Bankenregulierung: Nicht reden, handeln

Kommentar17. Mai 2012, 18:52
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Die Rufe nach Regulierung werden wieder lauter

Es war 2008, als die US-Hypothekenpapiere in den Bankbilanzen weltweit enormen Schaden angerichtet und die Finanzkrise ausgelöst haben. Damals wurde laut nach Regulierungen gerufen - auch in den USA. Dann haben sich Lobbyisten in Stellung gebracht, weil den Banken durch neue Auflagen doch bloß kein Geschäft madiggemacht werden soll.

Heute, im Jahr 2012, hat sich bei der Regulierung nicht viel getan. Die "Volcker-Regel", die ab 21. Juni gelten und den US-Banken das Spekulieren mit eigenem Geld unterbinden soll, wurde mehrmals abgeschwächt. Einer der größten Gegner: Jamie Dimon, Chef der US-Bank JPMorgan, die gerade mit Spekulationen am Kreditmarkt rund drei Milliarden Dollar verzockt hat. Hier wiederholt sich die Geschichte: Die Rufe nach Regulierung werden wieder lauter.

Gegeben hat es all das schon 1930, als die Banken aufgrund der Vernetzung von Investment- und Kundengeschäft massive Verluste einfuhren und reihenweise zusammenbrachen. Die Folge war der Glass-Steagall-Act, der das Einlagen- und Kreditgeschäft vom Wertpapiergeschäft trennte. Gehalten hat die Regel bis 1999 - dann hat der damalige Präsident Bill Clinton sie aufgehoben. Die Zockerei ging aufs Neue los.

Auch hier sollte sich die Geschichte wiederholen: Schluss mit langwierigen Reden darüber, was nicht alles reguliert werden sollte. Tun muss man es. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 18.5.2012)

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