Forscher entdecken in Bernstein die bisher ältesten Blütenpollen

18. Mai 2012, 12:11
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Synchrotron in Grenoble liefert auch Bilder von einer neu entdeckten Urinsekten-Art

Madrid/Wien - Pollenallergiker, die daran gedacht haben, per Zeitmaschine könnten sie Allergenen entgehen, müssen weit in die Vergangenheit reisen. Spanische Forscher um den Paläontologen Enrique Peñalver fanden an Insekten 105 bis 115 Millionen Jahre alte Blütenpollen - und damit die bisher ältesten der Welt. Bilder davon und von der neu entdeckten Urinsekten-Art Gymnopollisthrips lieferte das Synchrotron in Grenoble.

In frischem Baumharz eingeschlossen überdauerten diese in ihrer Kapsel aus Bernstein, der in der baskischen Provinz Álava entdeckt worden war, bis heute, wie das Team um Peñalver im Fachblatt PNAS schreibt. "Dadurch lässt sich ein fundamentaler Wechsel in den Ökosystemen der Erde deutlich vorverlegen", sagt Peñalver zum STANDARD:

"Wir konnten beweisen, dass die Flora bereits zu Beginn der Kreidezeit auf Insekten zu ihrer Fortpflanzung und Verbreitung setzte." Die bisher ältesten Paläopollen-Funde aus der Karibik wurden auf lediglich 20 Millionen Jahre datiert. Peñalver räumt indes ein, dass die Symbiose von Pflanzen und Insekten "noch viel älter sein muss". (jam/DER STANDARD, 18.5. 2012)

  • Ein kleiner Einblick in das kreidezeitliche Ökosystem.
    foto: igme

    Ein kleiner Einblick in das kreidezeitliche Ökosystem.

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    foto: igme
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