen. Dies soll durch Einsparungen in Rekordhöhe und zusätzliche Steuereinnahmen erreicht werden. Das Sparprogramm reichte aber nicht aus, um Spanien vom Druck der Finanzmärkte zu befreien. (APA, 18.5.2012)

Kommentar posten
22 Postings
Herzlich Willkommen im "besten aller möglichen Systeme"!

Konservative Logik.

Die Bälger werden sowieso arbeitslos sein, warum sich da noch die Mühe geben?

sehr zukunftsweisend ...

konservariv eben

rajoy stetzt im moment scheinbar alles daran, spananien so richtig unatraktive zu machen - fuer die eigene bevoelkerung ohnehin, aber auch fuer gastarbeiter und als standort fuer konzerne und investoren. sauber.

vollkommen egal!

......betrachtet man den Ausbildungsstandard der Aerzte in Spanien, die Motivation, eine Arbeitsleistung zu erbringen, dann kommt man zum schluss, dass es vollkommen wurscht ist, ob man im Gesundheitswesen einspart oder nicht. Die Behandlung im oeffentlichen KH ist oft ein Witz, man hat das Gefuehl, der Mann in weiss hat nicht die geringste Ahnung von dem was er spricht. Und gerade die Lehrer werden hier keine Ausnahme bilden. wers nicht glaubt, kann ja mal seine Kinder hier zur schule schicken.

Die Behandlung im oeffentlichen KH ist oft ein Witz,

Sprechen sie aus eigener Erfahrung oder ist es bloss Hörensagen?

wenn ich was schreibe...

...dann weiss ich das!

Genau das ist grundfalsch

....und führt geradewegs in den Abgrund. Gerade die Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft; das haben diese konservativen PolitikerInnen noch immer nicht begriffen. Sie haben einen irrsinnig Jugendarbeitslosigkeit, möchten aber bei Bildung sparen. Wie soll denn so etwas funktionieren?
Und das Einsparen im Gesundheitswesen trifft alle Menschen; am Ärgsten diejenigen, die sich teure Privatärzte nicht leisten Können.
Ich bin neugierig, wann die Menschen aufwachen und erkennen, dass diese konservativen Rezepte der Bevölkerung gar nichts bringen und nur eines zum Ziel haben: Die Superreichen noch reicher zu machen, zu Lasten des Mittelstandes und der unteren Schichten.......

danke, sie sprechen mir aus der seele. kann mich da nur voll und ganz anschließen.

Es ist zum heulen, war aber nicht anders zu erwarten. Diese neoliberal-rechte politik ist so idiotisch, dass es sich im grunde nicht mal lohnt, ein wort darüber zu verlieren, da hilft nur noch auf die strasse gehen, protestieren, sich mit den "indignados" in madrid und den anderen spanischen städten solidarisieren.

auf die strasse gehen

demonstrieren etc, das tut ihnen nicht weh, das einzige vor was sie wirklich angst haben ist der grosse

----------BANKRUN------------

dann bricht das kartenhaus zusammen wie nix...

Ich habe meine Bank längst gestürmt, leichter machten die anderen nicht mit

Oder war das vielmehr ein Fehlstart meinerseits? Jedenfalls ist ein Bankrun mit vorheriger Anmeldungspflicht - schon mal versucht einen größeren Barbetrag von einer Bank abzuheben? - nicht dasselbe wie früher.

Polizisten sind ja jetzt auch wichtiger als Lehrer :-(

wir haben einfach kein

geld für schulen und "krankenhäuser" wir haben es aber in den letzen jahren geschafft über eine Billion Euro den Banken in den rachen zu werfen und wir werden noch mehr Billionen den Banken überweisen den gehts der FINANZwirtschaft gut gehts uns allen GUT ;)

Als Unternehmensbosse

wollen die Neoliberalen immer den Umsatz steigern. Aber wenn sie im Staat was zu sagen haben dann soll plötzlich möglichst wenig eingenommen und ausgegeben werden.

der rechte weg setzt sich durch : "finanzausgleich" heisst das spiel

sogenannte finanzdienstleister verpielen das geld des volkes beim zocken und werden dann vom staat entschädigt

kranke, ausländer und die jugend werden um ihre chancen betrogen und damit wird das verloren geld wieder eingespart

diese milchmädchnrechnung geht nicht auf

- und dann hilft nur noch der krieg gegen die bösen ungläubigen, terroristen, diktatoren ....

und beten

Falscher Weg. Wer bei der Bildung spart trägt langfristig die Konsequenzen.

langfristig

ist doch wurscht.
Hauptsache, man ist vom "vom Druck der Finanzmärkte befreit".

Die miese Bildung sieht man in Spanien schon jetzt. Allen voran der Premier: Rajoy ist nicht in der Lage gewesen, in seiner gesamten Schulzeit einen ordentlichen Satz Englisch zu lernen.

Zapatero aber auch nicht!

wer gedacht hat, dass unsere Politiker.......

........der sollte sich diese Komiker in Spanien mal geben. Was sich da abspielt glaubt kein Mensch, das zieht sich hoch bis zum Schwiegersohn vom Koenig, ein durch und durch ungebildeter korrupter Haufen, eigentlich allein dadurch inkompatibel mit Europa.

"ein durch und durch ungebildeter korrupter Haufen, eigentlich allein dadurch inkompatibel mit Europa."

"in-kompatibel"? Das "in" hat sich wohl irrtümlich eingeschlichen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.