Zwist im Adel: Spaniens Sofia feiert nicht mit Queen Elizabeth

Spanische Königin verweigerte die Teilnahme an den Feiern zum britischen Thronjubiläum

Spaniens Königshaus kommt nicht zur Ruhe. Aber diesmal ist es nicht König Juan Carlos I., der für Wellen der Entrüstung sorgt, sondern die stets freundlich-ruhige Königin Sofia, der heftiger Gegenwind vom britischen Boulevard entgegenschlägt.

"Sofia stößt die Queen vor den Kopf", stänkert die Sun. Denn die spanische Monarchin sagte kurzerhand ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten zum diamantenen Thronjubiläum von Elizabeth II ab. Dem vorausgegangen war ein neuerliches diplomatisches Zerwürfnis zwischen Spanien und England um das britische Überseeterritorium Gibraltar. Die Royal Navy hatte zuletzt spanische Fischerboote vor dem Affenfelsen bedroht und vertrieben. Daraufhin begann die spanische Guardia Civil, wieder Grenzkontrollen vor Gibraltar durchzuführen.

"Die Umstände erlauben die England-Reise nicht", rechtfertigt ein Sprecher des Palasts in Madrid die Absage. Der eigentliche Grund soll aber der nahende Besuch von Prinz Edward, dem jüngsten Sohn von Elizabeth II, in Gibraltar sein. Spanien erhebt nach wie vor Anspruch auf den Felsen, hält aber zugleich Exklaven an der strategisch wichtigen Meerenge in Nordafrika, wie die Städte Ceuta und Melilla, die wiederum Marokko für sich beansprucht.

Ein schreckliches Jahr

Spaniens Königspaar durchlebt zurzeit ein "annus horribilis", wie dem Königshaus nahestehende spanische Journalisten das Jahr 2012 klassifizierten. So wurden auch die Feierlichkeiten zur goldenen Hochzeit von Juan Carlos und Sofia am Montag abgesagt. Aus Spargründen, wie es hieß, und nicht etwa wegen anhaltender Untreuegerüchte, die besagen, der König hätte ein Verhältnis mit der deutschen Prinzessin Corinna zu Sayn-Wittgenstein.

Zudem will sich nun des Königs Schwiegersohn Iñaki Urdangarin in einer aktuell vor Gericht laufenden Korruptionscausa für schuldig bekennen. Er solle demnach darauf spekulieren, bestenfalls eine drohende Gefängnisstrafe abwenden zu können - und der König selbst soll für ihn interveniert haben.

Immerhin, schreiben Spaniens Medien spöttisch, scheint sich der Monarch inzwischen von seiner Hüftfraktur erholt zu haben, die er sich bei der Botswana-Safari mit der deutschen Prinzessin zuzog - ebenso wie sein Enkel Felipe Froilán (13), der sich bei Schießübungen auf der elterlichen Finca selbst verletzt hatte. (Jan Marot, DER STANDARD, 18.5.2012)

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