Bund zahlte 270 Millionen Euro für Überstunden von Lehrern

18. Mai 2012, 09:46
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Lehrer leisteten 3,7 Millionen Überstunden - BZÖ fordert Änderungen im Dienstrecht

Im vergangenen Schuljahr (2010/2011) leisteten die österreichischen Lehrer 3,7 Millionen Überstunden. Der Bund gab dafür rund 270 Millionen Euro aus. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hervor. Das BZÖ, das die Anfrage gestellt hat, schließt aus diesen Zahlen, dass beim System der Lehrerbezahlung etwas schief läuft und fordert rasche Reformen im Zuge der Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht.

"Anwesenheitspflicht regeln"

Ursula Haubner, Bildungssprecherin des BZÖ, sieht den Grund für die vielen Überstunden darin, dass nur die Unterrichtszeit von Lehrern als reguläre Arbeitszeit abgerechnet wird. Zusätzliche Tätigkeiten wie Verwaltungsarbeit oder Aufsichtspflicht ist im Gehalt nicht inkludiert. Haubner sieht hier Mängel im derzeit geltenden Dienstrecht. "Es muss klar definiert werden, was die Kernkompetenz der Lehrer ist und welche Arbeiten der Lehrer sonst noch leisten muss. Die Anwesenheitspflicht muss klar geregelt werden", so die Bildungssprecherin.

Die Regierung verhandelt seit Anfang Mai mit der Lehrergewerkschaft über ein neues Dienst- und Besoldungsrecht. Dabei soll auch ein neues Aufgabenprofil für den Lehrberuf entwickelt werden. (red, derStandard.at, 18.5.2012)

  • Das BZÖ will das Tätigkeitsprofil von Lehrern erweitern.
    foto: standard/cremer

    Das BZÖ will das Tätigkeitsprofil von Lehrern erweitern.

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