UN-Generalsekretär: Al-Kaida in Syrien aktiv

18. Mai 2012, 12:59
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Damit dürfte sich die Regierung in Damaskus bestärkt fühlen - Opposition widerspricht

New York/Wien - UN-Generalsekretär Ban erklärte, Al-Kaida habe sich seiner Meinung nach in die Revolte in Syrien eingemischt. Er glaube, dass die Extremistenorganisation für einen Doppelanschlag in Damaskus mit mindestens 55 Toten vor rund einer Woche verantwortlich sei, sagte Ban am Donnerstag in New York. "Das schafft erneut ein sehr ernsthaftes Problem." Zugleich hob Ban die UN-Schätzung für die Toten des seit März 2011 währenden Konflikts auf mindestens 10.000 an.

Mit der Einschätzung des UN-Chefs zu Al-Kaida dürfte sich die Regierung in Damaskus bestärkt fühlen. Das international weitgehend isolierte Syrien erklärt seit Monaten, aus dem Ausland finanzierte "Terroristen" würden hinter dem Aufstand stecken.

Die syrische Opposition hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon widersprochen, der die jüngsten Anschläge in Damaskus für das Werk von Al-Kaida hält. Ein Vertreter des "Syrischen Nationalrates" sagte, die Anschläge seien von Terroristen verübt worden, die das Regime von Präsident Bashar al-Assad als "Reserve für schlechte Zeiten" in seinen Gefängnissen festgehalten habe.

Darabos traf Ban

Verteidigungsminister Darabos hat am Donnerstag im UNO-Hauptquartier in New York mit UNO-Generalsekretär Ban und hohen UN-Vertretern die Lage in Syrien besprochen, wo das Regime von Präsident Assad seit über einem Jahr versucht, Massenproteste der Bevölkerung niederzuschlagen. Darabos bekundete die Bereitschaft Österreichs, an der UNO-Beobachtermission in Syrien teilzunehmen, falls Bedarf bestehe.

Laut Ban gibt es jedoch bereits genügend Militärbeobachter, die von 41 Nationen gestellt werden. Ban habe darauf hingewiesen, dass sich derzeit bereits 260 Beobachter in Syrien befänden. Die vereinbarte Zahl von 300 werde bald erreicht sein, wie der Sprecher des Verteidigungsministers, Stefan Hirsch, in der Nacht auf Freitag erklärte.

Weiterfahrt zum NATO-Gipfel

Darabos wird anschließend gemeinsam mit Bundeskanzler Faymann und Außenamts-Staatssekretär Waldner am NATO-Gipfel teilnehmen, der am Sonntag und Montag in Chicago stattfindet und bei dem Afghanistan ein Hauptthema sein wird. Österreich wolle Afghanistan nach dem 2014 erfolgenden Abzug der internationalen Truppen mit 18 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe unterstützen, wie Hirsch bestätigte. (APA, 18.5.2012)

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