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Einer von zwölf Österreichern ist der Meinung, dass neben Einsatzfahrzeugen auch Chauffeure von Regierungsfahrzeugen die Rettungsgasse benutzen dürfen.

Die Einstellung zur Rettungsgasse stimmt, der Funktionsgrad laut Verkehrsteilnehmer nicht.
Wien - Mehr als vier Monate nach Einführung der Rettungsgasse sind 83 Prozent der Österreicher der Meinung, dass die Regelung derzeit schlecht funktioniert. 93,4 Prozent glauben, dass sie ohne rigorose Bestrafung missachtet wird. In falscher Sicherheit wiegt sich dennoch die große Mehrheit von 71,3 Prozent: Sie meinen, dass es noch eine Schonfrist vor Bestrafung durch die Polizei gibt. Das Meinungsforschungsinstitut Oekonsult hat aktuell 1.313 Österreicher zwischen 17 und 72 Jahren befragt.
Trotz aller Kritik stehen 74,4 Prozent der Österreicher der Idee der Rettungsgasse positiv gegenüber. Noch mehr (77 Prozent) sagen, dass sie grundsätzlich Unterstützer und Befürworter sind und auf Besserung hoffen. Nahezu allen Befragten (96,3 Prozent) ist der Begriff grundsätzlich geläufig und drei von vier Probanden waren überzeugt, einem Unkundigen erklären zu können, wie das Prinzip zu verstehen ist. Als die Befragten den Wahrheitsbeweis antreten mussten, zeigte sich aber, dass jeder fünfte von ihnen die Sachkenntnisse lediglich vorgegeben hatte. Immerhin jeder Zweite war ausreichend gut informiert.
Keine bundesweite Anordnung
Für das "Nichtbilden" der seit 1. Jänner geltenden Bestimmung droht eine saftige Strafe von bis zu 726 Euro, wer Einsatzfahrzeuge behindert, muss mit bis zu 2.180 Euro rechnen. Dennoch fühlen sich Österreichs Autofahrer davor sicher: Fast ein Drittel (31,76 Prozent) der Befragten meinte, dass bis nach Pfingsten eine Schonfrist vor Bestrafung gilt. Rund 26 Prozent glauben, dass dies noch bis zum Beginn der Sommerferien der Fall ist und fast 14 Prozent denken, dass sie sogar bis Jahresende ungestraft davonkommen. Jeder achte Umfrageteilnehmer gab hingegen an, jemanden zu kennen, der bereits gestraft wurde, weil er die Regelung missachtet hat.
Eine bundesweite Anordnung, dass gestraft werden muss, gibt es aber nicht, wie Innenministeriums-Sprecher Karl-Heinz Grundböck betont. Die häufigsten Vergehen der Fahrzeuglenker: Keinen Platz machen und nachträglich in die gebildete Rettungsgasse einfahren. "Autofahrer können der Versuchung einer freien Fahrspur nur schwer widerstehen", meinte der Leiter der Landesverkehrsabteilung.
"Am Anfang ist Aufklärung im Vordergrund gestanden. Mittlerweile müsste die Intention angekommen sein", sagte Oberst Ferdinand Zuser, Leiter der Landesverkehrsabteilung Niederösterreich. "Jetzt muss mit Beanstandungen gerechnet werden." Vor allem in Ostösterreich habe es laut Zuser seit Jahresbeginn bereits einige Dutzend Anzeigen wegen Missachtung der Rettungsgasse gegeben.
Taxler und Buslenker werden für privilegiert gehalten
Falsch ist die Meinung von immerhin der Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass Motorradfahrer von der Bildung einer Rettungsgasse ausgenommen sind. Irrtümlicherweise glauben sieben von zehn Autofahrern, dass der Pannenstreifen beim Bilden einer Rettungsgasse nicht befahren werden darf. Rund sieben Prozent meinen, dass Autobusse die freie Spur befahren dürfen. Immerhin 4,3 Prozent denken, dass auch für Taxis freie Fahrt gilt, und weitere sieben Prozent nehmen an, dass Dienstfahrzeuge (z.B. der Regierung) von der Bildung der Rettungsgasse ausgenommen sind.
92,3 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass ausländische Kfz-Lenker über das seit Anfang des Jahres geltende Gesetz nicht gut Bescheid wissen. Die Umfrageteilnehmer gaben dem "Projekt Rettungsgasse" für den bisherigen Verlauf die Schulnote 3,7. (APA/red, 18.5.2012)
Wissen
Seit Jahreswechsel ist die Bildung einer Rettungsgasse auf allen Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich Pflicht. Sie soll Einsatzfahrzeugen bei Erliegen des Verkehrs die Durchfahrt zum Unfallort ermöglichen. Bei zweispurigen Fahrbahnen sind die Lenker verpflichtet, nach rechts oder links auszuweichen und in der Mitte eine Gasse zu bilden.
Bei mehrspurigen Straßenabschnitten müssen die Autofahrer zwischen dem ganz linken und den danebenliegenden rechten Fahrstreifen Platz machen. Dabei soll auch der Pannenstreifen benützt werden. Die Rettungsgasse muss vorausschauend immer bei Entstehung eines Staus (auch bei täglichen Überlastungsstaus) gebildet werden, verpflichtet sind alle Verkehrsteilnehmer.
Verfassungsjurist bestätigt Zulässigkeit der Novelle - Eigene Hinweisschilder für überwachte Strecken geplant
Verkehrsministerin Bures will Rettungsgassensünder strafen, Innenministerin Mikl-Leitner hat datenschutzrechtliche Bedenken
Rund 100 Anzeigen im ersten Jahr der Maßnahme auf Autobahnen und Schnellstraßen
Die seit Jahresbeginn vorgeschriebene Rettungsgasse bei stockendem Verkehr führt noch zu Problemen mit der Orientierung - Doch sogar im Morgenstau auf der Wiener Südosttangente klappt es schon manchmal
Bis zu 2.180 Euro Strafe
Verkehrsexperten erwarten längere Eingewöhnungsphase und raten derzeit von Strafen ab
Bis zu 2180 Euro Strafe, wenn man nicht ausweicht
Viele verlassen sich darauf, das zu tun, was die anderen machen
Der Verkehr stockt: Wohin jetzt, um Platz für Einsatzfahrzeuge zu machen? Die Regeln sind einfach - aber international nicht einheitlich
Die Rettungsgasse kostet Leben zumindest in der derzeitigen Einführungsphase! Das halte ich für eine Verantwortungslosigkeit edr Fachleute und der PPolitiker!
Etwas abzulösen was zu 98% klappt damit etwas Neues eingeführt wird dass derzeit nachweislich wegen nichtfunktion Menschenleben kostet macht den Gesetzgeber zu einem Kriminellen ja sogar zu einen haftenden Mörder!
Ja drastisch ausgedrückt aber wer hat ein Gegenargument!
Warum führen wir denn nicht den "englischen Linksverkehr " ein...das wäre genauso sinnvoll wie die Rettungsgasse die schlichtweg nicht funktioniert!
riskiert man beim Bilden der Rettungsgasse sogar den Führerscheinentzug:
http://kurier.at/nachricht... sgasse.php
Der pannenstreifen wuerde voll ausreichen. Dazu ist er da. Sollte ein fahrzeug blockieren, koennen die daneben leichter links ausruecken. Jedenfalls waere nur ein bruchteil verstellt aber 95% von haus aus frei. Die rettungsgasse ist eine schnappsidee.....
richtig, das ist einfach eine nicht in allen situationen zu ende gedachte idee. wie so vieles in ö.: ein versuch am lebenden patienten .... wenn er schief geht, na, dann rudern wir halt zurück.
die erfinder haben mangelnde intelligenz bewiesen und die einführenden nicht besonders verantwortungsvoll gehandelt. jetzt müssen erst die gestiegenen unfallzahlen ein paar jahre lang beweisen, daß das ein verhau war und ein paar leute ihre posten wechseln, damit dann keiner für die einführung verantwortlich war, wenn der unfug endlich wieder abgeschafft wird.
Wie viele Ampeln kennen Sie auf Autobahnen? (abgesehen von denen an Tunneleinfahrten, aber wenn die rot zeigen, dann ist die Rettungsgasse ganz sicher eine gute Idee). Und wo ist das Problem wenn man eine Rettungsgasse bildet auch wenn der Stau "nur" aus Überlastung entsteht? Was verlieren Sie, wenn sie einfach eine halbe Spur zur Seite fahren? Außerdem kann es auch in einem normalen Stau zu einem Notfall kommen.
Der Pannenstreifen funktioniert eben *nicht* (z.B. weil er oft zu schmal für das Fahren mit hohen Geschwindigkeiten ist, insbesondere mit größeren Fahrzeugen wie Feuerwehr-LKW u.dgl.), warum hätten denn sonst gerade die Rettungsorganisationen schon jahrelang die Rettungsgasse gefordert.
Der Pannenstreifen ist zum Abstellen von Pannenfahrzeugen gedacht. Dazu braucht er nicht so breit zu sein, wie eine Fahrspur, die für die nötigen Seitenabstände bei 130km/h ausgelegt ist. Folglich ist zwischen den Fahrspuren im Zweifelsfall mehr Platz (sofern halt alle brav zusammenrücken). Ganz abgesehen davon, dass am Pannenstreifen eben Fahrzeuge herumstehen können.
Im Prinzip ist es ja egal, in welche Richtung die Fahrer zusammenrücken - es sollten halt alle auf die gleiche Weise tun, damit irgendwo eine durchgehende Gasse entsteht. Man hat sich halt für links entschieden, weil rechts üblicherweise die LKW unterwegs sind, die nicht ganz so leicht manövrieren können wie PKW.
wenn die Regelung wäre, dass alle Spuren sich so weit als möglich nach links orientieren. Damit wäre der Pannenstreifen und ein Großteil der rechten Spur frei.
Dies würde auch von den im Artikel genannten 70% (nach meiner Erfahrung sinds noch mehr) verstanden werden, die meinen, dass der Pannenstreifen tabu wäre. Dazu wärs leichter kontrollierbar und die Vordrängler wären leichter zu fassen, weil sie ja dann am Pannenstreifen fahren müssten.
So wies jetzt ist, ist es leider völlig widersinnig, da hab ich schon einen Pannenstreifen und statt dort ein bissl mehr Platz zu schaffen, will man eine eigene freie Spur mitten durch den Verkehr, mitten durch den Stau bilden. Dass dieses schwachsinnige Konzept scheitert, sollte nicht überraschen!
Ich war gerade in Deutschland unterwegs, dort funktioniert das seit Jahren relativ problemlos (auch auf dieser Fahrt wieder mehrmals erlebt). Das Problem mit dem Pannenstreifen ist halt dass er zu schmal bzw. variabel breit, mit Pannenfahrzeugen verstellt oder gar nicht vorhanden ist. Mit einem schweren Feuerwehr-LKW will ich dort nicht mit hohem Tempo durchrauschen. Ein langsames oder stehendes Auto kann aber auch mal aufs Gras ausweichen.
Dazu kommt noch, dass an jeder Auffahrt Konfliktpunkte entstehen, weil auffahrende halt nicht damit rechnen dass am Pannenstreifen jemand dahergerast kommt.
Wie gesagt: die Rettungsgasse war eine Forderung der *Rettungsorganisationen* - und die werden ja wohl ungefähr wissen was für sie sinnvoll ist.
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