Lyon verteidigt den Titel

17. Mai 2012, 20:05
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Über 50.000 Zuseher bedeuten neuen Europarekord - Sie sehen in München ein 2:0 von Olympique über 1. FFC Frankfurt

München - Die Fußball-Frauen des erfolgsverwöhnten 1. FFC Frankfurt stehen vor einem Scherbenhaufen. Im Endspiel der Champions League in München fand ihre ohnehin schon verkorkste Saison ein unrühmliches Ende. Gegen den erfolgreichen Titelverteidiger Olympique Lyon unterlagen die Frankfurterinnen nach schwacher Leistung und schweren Patzern in der ersten Halbzeit mit 0:2 (0:2). Den Vorgängerwettbewerb UEFA-Cup hatte der 1. FFC dreimal gewonnen, nun ist der Rekord-Titelträger in Europa in der kommenden Saison nur Zuschauer, weil Meisterschaft und Pokal schon längst verspielt waren.

Vor der stimmungsvollen Europarekord-Kulisse von 50.212 Zuschauern, unter denen auch UEFA-Präsident Michel Platini saß, besiegten sich die Deutschen nach verheißungsvollem Beginn mehr oder weniger selbst. Dem ersten Treffer durch einen Foulelfmeter von Eugénie Le Sommer (15.) ging eine miserable Abwehrleistung von Nationalspielerin Melanie Behringer voraus, den zweiten legte Torhüterin Desirée Schumann der französischen Nationalspielerin Camille Abily (28.) praktisch auf den Fuß.

Bajramaj, Angerer und Kulig fehlten

Ohne die verletzte Lira Bajramai, nach wie vor auch ohne Stammtorhüterin Nadine Angerer sowie Kim Kulig hatte der siebenmalige deutsche Meister erst noch Hoffnungen geweckt. Bei strahlendem Sonnenschein suchten die Hessinen ihr Heil von Beginn an in der Offensive - und dies ohne eine gelernte Angreiferin und gegen die wohl beste europäische Mannschaft, die im laufenden Wettbewerb erst ein Gegentor erhalten hatte. Nach fünf Minuten trat Behringer gleich vier Eckbälle nacheinander, einer flog direkt auf das Tor und bereitete Torhüterin Sarah Bouhaddi einige Schwierigkeiten.

Große Chancen erspielte sich die Frankfurterinnen, die am vergangenen Samstag das Pokalfinale gegen die Fußball-Frauen von Bayern München verloren hatten (0:2) und in der Meisterschaft ohne Chance auf die beiden vorderen Plätze sind, allerdings nicht. Stattdessen gerieten sie durch eine Fehlerkette von Behringer in Rückstand. Erst schlug die Nationalspielerin den Ball nicht weg, dann verlor sie ihn an Shirley Cruz Trana - und riss die Frau aus Costa Rica dann auch noch im Stile einer Freistilringerin im Strafraum zu Boden. Le Sommer verwandelte den fälligen Strafstoß problemlos.

Entscheidung nach einer halben Stunde

Keine Viertelstunde später wurde das Loch, dass sich der dreimalige Sieger des UEFA-Cups bereits gegraben hatte, dann noch viel größer. Beim Kopfball der schwedischen Nationalspielerin Lotta Schelin an den Pfosten hatte Frankfurt zunächst noch Glück (25.) - kurze Zeit später aber stand es dann 0:2. Schumann lief bei einem langen Pass weit aus ihrem Tor heraus, köpfte den Ball hinter der Strafraumlinie weg - allerdings genau auf den Fuß von Abily, die technisch elegant mit der Innenseite volley aus 25 Metern ins verlassene Tor traf (28.).

Ein kleiner Funken Hoffnung erlosch für die Deutschen kurz vor der Pause, als ausgerechnet Behringer wenigstens hätte verkürzen können. Kerstin Garefrekes, mit Abstrichen noch die beste Frankfurterin, legte den Ball geschickt nach innen auf die mitgelaufene Behringer, deren unplatzierten Schuss aus kurzer Distanz konnte Lyons Torhüterin Bouhaddi aber parieren. In der zweiten Halbzeit bäumten sich die Hessinnen nochmal auf, Trainer Sven Kahlert brachte Ana Maria Crnogorevic als zweite Spitze neben Dzsenifer Marozsan - doch eine richtig gute Chance, wenigstens den Anschlusstreffer zu erzielen, ergab sich nicht. (sid, 17.5.2012)

Olympique Lyon - 1. FFC Frankfurt 2:0 (2:0)

Schiedsrichterin: Jenny Palmqvist (Schweden), 50.212 Zuseher

Tore: 1:0 Le Sommer (15., Foulelfmeter), 2:0 Abily (28.)

Lyon: Bouhaddi - Viguier - Franco, Renard, Bompastor - Abily, Cruz Trana, Necib (49. Dickenmann) - Henry, Schelin (88. Otaki), Le Sommer (65. Rosana). - Trainer: Lair

Frankfurt: Schumann - Weber (61. Percival), Bartusiak, Lewandowski, Thunebro - Smisek (84. Landström), Kumagai, Behringer - Garefrekes, Huth (64.Crnogorcevic) - Marozsan. - Trainer: Kahlert

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    Lyon war für Frankfurt im Finale außer Reichweite

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